„Können wir nicht teilen”Datenschutz-Irrsinn! Berliner Polizei darf CSD-Attentäter Abdul Ballout nicht auf Social Media zeigen

Die Berliner Polizei fahndet mit einem Bild nach dem mutmaßlichen CSD-Attentäter.
Dieses Foto darf die Berliner Polizei nicht auf Social Media zeigen.
ntv.de / Polizei Berlin
von Laura Schuster und Roger Saha

Ganz Deutschland jagt einen Terroristen – doch die Berliner Polizei darf den CSD-Attentäter Abdul Ballout (21) nicht auf Social Media zeigen.

Datenschutz wichtiger als Fahndung nach Terroristen?

Seit dem Morgen fahndet die Berliner Polizei öffentlich nach dem Mann, der den CSD-Anschlag verübt haben soll: Abdul Ballout (21). Laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) ist er 2005 in Deutschland geboren worden und deutscher Staatsbürger libanesischer Abstammung.

Auf ihrem X-Profil fordert die Polizei die User auf, die Fahndung zu teilen. Doch hier zeigt sie den Mann, den sie sucht und vor dem sie eindringlich warnt, gar nicht.

Doch warum gibt es das Gesicht des Mannes, vor dem die Behörden ausdrücklich warnen, nicht zu sehen? Die Berliner Polizei schreibt dazu: „Aus datenschutzrechtlichen Gründen können wir dies nicht direkt auf Social Media teilen.”

Auf RTL-Anfrage sagt die Polizei: „Eine Fahndung darf nur mit richterlichem Beschluss gemacht werden, der genau sagt: ,Das darf veröffentlicht werden, das nicht.’” Die Polizei dürfe das nicht einfach so entscheiden. Aus diesem Grund würde man auf seine eigenen Seite verlinken.

Das Bundeskriminalamt erklärt auf seiner Homepage generell: „Fahndungsaufrufe zum Beispiel über Facebook und Instagram sind ein schwerwiegender Eingriff in die Persönlichkeitsrechte und erzielen in der Regel nur wenige Tage die Aufmerksamkeit der Bevölkerung.”

Erst, wer auf einen Link klickt, kann das Foto sehen. RTL zeigt den Mann ohne weitere Klicks.

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Beschreibung: So sieht Abdul Ballout aus

Der Mann wird von der Polizei wie folgt beschrieben: schlanke Statur, circa 1,90 m groß, schwarze Haare, schwarzer Hoodie und weiße Hose. Die Beamten warnen ausdrücklich vor dem mutmaßlichen Terroristen: „Bitte sprechen Sie die gesuchte Person bei Antreffen in keinem Fall an und meiden Sie den direkten Kontakt. Sie ist möglicherweise bewaffnet und gefährlich! Kontaktieren Sie unverzüglich den polizeilichen Notruf 110.”

Verwendete Quelle: Polizei Berlin, Bundeskriminalamt