Von Schlaganfällen über Nahtoderfahrung zur AmnesieAmber (43) wacht jeden Morgen im Jahr 2020 auf
Amber stand vor dem Himmelstor – und ist zurückgekehrt!
Ende 2021 hat Amber Cavanagh mehrere Schlaganfälle hintereinander. Während die Ärzte versuchen, ihr Leben zu retten, soll ihr Geist Minuten in einer Welt zwischen Leben und Tod verbracht haben, wie sie erzählt. Ihre Nahtoderfahrung hat allerdings Konsequenzen.
Amber Cavanagh stirbt beinahe – und ist plötzlich in einer anderen „Dimension”
Ein Garten und all ihre Lieben – das sieht Amber Cavanagh, als sie 2021 nach zwei Schlaganfällen und starken Hirnblutungen beinahe stirbt. Während die Ärzte noch im Rettungshubschrauber versuchen, sie am Leben zu erhalten, befindet sich die heute 43-Jährige in einer Art Delirium, wie die Daily Mail berichtet – und kurzzeitig in einer anderen Dimension, wie sie selbst sagt.
„Ich konnte meinen Körper unter mir sehen, aber ich konnte auch sehen, wie meine Kinder von ihren Großeltern ins Krankenhaus gefahren wurden“, beschreibt sie in der Daily Mail ihre Nahtoderfahrung. „Ich konnte sehen, wie mein Mann über meinen Körper weinte. Es gab keinen Weg zum Licht oder Menschen, die mich riefen – ich wachte einfach über allem und jedem.“
Amber entscheidet sich während Nahtoderfahrung fürs Leben – aber mit Folgen
Cavanagh, die sich selbst als Medium bezeichnet, habe sich an einer Art „Treffpunkt“ zwischen Himmel und Erde befunden, einem „unglaublichen“ Garten. „Ich sah all meine Lieben rechts von mir stehen, links stand jede Version meines Selbst – das vergangene, mein jetziges und mein zukünftiges Ich – und vor mir warteten meine geistigen Führer auf mich.“
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Obwohl sie den Ort, „der ein überwältigendes, liebevolles Licht ausstrahlte“, nicht verlassen will, ahnt Cavanagh, dass ihre Familie sie noch braucht und kehrt in ihren Körper zurück. Der ist von den Schlaganfällen und der Hirnblutung stark beschädigt, und die Zweifach-Mama muss geistig wie körperlich erst einmal wieder heilen. Jetzt gesteht sie, dass sie noch heute mit Folgen aus dieser Zeit kämpft – für Cavanagh ist nämlich jeden Morgen 2020!
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Retrograde Amnesie: „Jeden Morgen, wenn ich aufwache, ist März 2020“
„Jeden Morgen, wenn ich aufwache, ist März 2020“, erzählt Cavanagh im Digital Social Hour Podcast mit Sean Kelly. Sie habe sogenannte Retrograde Amnesie. „Ich hatte meine Schlaganfälle Ende 2021 und habe die beiden Jahre davor komplett verloren.“ Sie kann sich einfach nicht mehr an sie erinnern. Die vier Jahre zuvor – 2016 bis 2020 – seien wiederum ein Flickenteppich. Jeden Morgen, wenn sie aufwache, müsse sie sich deshalb erst einmal wieder orientieren, wo sie ist und welches Jahr ist.
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Cavanagh versucht aber, die Erinnerungen „nachzukreieren“, wie sie es nennt. Ihre Familie zeige ihr Bilder aus den Jahren, und sie erstelle neue Erinnerungen an die Ereignisse auf den Fotos, auch wenn sie sich nicht wirklich erinnern könne. Abgesehen davon, dass sie einfach vergesse, welches Jahr wirklich ist „Wenn ich ein Datum aufschreibe, ist es immer 2020.“
Hinzu kommt, dass ihr Kurzzeitgedächtnis beschädigt ist, doch das sei für Cavanagh okay. „Das ist irgendwie gut“, sagt sie. „Wenn ich wütend bin, bin ich es vielleicht für 30 Minuten, danach ist alles wieder okay.“ Sie vergesse einfach, dass sie wütend war.
Cavanagh will anderen die Angst vor dem Tod nehmen
Trotz ihrer Erinnerungslücken und den körperlichen Einschränkungen durch die Schlaganfälle hat sich Cavanaghs Leben mittlerweile etwas normalisiert. Über ihre Nahtoderfahrung hat Cavangh zudem ein Buch geschrieben – „At the Stroke of Eternity“ – in dem sie von dem Garten und den Gesprächen, die sie dort führte, berichtet.
„Ich habe jetzt keine Angst mehr vor dem Tod oder dem Übergang auf die andere Seite. Ich fürchte nur, dass ich nicht mehr an diesen Ort zurückkehren kann“, sagt Cavanagh. Diese Ruhe vor dem Tod wolle sie auch anderen Menschen nahebringen.
Sie sei mittlerweile sogar dankbar für Schlaganfälle, die ihr diese Erfahrung möglich gemacht haben. An schlechten Tage frage sie sich, ob sie die richtige Entscheidung getroffen habe, gesteht sie. „Aber dann erkenne ich, dass ich so die Möglichkeit habe, die Botschaft zu verbreiten, dass wir alle aus einem bestimmten Grund hier sind.“ (jbü)
































