Während der OP!Narkose-Arzt soll intime Fotos von Patientinnen gemacht haben

Perverser OP-Arzt?
Über Jahre hinweg soll der Mediziner am Klinikum Neustadt am Rübenberge (Niedersachsen) heimlich intime Fotos von seinen Patientinnen gemacht haben – viele von ihnen sollen minderjährig gewesen sein. Jetzt beginnt der Prozess.
Es geht um elf mutmaßliche Taten
Sexueller Missbrauch von Kindern, sexuelle Nötigung und der Besitz kinderpornografischer Dateien – so lauten die Vorwürfe gegen Peter T. „Der Angeklagte soll während Operationen minderjährigen Kindern unter das OP-Kleid fotografiert haben, zum Teil die Brüste fotografiert haben und zum Teil aber auch den Geschlechtsbereich”, erklärt Vanessa Riedel vom Landgericht Hannover im Gespräch mit RTL.
Dort beginnt am Mittwoch (6. Mai) der Prozess gegen den Arzt. Angeklagt ist er wegen elf mutmaßlicher Taten zwischen 2010 und 2024, die meisten Opfer sollen minderjährige Mädchen sein. Die Vorgehensweise war laut Staatsanwaltschaft immer dieselbe: Der Arzt habe die Narkose eingeleitet und dann von den betäubten Patientinnen heimlich Fotos gemacht. Wie das in einem OP-Saal mit mehreren Personen unbemerkt möglich gewesen sein soll, ist eine zentrale Frage in diesem Prozess.
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Angeklagter bietet Schmerzensgeld
Aufgeflogen sind die mutmaßlichen Taten von Peter T. im Juli 2024, als er in Kroatien im Urlaub ist. Dort soll der Familienvater heimlich unbekleidete Kinder gefilmt haben. Bei anschließenden Durchsuchungen finden Ermittler dann rund 1.600 kinder- und jugendpornografische Dateien.
Der Verteidiger von Peter T. erklärt zum Prozessbeginn, sein Mandant wolle den Opfern Schmerzensgeld zahlen und einen „Täter-Opfer-Ausgleich” anbieten. Es ist fraglich, ob Geld den mutmaßlichen Opfern Gerechtigkeit bringen könnte. Die Anwältin einer der Frauen kritisiert das Angebot als Taktik.
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„Für mich ist es eine seelische Vergewaltigung”
Vor einem Jahr erfährt Tanja M. von der Polizei, dass sie mutmaßlich zum Opfer des Arztes geworden ist. Die Beamten zeigen ihr ein Foto aus dem Krankenhaus von ihr, aus dem Jahr 2010. Für die Frau bricht in diesem Moment eine Welt zusammen: „Dann war ich zerstört erstmal. Das kommt dann alles in einem hoch”, sagt sie. „Für mich ist es eine seelische Vergewaltigung gewesen.” Tanja M. ist nicht Teil der Anklage, die nun verhandelt wird. Die Tat ist mittlerweile verjährt. Trotzdem ist sie froh, dass jetzt der Prozess gegen Peter T. beginnt: „Für mich wäre es schön, wenn er weggesperrt wäre”, sagt sie unter Tränen. Beim nächsten Prozesstermin will sich Peter T. zu den Vorwürfen äußern. Ein Urteil wird Mitte Juni erwartet.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Crimespot



