Gericht sieht keine Gefahr mehrMörder nach 120 Messerstichen: Er kommt frei und gilt als ungefährlich

ARCHIV - Blumen, Kerzen und kleine Briefchen liegen am 20.09.2013 vor einem Getränkemarkt in Rethem bei Soltau (Niedersachsen) in dem es zu einem tödlichen Überfall kam. Im Prozess gegen einen Schüler, dem vorgeworfen wird bei einem Überfall auf einen Getränkemarkt eine 23-jährige Frau erstochen zu haben, wird am 24.10.2014 das Urteil erwartet. Foto: Peter Steffen/dpa (zu lni vom 24.10.2014) +++ dpa-Bildfunk +++
In einem Getränkemarkt im niedersächsischen Rethem wurde eine 23-Jährige 2013 brutal ermordet.
picture alliance / dpa / Peter Steffen

In Niedersachsen fesselt ein damals 18-Jähriger im Herbst 2013 seine Kollegin und tötet sie mit Dutzenden Messerstichen. Seine Jugendstrafe hat er inzwischen fast abgesessen. Eine anschließende Sicherungsverwahrung ist nach Ansicht des zuständigen Gerichts nicht notwendig.

Nach einem Mord mit rund 120 Messerstichen hat der Täter bald seine Haftstrafe abgesessen und wird aus dem Gefängnis entlassen. Von dem 30-Jährigen gehe keine konkrete Gefahr mehr aus, entschied das Landgericht Verden und ordnete keine Sicherungsverwahrung an. Der Angeklagte hatte seine Kollegin gefesselt und mit Messerstichen qualvoll getötet.

Der damals 18-jährige Abiturient hatte als Aushilfe in einem Getränkemarkt in Rethem im Heidekreis gearbeitet. Dort überfiel er im Herbst 2013 seine Kollegin. Als sich die 23-Jährige wehrte, stach er immer wieder auf sie ein. Die junge Frau verblutete. Nach damaliger Überzeugung des Gerichts war der Deutsche „in einer Welt der Horror- und Tötungsfantasien“ gefangen. Er wurde nach Jugendstrafrecht zu 13 Jahren Haft wegen Mordes verurteilt - und zu einer möglichen Sicherheitsverwahrung im Anschluss.

Inzwischen hat der Mörder seine Strafe fast verbüßt und in Haft mehrere Therapien gemacht. Ein Gutachter stellte fest, dass der Mann inzwischen stabil sei und gut mit seinen Emotionen umgehen könne. Im September wird er aus dem Gefängnis entlassen.

Verwendete Quellen: lar/dpa