Schock nach SchluckbeschwerdenFrau hat drei Liter Essen in der Speiseröhre

Essensreste erweitern ihre Speiseröhre auf 15 Zentimeter!
Über Jahre hat Patientin Saskia (Name geändert) aus dem Landkreis Nienburg Beschwerden beim Schlucken. Es folgt ein Arztbesuch nach dem anderen ohne klare Diagnose. Jetzt zeigt eine CT-Aufnahme endlich die Ursache für ihre Probleme.
Seltene Krankheit erst nicht festgestellt
„Vor allem hatte ich ständig das Gefühl, als hätte ich Muskelkater im Oberkörper“, berichtet Patientin Saskia. Hinzu kommen Probleme beim Liegen und Atmen und häufiges Aufstoßen. Doch an Weihnachten verschlechtert sich ihr Zustand plötzlich drastisch: Sie kann weder essen noch trinken und kommt in die Notaufnahme. Nach mehreren Untersuchungen finden die Ärzte der Helios Kliniken Mittelweser endlich den Auslöser: Drei Liter Essensreste hatten sich jahrelang in ihrer Speiseröhre angestaut. Die Ursache: Eine sehr seltene Funktionsstörung der Speiseröhre (Achalasie), bei der sich der Übergang zum Magen nicht richtig öffnet.
Lese-Tipp: Lebensglück! Kleinkind (1) kann nach Not-OP endlich essen
„Es war wie eine Befreiung”
Saskia könnte sogar ersticken und wird deshalb auf die Intensivstation verlegt. „Die Patientin befand sich in einem potenziell lebensbedrohlichen Zustand”, berichtet Chefarzt Markus Bauer von den Helios Kliniken Mittelweser im RTL-Interview. Die Speiseröhre drohte einzureißen. In zwei aufwendigen Operationen können Ärzte die Speisereste komplett entfernen. Sie setzen einen Metallstent ein, um den Abfluss zu ermöglichen. „Es war wie eine Befreiung, sofort hatte ich keine Beschwerden mehr“, berichtet die Patientin.

Verlauf selbst unter Betroffenen außergewöhnlich
In Deutschland sind von dieser Erkrankung lediglich rund 7.000 bis 8.000 Menschen betroffen, so die Helios Kliniken Mittelweser. Saskias Verlauf sei selbst unter Betroffenen außergewöhnlich. Eine gesunde Speiseröhre habe normalerweise einen Durchmesser von etwa zwei bis drei Zentimetern. Bei Patientin Saskia war sie durch die Speisereste jedoch an einzelnen Stellen auf nahezu 15 Zentimeter erweitert.
Video-Tipp: Baby Evelynn kommt bei -11 Grad auf Kreuzung zur Welt
Wie konnte die Ursache so lange unentdeckt bleiben?
Acht Jahre lang sagten Ärzte, ihre Beschwerden hätten eine seelische Ursache. Leider die falsche Diagnose! Im Alltag muss Saskia sogar Termine absagen und nimmt in Gesellschaft meistens nur flüssige Nahrung zu sich, erklärt die Patientin im RTL-Interview. Laut Chefarzt Markus Bauer sei die Erkrankung äußerlich lange nicht sichtbar und bleibe ohne spezielle Untersuchungen oft unerkannt. „Solche Befunde entstehen schleichend und bleiben lange unbemerkt, weil sich Betroffene an veränderte Essgewohnheiten anpassen”, sagt Bauer.
Lese-Tipp: Was ist Psychosomatik? Hier ist die Erklärung
„Ich sitze jetzt völlig entspannt am Tisch und esse”
In etwa zwei Wochen steht Patientin Saskia ein weiterer Eingriff bevor. Zwar muss sie sich bis dahin weiter flüssig ernähren, aber schon jetzt spürt sie die Erleichterung: „Ich sitze jetzt völlig entspannt am Tisch und esse, mache mir nur noch wenig bzw. kaum Gedanken, ob die Nahrung in den Magen rutscht”, berichtet Saskia im RTL-Interview. Durch den Eingriff soll ihre Lebensqualität noch weiter verbessert werden, so Chefarzt Markus Bauer. „Eine gewisse Vorsicht bei der Wahl der Speisen wird jedoch weiterhin notwendig sein.”
Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche, Helios Kliniken Mittelweser


































