„Jetzt ist er über das ganze Land verteilt“Mit der Asche ihres toten Verlobten im Gepäck: Frau reist allein in die Flitterwochen

Sie planten ihre Traumreise nach Schottland – doch dann starb Kris Spencer völlig unerwartet.
Fast zwei Jahre später reist seine Verlobte Alicia Sott trotzdem an den Sehnsuchtsort ihres Partners und erlebt dort einen emotionalen Neuanfang.
Aus Vorfreude wurde ein Albtraum
Alicia Scott (35) aus Wolfville in der kanadischen Provinz Nova Scotia und Kris Spencer waren neun Jahre lang ein Paar. Die beiden planten ihre Hochzeit und wollten anschließend ihre Flitterwochen in Schottland verbringen – dem Land, das ganz oben auf Kris’ Bucket List stand. Doch dazu sollte es nie kommen.
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Im Oktober 2024 geriet der Diabetes des damals 37-Jährigen außer Kontrolle: Seine Blutzuckerwerte stiegen auf lebensbedrohliche Werte, er fiel in ein diabetisches Koma und erlitt anschließend Leberversagen. Trotz intensivmedizinischer Behandlung starb Kris wenige Tage später.
„Er war mein bester Freund“, sagt Alicia. Besonders schmerzhaft sei gewesen, dass sie sich nie wirklich verabschiedet hätten. Statt eines endgültigen Abschieds habe sie ihm nur gesagt: „Bis später.“
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Allein in die Flitterwochen – aber nicht ohne ihn
Fast zwei Jahre später fasste Alicia einen Entschluss. Sie wollte die Reise antreten, die eigentlich ihre Hochzeitsreise hätte werden sollen. „Ich wollte ihn ehren und gleichzeitig mein neues Leben“, erzählt sie der Scottish Sun. „Das hat mir gezeigt, dass man das Leben wirklich packen muss.“
Am 15. Juni machte sie sich gemeinsam mit ihrer Schwester auf den Weg nach Schottland. Mehr als zwei Wochen lang reiste sie durchs Land, bevor sie Anfang Juli wieder nach Kanada zurückkehrte.
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An seinem Sehnsuchtsort streute sie seine Asche aus
Bei ihrer Reise besuchte Alicia zahlreiche Orte, die Kris unbedingt hatte sehen wollen. Besonders emotional wurde der Besuch von Buchanan Castle. Die Burgruine war Kris’ absoluter Lieblingsort auf seiner persönlichen Wunschliste. Als er die Anlage einmal im Fernsehen gesehen hatte, war er sofort fasziniert – auch weil sie denselben Namen trägt wie der Mädchenname seiner Mutter.
Mit einem Teil seiner Asche im Gepäck erfüllte Alicia ihm diesen Wunsch.
„Es regnete in Strömen, dazu Donner – es war unglaublich dramatisch und gleichzeitig friedlich“, erinnert sie sich. Dort streute sie einen Teil seiner Asche aus. Auch an weiteren Orten in Schottland ließ sie kleine Mengen zurück. „Jetzt ist er über das ganze Land verteilt.“

Schottland wurde zu einem Ort der Heilung
Vor der Reise hatte Alicia befürchtet, die gemeinsame Traumreise würde ihre Trauer nur noch verstärken. Doch das Gegenteil trat ein. „Es gab viele Tränen, aber es war nicht so dunkel, wie ich erwartet hatte. Es war heilend.“ Heute empfindet sie die Reise als einen wichtigen Abschluss. „Ich werde ihn immer lieben und nie vergessen. Aber jetzt fühlt es sich so an, als könnte ich mein Leben weiterleben, ohne dieses schwere Gefühl, dass wir unsere Flitterwochen nie erlebt haben. Wir haben sie geschafft.“
Außerdem besuchte sie unter anderem das Commando Memorial in Lochaber, weil sich Kris sehr für Militärgeschichte interessierte.
Zu ihren emotionalsten Momenten zählt ein Sonnenaufgang bei Craig östlich von Plockton. „Ich habe geweint. Es war der schönste Sonnenaufgang, den ich je gesehen habe.“
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Brückensprung, Whisky und jede Menge Gebäck
Neben den bewegenden Momenten sammelte Alicia auch viele neue Erinnerungen. Sie wagte beim Highland Fling einen Sprung von einer Brücke, wanderte stundenlang durch die Alva Glen, probierte schottischen Whisky und besuchte eine Gin-Destillerie am Loch Ness.
Besonders begeistert war sie von den kleinen Cafés und Bäckereien. „Ich glaube, ich habe allein durch all die Backwaren etwa sieben Kilo zugenommen“, sagt sie lachend. Am Ende ihrer Reise steht für Alicia vor allem eines fest: „Schottland war genau das, was ein trauerndes Herz braucht. Es ist wunderschön – und die Menschen dort genauso.“
Verwendete Quelle: The Sun


