Abgabe auf Softdrinks geplantZuckersteuer auf Cola & Co.? So würde sie unseren Einkauf verändern

SYMB/GETRAENKE - Regal mit Coca Cola Sprite Fanta Plastik Einwegflaschen im Getraenkemarkt zum Verkauf
Der Griff ins Getränkeregal könnte für Millionen Deutsche ab 2028 deutlich teurer werden.
picture alliance / ABBfoto / -

Jetzt könnte Cola teurer werden.
Jahrelang wehrte sich die Union gegen die Steuer auf Süßgetränke, jetzt soll sie ab 2028 doch Realität werden. Das Ziel: mehr Geld für die Krankenkassen und weniger Krankheiten durch zu hohen Zuckerkonsum. Für Verbraucher könnte das höhere Preise an der Kasse für Limo, Energy Drinks und Cola bedeuten.

Zehn Cent mehr pro Dose? Das steckt hinter dem Plan

Nach einem Entwurf aus dem Gesundheitsministerium soll ab 2028 eine gestaffelte Abgabe auf stark gezuckerte Getränke eingeführt werden. Bedeutet: Je mehr Zucker enthalten ist, desto höher könnte die Zusatzbelastung ausfallen. Wer mehr als acht Gramm Zucker pro 100 Milliliter in die Flasche füllt, soll nach dem Vorschlag der Expertenkommission mit 32 Cent extra pro Liter belastet werden.

Lese-Tipp: Wie ungesund sind Softdrinks wirklich? Der große Extrem-Test

So würde eine klassische Dose Cola um rund zehn Cent teurer werden. Zuckergesüßte Getränke mit weniger als fünf Gramm pro 100 Milliliter sowie Fruchtsäfte und mit Süßstoff gesüßte Getränke sollen dagegen von der Besteuerung ausgenommen werden.

Video-Tipp: Chronische Krankheiten - Ernährung ist oft Schlüssel für Linderung

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

450 Millionen Euro pro Jahr für das Gesundheitssystem

Laut dem Bericht rechnet das Ministerium mit jährlich rund 450 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen. Diese sollen der gesetzlichen Krankenversicherung zugutekommen. Unionsfraktionschef Jens Spahn meint, mit einer Zuckerabgabe könne man „einen echten Beitrag leisten für mehr Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen.”

Hintergrund sind steigende Kosten durch ernährungsbedingte Krankheiten wie Diabetes Typ 2, Übergewicht oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Allein ein Glas Limo enthält häufig bereits rund die Menge Zucker, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) pro Tag idealerweise empfiehlt.

Werden Getränke jetzt wirklich teurer?

Nicht zwingend. Die geplante Abgabe soll auch Hersteller dazu bewegen, den Zuckergehalt ihrer Produkte zu senken. Das Vorbild ist Großbritannien. Dort führte eine ähnliche Regelung dazu, dass viele Hersteller den Zuckeranteil senkten, statt Kunden mit höheren Preisen zu belasten. Heißt: Manche Getränke könnten teurer werden, andere könnten sich verändern.

Aus der Zuckerwirtschaft gibt es deutliche Kritik. Verbände warnen vor zusätzlicher Bürokratie und einem Eingriff in die Entscheidungsfreiheit der Verbraucher. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zeigt sich zurückhaltend. „Also ich wäre völlig dagegen, sage ich ganz ehrlich, wenn das jetzt nur zum Stopfen von Haushaltslöchern verwendet würde”, sagt er in der ARD-„Arena”. Die Diskussion dürfte deshalb weitergehen. (nha)

Verwendete Quellen: Bundesgesundheitsministerium, Spiegel