Zwei junge Polizisten kamen ihm auf die SchlichePlattes Gras verrät Strom-Saboteur – Bodycam filmt Festnahme!

Es ist eine unscheinbare Spur, die eine tagelange Großfahndung beendet!
Zwei junge Autobahnpolizisten entdecken neben der A4 niedergetretenes Gras und folgen ihm ins Gebüsch. Dort stoßen sie auf den europaweit gesuchten mutmaßlichen Strom-Saboteur – und die Bodycam eines Beamten zeichnet alles auf.
Polizisten folgen platter Gras-Spur bei Weisweiler
Bis zu 1700 Einsatzkräfte suchen mehrere Tage nach dem 48-Jährigen. Doch am Ende sind es ausgerechnet zwei Autobahnpolizisten, die gar nicht Teil der groß angelegten Fahndung sind, die den entscheidenden Hinweis entdecken. Am Dienstagmorgen (8. September) fällt den Beamten neben der A4 bei Weisweiler etwas niedergetretenes Gras an einem Feldweg auf. Sie folgen der Spur und gehen rund 200 Meter weit ins Gebüsch. Dann entdecken sie einen Mann.
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Einer der Polizisten zieht seine Dienstwaffe und fordert ihn auf, sich auf den Boden zu legen. Der Verdächtige leistet keinen Widerstand und befolgt die Anweisungen. Nach Angaben der Beamten gibt er sofort zu, der Gesuchte zu sein. Wenig später klicken die Handschellen.
Im Video: Hier schnappen die Beamten Daniel V.
Bodycam zeigt Versteck des mutmaßlichen Strom-Saboteurs
Die Aufnahmen der Bodycam zeigen laut dpa auch, wie gut sich der 48-Jährige versteckt hatte. In einem Gebüsch steht ein getarntes Zelt, rund 800 Meter vom Kraftwerk Weisweiler bei Aachen entfernt. Zuvor hatte die Polizei das Gebiet sogar mit Hubschraubern und Drohnen abgesucht. Aus der Luft sei das Zelt wegen der Tarnung jedoch nicht zu erkennen gewesen, erklärt Einsatzleiter Frank Wißbaum. Auch sein eigenes Aussehen soll der Verdächtige stark verändert haben. „Die beiden jungen Kollegen haben das kriminalistisch richtig gut gemacht“, lobt Wißbaum die Autobahnpolizisten. Ihre Aufmerksamkeit und ihr Spürsinn hätten letztlich zum Fahndungserfolg geführt.
48-Jähriger soll Stromleitungen mit selbst gebauten Raketen attackiert haben
Der 48-Jährige steht im Verdacht, hinter mehreren Angriffen auf das Stromnetz in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen zu stecken. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll er selbst gebaute Raketen genutzt haben, um dünne Drähte über Hochspannungsleitungen zu schießen und so Kurzschlüsse auszulösen.
Für die Polizei wird die Suche zum Puzzlespiel. Die Tatorte liegen teilweise mehr als 700 Kilometer voneinander entfernt. Hinzu kommen Bekennerschreiben, die der mutmaßliche Täter nach Angaben des Einsatzleiters unter seinem Klarnamen an Medien verschickt. „Uns war klar: Der Täter wollte erkannt und gefunden werden“, sagt Wißbaum rückblickend. Warum, bleibt für die Ermittler zunächst rätselhaft.
Polizei sucht Strom-Saboteur im Hambacher Forst
Eine Spur führt die Ermittler zunächst in Richtung Hambacher Forst. Die Polizei hält es für möglich, dass der Gesuchte Kontakt zur dortigen Klimaschützer-Szene suchen könnte. Ganz in der Nähe entdecken Beamte den auffälligen Camping-Lkw, mit dem der Mann zuvor unterwegs gewesen sein soll.
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Auch dieses Fahrzeug habe der Verdächtige auffällig zurückgelassen, erklärt Wißbaum. Mehrere Hundertschaften durchsuchen daraufhin am Wochenende den Hambacher Forst – ohne Erfolg. Erst am Montag gibt es einen neuen konkreten Hinweis. Am Kraftwerk Weisweiler werden weitere Abschussvorrichtungen sowie ein drittes Bekennerschreiben entdeckt. Darin nimmt der Verfasser laut Polizei auf aktuelle Medienberichte und die laufenden Ermittlungen Bezug. Für die Fahnder ist damit klar: Der Gesuchte verfolgt ihre Arbeit offenbar genau.
Noch während der Fahndung zündet eine weitere Rakete
Die Polizei konzentriert ihre Suche nun auf die Umgebung des Kraftwerks. Und tatsächlich kommt es am Montagabend gegen 21 Uhr noch einmal zu einem Zwischenfall: Während der Polizeieinsatz bereits läuft, zündet nach Angaben Wißbaums eine weitere Rakete.
Sie verfehlt allerdings die Hochspannungsleitung, auf die sie gerichtet gewesen sein soll. Schaden entsteht nicht.
Nur wenige Stunden später endet die Fahndung. Bei Tagesanbruch entdecken die beiden Autobahnpolizisten das platt getretene Gras neben der A4 – und folgen genau der Spur, die sie schließlich zum mutmaßlichen Strom-Saboteur führt. (anr)
Verwendete Quelle: dpa






























