Mord mitten auf der Nordsee?Der rätselhafte Tod von Frank Procopius - und eine brisante Spur!

Irgendjemand muss wissen, was auf hoher See passiert ist!
Am 9. Juli 2024 wird auf der Sandbank Süderoogsand im Wattenmeer eine Leiche angespült. Es ist der Leichnam des Hamburger Speedboot-Unternehmers Frank Procopius. Zwei Monate zuvor taucht sein Boot mitten auf der Nordsee auf – führerlos, Procopius bleibt verschwunden. Die Ermittler sind sich sicher: Das war kein Unglück. Wurde Procopius Opfer eines gescheiterten Drogendeals?
Der Tag des Verschwindens

Frank Procopius ist 60 Jahre alt als er verschwindet. Er ist Unternehmer, betreibt gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin ein Speedboot‑Unternehmen, das schnelle Touren durch den Hamburger Hafen und über die Elbe anbietet – mit robusten Festrumpf-Schlauchbooten, sogenannten RIBs, die sogar hochseetauglich sind.
Am 29. April 2024 legt Frank Procopius nach bisherigen Erkenntnissen allein in Grünendeich an der Elbe in Niedersachsen ab, rund 13 Kilometer westlich von Hamburg. Er startet mit einem hochseetauglichen Festrumpf-Schlauchboot in Richtung Nordsee. Angeblich, um einen neuen Motor einzufahren. Auf dem Weg in Richtung Außenelbe sehen ihn noch Passagierschiffe.
Im Video: Der ganze Fall in unserer neuen Folge „Tatort Nord”
Lebensgefährtin von Procopius alarmiert die Seenotretter
Nur wenige Stunden nachdem er in Richtung Nordsee aufgebrochen ist, macht sich seine Lebensgefährtin große Sorgen. Denn sie verfolgt ihn über ein Trackingtool, bekommt jedoch irgendwann kein Signal mehr. Sie alarmiert die Seenotretter, die kurze Zeit später das Boot von Frank Procopius finden - herrenlos. Niemand ist an Bord.
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Sieben Stunden lang suchen die Rettungskräfte nach dem Hamburger, ohne Erfolg. Die Suche wird eingestellt, von Frank Procopius fehlt jede Spur.
Schockfund im Watt! Leiche wird auf Sandbank angespült
Am 9. Juli 2024 – also rund zweieinhalb Monate nach der verhängnisvollen Fahrt Richtung Nordsee – machen Bundesfreiwillige bei einer Vogelzählung eine schreckliche Entdeckung. Sie finden auf der Sandbank Süderoogsand eine Wasserleiche! Diese wird in der Rechtsmedizin in Kiel näher untersucht und dabei kommt raus: Bei dem Toten handelt es sich um den vermissten Frank Procopius. Und bei der Untersuchung kommen Details ans Licht, die alles verändern – und aus einem rätselhaften Unglück einen möglichen Mordfall machen.
Die Rechtsmediziner in Kiel stellen fest, dass der identifizierte Frank Procopius einen Neoprenanzug trägt und eine Rettungsweste, erst einmal nichts Ungewöhnliches, aber: „Auffällig war jedoch, dass sich um den Hals des Leichnams, das konnte man noch feststellen, ein zugezogener Kabelbinder befand und an der Rettungsweste, die Frank Prokopius trug, eine Schäkelkombination“, erklärt Roman Mulke, Staatsanwalt in Flensburg, im Gespräch mit RTL Nord. Doch das ist noch nicht alles: „Ungewöhnlich war, dass die Rettungsweste tatsächlich einen Defekt aufwies. Also an dieser Weste manipuliert worden ist“, erklärt Mulke weiter. Konkret: Die Weste wurde aufgeschlitzt!
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Waren Gewichte an den Schäkeln befestigt?

All diese Hinweise sprechen für die Ermittler für ein Fremdverschulden! Vor allem die Schäkel werfen Fragen auf: Es handelt sich um verschließbare Bügel, wie man sie eher aus der Hochseeschifffahrt kennt. „Wir gehen jetzt davon aus, dass an dieser Schäkelkombination etwas Schweres, beispielsweise ein Anker oder ein Gewicht, befestigt war”, erklärt der Staatsanwalt.
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Die Ermittler versuchen, die letzten Stunden von Frank Procopius am 29. April 2024 so detailliert wie möglich zu rekonstruieren - werten dafür auch den Bordcomputer seines RIB-Boots aus. Und die zeigt, dass Frank Procopius gegen 15.30 Uhr ein ungewöhnliches Manöver fährt – und zwar eine Acht. Was das bedeuten könnte, seht ihr in unserer neuen Folge von „Tatort Nord - Verbrechen zwischen den Meeren” auf dem RTL Nord YouTube-Kanal.
Neue Hinweise nach Aktenzeichen-XY-Sendung
Seitdem die Ermittler im April dieses Jahres mit mehr Details zu dem Fall und einem Zeugenaufruf über die Fahndungssendung Aktenzeichen XY an die Öffentlichkeit gegangen sind, sind zahlreiche Hinweise eingegangen – mehr als 60 insgesamt. „Die tatsächlich und unter anderem auch wirklich noch mal neue Details ans Licht gebracht haben und die uns auch in unserer Theorie, dass hier ein Fremdverschulden am Tod von Frank Prokopius vorliegt, gestärkt haben”, beschreibt Mulke.
Doch nach wie vor gab es noch nicht den ersehnten Durchbruch. Deshalb bittet die Staatsanwaltschaft um Hinweise: Wer etwas weiß, kann sich direkt bei der Mordkommission melden oder die eigens eingerichtete Telefonnummer (0160 2068666) nutzen und seine Hinweise dort auch anonym weitergeben. Denn: Bis heute ist ungeklärt, was in den letzten Minuten von Frank Procopius’ Leben auf der Nordsee wirklich passiert ist. Wer war mit ihm draußen auf dem Wasser – und warum musste er sterben?
Verwendete Quellen: RTL-Recherche, Staatsanwaltschaft Flensburg



