Neue Hinweise nach ZDF-SendungLeiche von Hamburger in Nordsee versenkt? 7.000 Euro Belohnung ausgesetzt

Kabelbinder am Hals, führerloses Boot!
Der Tod eines Hamburger Unternehmers gibt den Ermittlern Rätsel auf. Drei Monate nach seinem Verschwinden auf See wird seine Leiche im Juli 2024 auf Süderoogsand gefunden. Spuren am Körper des Verstorbenen deuten auf ein Tötungsdelikt hin. Ein Beitrag in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … Ungelöst“ hat den Ermittlern jetzt viele neue Hinweise gebracht – und einen besonders wichtigen Zeugen.
Erfolg für die Ermittler: Wertvoller Zeuge meldet sich
Nach einem Beitrag zu dem Fall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … Ungelöst“ am Mittwochabend (8. April) haben sich bereits zahlreiche Menschen bei der Polizei gemeldet. „Bis gestern Abend sind etwa 50 Hinweise eingegangen“, sagte eine Sprecherin der Polizei in Flensburg am Morgen der Deutschen Presse-Agentur. Diese würden nun sortiert und bewertet. „Ein Hinweis aus dem direkten, unmittelbaren Umfeld des Toten war den Ermittlern zufolge so wertvoll, dass nun ein Vernehmungstermin vereinbart wurde.”
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Über 40 neue Fotos und Videos
Die Ermittler der Mordkommission Flensburg können zudem darauf hoffen, dass neue Fotos und Videos weitere Aufschlüsse rund um den Tod des Hamburger Unternehmers bringen. „Es wurden ungefähr 40 Medien übersandt.” Ob darunter ebenfalls wertvolles Material ist, war zunächst unklar. „Auch die werden noch sortiert und gesichtet.”

Boot des Toten führerlos bei Cuxhaven gefunden
Bei dem Toten handelt es sich den Angaben zufolge um einen Hamburger Unternehmer, der seit Ende April 2024 vermisst worden war. Die Leiche war erst mehrere Wochen später – am 9. Juli 2024 – auf der Sandbank Süderoogsand im schleswig-holsteinischen Wattenmeer entdeckt worden. Eine rechtsmedizinische Untersuchung habe dann Gewissheit gegeben, so die Polizei. Bei dem Toten handelte es sich tatsächlich um den Vermissten.
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Nach bisherigen Erkenntnissen sei der Mann am 29. April 2024 allein mit einem hochseetauglichen Festrumpfschlauchboot von einer Anlegestelle im Landkreis Stade aus in Richtung Nordsee aufgebrochen. Das Boot sei später führerlos im Bereich der Außenelbe-Reede bei Cuxhaven gefunden worden.
Weitere Details zum rätselhaften Fall

In der ZDF-Sendung teilen die Ermittler jetzt weitere Details zu dem undurchsichtigen Fall: So habe man um den Hals des Toten einen sehr eng zugezogenen Kabelbinder gefunden. Die Rettungsweste des Unternehmers sei zwar ausgelöst, die Luftkammer aber wohl mutwillig mit einem Messer zerstört worden. An der Weste waren außerdem sogenannte Metall-Schäkel befestigt. An dieser Bolzen-Vorrichtung sei möglicherweise etwas sehr Schweres befestigt gewesen. Der Geschäftsmann soll eine Kiez-Vergangenheit gehabt haben.
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Ein Suizid wird als sehr unwahrscheinlich eingestuft, wie der ermittelnde Flensburger Staatsanwalt Roman Mulke in der Sendung sagte. Wahrscheinlicher und plausibler sei, dass der Mann in Drogengeschäfte verwickelt war und Drogen in der Nordsee eingesammelt habe. Es könne aber sein, dass der Geschäftsmann zufällig in eine solche Drogenabholung geraten, die Situation dann eskaliert und er getötet worden sei, so der Staatsanwalt weiter.
Ermittler loben 7.000 Euro Belohnung aus
Die Mordkommission in Flensburg ermittelt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft. Konkrete Hinweise auf Tatverdächtige gebe es bislang nicht. Nach Angaben der Ermittler ist bislang auch unbekannt, unter welchen Umständen der Mann ums Leben kam. Mögliche Beteiligte oder ein konkreter Tatablauf sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Für zur Aufklärung beitragende Hinweise hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 7.000 Euro ausgesetzt.
„Auch Hinweise, die zunächst unbedeutend erscheinen, können für die Ermittlungen relevant sein“, erklärt Jan Krüger, Polizeisprecher aus Flensburg, in der TV-Sendung. Hinweise werden nach der Ausstrahlung anonym unter der 0160 2068666 oder über das Hinweisportal der Polizei abgegeben werden. (okr)
Verwendete Quellen: dpa


