Jetzt wird um das Sorgerecht gestrittenLeihmutter weigert sich, Baby mit Herzfehler abzutreiben

Plötzlich soll sie das Baby, das in ihrem Bauch wächst, nicht mehr zur Welt bringen.
Nach der Diagnose eines schweren Herzfehlers wünschen sich die Wunscheltern laut Leihmutter McKenna West einen Schwangerschaftsabbruch. Doch die Krankenschwester weigert sich – und bringt das Kind schließlich in Texas zur Welt. Die Wunscheltern wiederum befürchten nun, dass West ihnen ihr Kind nach der Geburt vorenthalten will.
McKenna West will als Leihmutter den Kinderwunsch einer anderen Familie erfüllen
McKenna West lebt in Alaska, arbeitet als Krankenschwester und ist alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Für mehr finanzielle Sicherheit – ohne wertvolle Zeit mit ihren Kindern zu verlieren, entscheidet sich West, als Leihmutter ein Baby für ein Paar auszutragen, das nach ihren Angaben selbst keine Kinder bekommen kann.
Der zweifachen Mutter ging es jedoch nicht nur ums Geld: Im Interview mit Live Action – einer christlich-konservativ geprägten Organisation, die sich gegen Abtreibungen engagiert – betont West, dass es ihr zugleich darum gegangen sei, einer Familie ihren Kinderwunsch zu erfüllen. „Ich fand, es wäre eine äußerst lohnende Sache für eine Familie, ihnen den Segen eines Kindes zu geben”, erklärt West dort.
Die Schwangerschaft verläuft zunächst problemlos. Regelmäßige Untersuchungen geben keinen Anlass zur Sorge, West schickt den Wunscheltern Ultraschallbilder. Dann verändert ein Termin alles.
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Ärzte entdecken schweren Herzfehler bei dem ungeborenen Jungen
Etwas nach der 20. Schwangerschaftswoche stellen Ärzte fest, dass die linke Seite des Herzens des Babys nicht richtig entwickelt ist. Ein Spezialist diagnostiziert laut West ein hypoplastisches Linksherzsyndrom (HLHS).
Für Kinder mit diesem angeborenen Herzfehler beginnt nach der Geburt in der Regel eine intensive medizinische Behandlung. Auch das Baby in Wests Bauch sollte mehrere Operationen benötigen. Der erste Eingriff müsse nach Angaben der Leihmutter bereits kurz nach der Geburt erfolgen.
Nach der Diagnose verändert sich laut der Leihmutter auch das Verhältnis zu den Wunscheltern. West erzählt, sie habe wie zuvor gefragt, ob sie ihnen die neuen Ultraschallbilder schicken dürfe. Daraufhin habe sie erfahren, dass das Paar die bisherigen Bilder bereits vom Kühlschrank genommen habe. Der direkte Kontakt bricht laut West anschließend weitgehend ab, die Kommunikation läuft über die Leihmutterschaftsagentur, sagt sie.
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Wunscheltern entscheiden sich zunächst für Schwangerschaftsabbruch
Nur wenige Tage später soll West während ihrer Arbeit einen Anruf von ihrer Ansprechpartnerin bei der Agentur bekommen haben. Die Nachricht habe sie hart getroffen: „Dieses Paar, für das ich das Baby austragte, hatte beschlossen, dass ich die Schwangerschaft abbrechen solle”, erklärt McKenna West im Interview mit Live Action.
Die Wunscheltern Omar Ahmed und Nausheen Gilkar schildern die Situation laut ABC News in Gerichtsunterlagen aus ihrer Perspektive. Nach „herzzerreißenden Gesprächen mit Ärzten und eigenen Recherchen über das Leid und die Lebensqualität von HLHS-Babys“ habe das Paar die „schwere Entscheidung” eines Schwangerschaftsabbruches getroffen – eine Entscheidung, der West laut der Anwälte der Eltern erst einmal zustimmte: „Es ist unstrittig, dass West zunächst zustimmte und selbst den ersten Termin vereinbarte”, heißt es in der Klageschrift.
West wiederum fühle sich nach eigener Aussage in die Enge getrieben. Denn in dem Leihmutterschaftsvertrag seien offenbar auch Regelungen für einen Schwangerschaftsabbruch bei medizinischen Problemen enthalten. Sie sei darauf hingewiesen worden, dass ihr bei einer Weigerung hohe finanzielle Forderungen drohen könnten. „Ich könnte mit über 200.000 Dollar rechnen müssen”, stellt West bei Live Action im Interview klar.
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McKenna plant zunächst Abtreibung in Seattle – dann ändert ein Anruf alles
Nach der Entscheidung der Eltern vereinbart West zunächst einen Abtreibungstermin in Seattle. Sie wäre zu diesem Zeitpunkt bereits etwa in der 22. Schwangerschaftswoche gewesen.
Doch West habe die Reise schließlich um eine Woche aufgeschoben. Dann meldet sich ihr älterer Bruder. Er und seine Frau seien bereit, den Jungen zu adoptieren, falls dies einen Ausweg aus der Situation ermögliche. Vor allem aber versichert er seiner Schwester, dass ihre Familie hinter ihr stehe – selbst wenn ein teurer Rechtsstreit folgen sollte.
Für West ist dieses Gespräch der Wendepunkt. „Er ist ein Kämpfer und verdient es, von Menschen umgeben zu sein, die zu 100 Prozent bereit sind, an seiner Seite zu kämpfen”, stellt sie im Interview klar. Sie entscheidet sich endgültig gegen den geplanten Schwangerschaftsabbruch und sucht Unterstützung.
Die Wunscheltern wiederum geben laut ABC News an, West habe nach ihrem Sinneswandel den Kontakt zu ihnen abgebrochen.
McKenna reist nach Texas – Wunscheltern sorgen sich um Baby
Wie McKennas Freundin Ellen in einer Spendenkampagne für die Leihmutter schreibt, findet West schließlich Anwälte, die sie in ihrer Entscheidung unterstützen. Die hochschwangere Krankenschwester reist demnach nach Texas, wo ein Ärzteteam bereitsteht, das Baby – welches sie selbst Gabriel nennt – nach seiner Geburt medizinisch zu versorgen. Den Flug von West und ihren beiden Kindern nach Texas bezahlte laut ABC News die Anti-Abtreibungsorganisation Live Action.
Diese Entscheidung wird von den Eltern, die das Kind Rumi nennen, jedoch kritisch beäugt: Aus Gerichtsdokumenten gehe hervor, dass sie zwischenzeitlich entschieden hatten, dass West ihr Kind in Kalifornien zur Welt bringen sollte, wie ABC News berichtet. „West schadet Rumi, indem sie nach Texas umzieht und ihn so zwingt, in Texas geboren zu werden, fernab seiner Eltern und des spezialisierten Herzteams in Los Angeles, das ihn lebenslang betreuen wird“, lautet die Klageschrift. Dadurch müsse das Baby nach dem Behandlungsstart noch einmal verlegt werden.
Laut dem Spendenaufruf habe die Entscheidung allerdings weitere Konsequenzen: West werde wegen ihrer Weigerung, die Schwangerschaft abzubrechen, verklagt. „Sie kämpft in mehreren Bundesstaaten für ihr Recht auf medizinische Behandlung und dafür, dass Gabriel nach seiner Geburt nicht die lebensrettende Operation verweigert wird”, heißt es dort weiter.
Wie ABC News berichtet, habe der republikanische Generalstaatsanwalt von Texas, Ken Paxton, den Eltern vorgeworfen, der lebensrettenden Operation des Babys nicht zugestimmt zu haben. Der Generalstaatsanwalt soll sich wenige Tage vor der Geburt in den Fall eingemischt haben, indem er zwei Krankenhäuser in Dallas auf ihre rechtliche Verpflichtung, dem Baby lebensrettende medizinische Maßnahmen zukommen zu lassen, verwies.
Diesen Vorwurf weisen Omar Ahmed und Nausheen Gilkar jedoch zurück. Ihr Anwalt Lee Budner kritisiert Paxtons Eingreifen scharf und wirft ihm vor, aus einer Familientragödie ein „politisches Theaterstück“ zu inszenieren. Das Paar kämpfe sogar mit der Befürchtung, dass West versuche, ihnen ihr „Kind nach der Geburt vorzuenthalten”.
Baby Gabriel ist geboren – doch um das Sorgerecht wird noch gestritten
Am Mittwoch bringt McKenna West den kleinen Gabriel in Texas zur Welt. Wie CBS News berichtet, hat ein Gericht bereits vor der Geburt angeordnet, dass der Junge die medizinisch notwendigen lebensrettenden Maßnahmen erhalten muss.
West, die laut ABC News mit der Unterstützung von der konservativen christlichen Organisation Alliance Defending Freedom das Sorgerecht beantragte, darf derzeit keinen Kontakt zum Neugeborenen haben. Die medizinischen Entscheidungen liegen zunächst bei den Wunscheltern.
Omar Ahmed und Nausheen Gilkar führen in den Gerichtsakten an, dass ein kalifornisches Gericht der Meinung ist, West habe keinen Anspruch auf das Sorgerecht, so ABC News. West will jedoch weiter um das Sorgerecht kämpfen.
Verwendete Quellen: YouTube/Live Action, GiveSendGo/Ellen Fisher, CBS News, ABC News


































