Dungeon wird 25 Jahre altKotzestreu und Heiratsanträge! Hamburg feiert seinen gruseligsten Ort

27.03.2025, Hamburg: Der Schauspieler Eike Reinke bei einer Pressevorführung der Sondershow «Der Wunderheiler» im Hamburg Dungeon. Die Show wird vom 31. März bis zum 4. Mai im Hamburg Dungeon in der Hamburger Speicherstadt gezeigt. Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Sondershow „Der Wunderheiler” läuft bis Anfang Mai im Hamburg Dungeon.
Christian Charisius/dpa
von Nele Hasselbusch und Alisha Elling

Ein Vierteljahrhundert Angst, Schreie und... skurrile Liebesgeschichten.
Seit 25 Jahren schickt das Hamburg Dungeon seine Besucherinnen und Besucher auf eine Reise durch die finstersten Kapitel der Stadtgeschichte und sorgt dabei nicht nur für Gänsehaut, sondern manchmal auch für Herzklopfen. Denn zwischen Pestleichen, Geistererscheinungen und Folterinstrumenten haben sich hier schon sechs Paare verlobt, eines hat sogar direkt im Dungeon geheiratet.

Der Quacksalber kommt!

Zum Jubiläum gibt es ein neues Highlight: Die Sondershow „Der Wunderheiler” entführt die Besucher zurück ins 19. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht ein schlitzohriger Quacksalber, der Krötenschleim und Meteoritengestein als Allheilmittel anpreist. Schauspieler Eike Reinke erklärt im Gespräch mit RTL: „Die Quacksalber waren quasi reisende Händler. Die haben alles verkauft – auch Wundermittel, die angeblich Haare wieder sprießen lassen.” Ob sie geholfen haben? Fraglich. Ob die Show unterhält? Garantiert!

27.03.2025, Hamburg: Der Schauspieler Eike Reinke bei einer Pressevorführung der Sondershow «Der Wunderheiler» im Hamburg Dungeon. Die Show wird vom 31. März bis zum 4. Mai im Hamburg Dungeon in der Hamburger Speicherstadt gezeigt. Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Ob man auch mit diesem Mittel eine volle Haarpracht bekommt?
Christian Charisius/dpa

Denn im Gegensatz zu anderen Dungeon-Shows steht hier nicht der Schrecken im Vordergrund, sondern der Humor. „Es macht unfassbar viel Spaß, sich hier kreativ auszutoben“, schwärmt Reinke. „Das Bühnenbild steckt voller Details, die man immer wieder neu entdeckt.“

Vom Pestkrankenhaus zur Kotzestreu-Statistik

Hinter dem Dungeon steckt mehr als bloßer Grusel. Seit der Eröffnung im Jahr 2000 wurden über 45 Shows auf die Beine gestellt, 620 Schauspieler schlüpften in 1860 Kostüme, und insgesamt kamen rund 12,5 Tonnen Make-Up zum Einsatz. Und auch die gewöhnungsbedürftigen Zahlen sind beachtlich: 383.250 Mal wurde der Pirat Störtebeker hier schon geköpft und 3.750 Liter Kotzestreu mussten aufgewischt werden. Für alle, denen der blank Horror buchstäblich auf den Magen schlägt.

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Unendliche Geschichtenschatztruhe

Miriam Wolframm, Betriebsleiterin des Hamburg Dungeons, weiß: Stoff für neue Shows gibt es genug: „Wir zeigen immer Geschichten, die mindestens 100 Jahre alt sind. Das bedeutet, da kommt jedes Jahr ein Riesenschatz an neuen Ideen dazu. Wir haben gar nicht die Ressourcen, die alle zu zeigen. Also da kommen noch viele, viele schöne Geschichten.”

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Und die kuriosesten Erlebnisse im letzten Vierteljahrhundert? „Wir hatten schon Heiratsanträge, Beichten vom Fremdgehen und Menschen, die skurrile Dinge vergessen haben – wie eine Bibel oder sogar ein Gebiss! Man sollte meinen, man merkt, wenn man ohne Zähne rausgeht – aber hey, anscheinend passiert das”, erzählt Miriam Wolframm im Interview mit RTL.

Ein Blick in die Zukunft

Auch nach 25 Jahren hat das Hamburg Dungeon also noch viele Geschichten zu erzählen. Drei neue Sondershows sind in Planung, eine große Geburtstagsparty am 13. Mai, und ein großes Jubiläums-Halloween steht an. „Ich liebe Schabernack“, sagt Miriam Wolframm. Und davon wird es wohl auch in den nächsten 25 Jahren reichlich geben.