Namens-Wahl mit großer Symbolik Warum Edin Hasanovic im Frankfurt-Tatort Hamza heißt und warum das einen Vater besonders berührt

Melika Foroutan (r.) und Edin Hasanovic sind seit Oktober 2025 das Frankfurter Ermittler-Duo der ARD-Krimiserie Tatort
Melika Foroutan (r.) und Edin Hasanovic sind seit Oktober 2025 das Frankfurter Ermittler-Duo der ARD-Krimiserie Tatort
ULRICH-BAUMGARTEN

Hinter seinem Rollennamen verbirgt sich ein Appell!
Wenn Edin Hasanovic am 1. Advent zum zweiten Mal als Tatort-Kommissar Hamza Kulina in Frankfurt im Ersten ermittelt, ist das ein Aufruf an alle Zuschauer. Ein Aufruf gegen das Vergessen. Hamza ist auch der Name eines der Opfer des Terroranschlags von Hanau am 19. Februar 2020.

„Diese Geste ist mehr als ein Name”

Laut Hessischem Rundfunk hatte Hasanovic den Vater des ermordeten Hamza Kurtovic um sein Einverständnis gebeten, den Vornamen seines Sohnes in diesem Sinne zu verwenden. Dieser sei berührt von Hasanovic‘ Anliegen gewesen, berichtet die „Gelnhäuser Neue Zeitung“ (GNZ).

Das Blatt zitiert aus dem Instagram-Post von Armin Kurtovic zur ersten Folge des neuen Frankfurter Ermittler-Duos: „Lieber Edin, dass du deine Rolle Hamza genannt hast - in Erinnerung an meinen Sohn - hat mich tief bewegt. Diese Geste ist mehr als ein Name. Sie ist ein Zeichen gegen das Vergessen und dafür, dass Hamzas Geschichte weiterlebt.“

Video-Tipp (Archiv): Wie geht es den Hanauern zwei Jahre nach dem Anschlag?

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Opfer-Familie kämpft für vollständige Aufklärung der Tat

Der Anschlag im hessischen Hanau im Februar 2020 erschütterte ganz Deutschland. Ein rassistischer Mörder tötete neun Menschen, ehe er seine Mutter und sich selbst umbrachte. Eines der Terroropfer: Hamza Kurtovic, der in einem Lokal in Hanau erschossen wurde. Eine Tat, die seine Eltern nicht loslässt. Sie kämpften „bis heute darum, dass die Hintergründe der Tat vollständig aufgeklärt werden“, so die GNZ.

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Opferfamilien äußern immer wieder die Ansicht, dass die Behörden nicht genug getan haben, um die Tat zu verhindern. So sagte beispielsweise Opfermutter Emiş Gürbüz im Dezember 2021 im RTL-Interview, dass sie nicht verstehe, dass es zu der Tat kommen konnte, „obwohl der Attentäter zuvor Hasstiraden und Todesdrohungen im Internet gegen Menschen veröffentlicht habe“. Sie kritisierte, dass der Täter einen Waffenschein besessen habe „und in aller Ruhe im Schützenverein für seine grässliche Tat üben” durfte.

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Auch Jahre nach der Tat gibt es zudem immer wieder Ärger um den Vater des Mörders, der wiederholt durch rassistische Äußerungen auffiel und Hinterbliebene der Opfer regelrecht stalkte. Deswegen war der damals 77-Jährige 2024 unter anderem wegen Volksverhetzung, Beleidigung, Nötigung und anderer Delikte zu einer Geldstrafe von 21.600 Euro verurteilt worden

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche; Hessischer Rundfunk; Gelnhäuser Neue Zeitung