Line (2) stirbt in Hamburger KrankenhausNach Tod ihrer Tochter! Mutter will mit Verein anderen Familien das traurige Schicksal ersparen

Die kleine Line (2) stirbt 2024 in einem Hamburger Krankenhaus. Mutter Michelle Bayona ist sich sicher: Es war ein Behandlungsfehler. Sie hofft, anderen Familien das Schicksal ersparen zu können.
Die kleine Line (2) stirbt 2024 in einem Hamburger Krankenhaus. Mutter Michelle Bayona ist sich sicher: Es war ein Behandlungsfehler. Sie hofft, anderen Familien das Schicksal ersparen zu können.
Privat/RTL
von Nicole Ide und Florent Gallet

Ist ein Arzt-Fehler an ihrem Tod schuld?
2024 kommt die kleine Line wegen Atemnot in die Notaufnahme eines Hamburger Krankenhauses. Ihr geht es schlecht, mehrfach alarmiert die Mutter Michelle Bayona das Klinikpersonal. Aber sie sei ignoriert worden. Line stirbt im Krankenhaus, sie wird nur zwei Jahre alt.

Verein will Behandlungsfehler vermeiden

Der Tod ihrer Tochter war ein Behandlungsfehler, da ist Mutter Michelle Bayona überzeugt. „Das habe ich damals gutachterlich nachweisen können”, sagt sie im RTL-Interview. Die heute 41-Jährige möchte jetzt verhindern, dass andere Familien denselben Schmerz durchleben müssen. Gemeinsam mit dem Hamburger Joachim Greuner gründet sie im März den Verein Fokus Behandlungsfehler e.V. Die Gründer wollen die Rechte der Patienten stärken, Prävention stärken und ein Umdenken in Krankenhäusern erreichen: „Wir möchten einen Systemwandel erreichen, also ein Gesundheitssystem, das aus Fehlern lernt und das auch besser mit Betroffenen umgeht”.

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Forderung: Ärzte müssen Fehler zugeben

Wenn schwere Fehler passieren, ist der Umgang mit den Patienten oder Angehörigen danach entscheidend, so der Verein. Co-Gründer Joachim Greuner wünscht sich mehr Transparenz: Wenn Ärzte oder Pfleger einen medizinischen Fehler bemerken, müssten sie die Patienten oder deren Angehörige aufklären. Der Anwalt ist selbst Betroffener: Vor knapp sieben Jahren sterben seine schwangere Frau und ihr ungeborener Sohn in einem Hamburger Krankenhaus. Vor Gericht versucht Greuner, den Ärzten einen Behandlungsfehler nachzuweisen. „Es treibt mich an, dass am Ende des Tages jemand sagt: ,Alles klar, da ist was falsch gelaufen.’” Er empfiehlt deshalb jedem, vor einer OP oder Behandlung eine Rechtschutzversicherung abzuschließen. Nicht nur um mögliche Behandlungsfehler abzudecken, sondern auch um sich einen teuren Prozess überhaupt leisten zu können.

Fehlerkultur in Kliniken ist ausbaufähig

Ärzte würden heute offener über Fehler reden als früher, sagt Dr. Pedram Emami, der Präsident der Ärztekammer Hamburg, im RTL-Interview: „Auch wenn ich glaube, dass da Luft nach oben ist.” Wichtig sei vor allem, dass sich Fehler nicht wiederholten. „Es geht nicht um Rache, sondern um Verbesserung der Behandlung für die Betroffenen.” Der Verein Behandlungsfehler e.V. will deshalb mit Ärzten und Klinikpersonal zusammenarbeiten, um gemeinsam die Fehlerkultur zu verbessern. Die Krankenhäuser seien offen dafür, so die Gründer, das stimme sie zuversichtlich. Michelle Bayona und Joachim Greuner hoffen, dass ein Umdenken gelingt – und so Opfer von Behandlungsfehlern wie die kleine Line nicht umsonst gestorben sind.

Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche