Gewerkschaft der Polizei warnt!Führt Gangsta-Rap zu mehr Straftaten?

Der Rapper Haftbefehl fiel in der Vergangenheit vor allem wegen Drogenkonsum auf.
Der Rapper Haftbefehl fiel in der Vergangenheit vor allem wegen Drogenkonsum auf.
Annette Riedl/dpa

Schnelles Geld durch Gewalt oder Drogenhandel!
Das versprechen zahlreiche Rapsongs. Die Gewerkschaft der Polizei Hamburg ist besorgt, dass gerade junge Menschen dadurch zu Straftaten animiert werden. Mehrere Gewalttaten aus Hamburg könnten entsprechende Anzeichen liefern.

Kriminalität mitten in der Stadt

Die Gewerkschaft bezieht sich auf verschiedene ungeklärte Gewalttaten in Hamburg: So explodiert eine Granate in der Nacht zum 29. Juli in der Mönckebergstraße in der Innenstadt. Ende Juni detoniert eine Granate an der Lagerstraße. Anfang September werden dort zwei Männer erschossen. Die Gewerkschaft sieht darin eine gefährliche Entwicklung: „Gewalt aus kriminellen Milieus wird zunehmend in den öffentlichen Raum getragen. Damit geraten auch Beschäftigte, Passanten, Anwohner und eingesetzte Polizeikräfte in unmittelbare Gefahr.”

Besonders problematisch sei das Phänomen „Crime as a Service“. Gemeint ist damit, dass Hintermänner Gewalttaten bei anderen Personen in Auftrag geben. Die Ausführenden übernehmen dabei das unmittelbare Risiko, während die Auftraggeber im Hintergrund bleiben.

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Verherrlichung von Gewalt im Rap

„Gewaltverherrlichender Gangsta- und Straßenrap sowie entsprechende Inszenierungen in sozialen Medien können den Eindruck vermitteln, Kriminalität sei ein erfolgreicher Lebensentwurf”, so die Gewerkschaft. Aber verführt das junge Menschen wirklich dazu, selbst kriminell zu werden? Der Landesvorsitzende Lars Orsburg stellt klar: „Gangsta-Rap macht niemanden automatisch zum Straftäter. Aber wenn reale Kriminalität als Authentizitätsbeweis gilt und Gewalt, Drogenhandel und die Verachtung des Rechtsstaats zum Lifestyle erklärt werden, kann daraus ein gefährlicher Resonanzraum entstehen. Der vermeintliche Gangster wird zum Vorbild – und der kriminelle Auftrag erscheint plötzlich wie eine Chance auf schnelles Geld.“

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Präventionskampagne für Jugendliche

Die Gewerkschaft der Polizei fordert deshalb eine Präventionskampagne. So sollen die Jugendlichen über die Folgen von Gewalt und die Methoden krimineller Netzwerke aufgeklärt werden. Die Kampagne soll sich auch an Eltern richten und reale Hamburger Fälle erklären. (ypr)

Verwendete Quellen: Polizeigewerkschaft Hamburg