„Ich habe lange mit mir gerungen“Baby per Leihmutter: Jetzt spricht Jens Spahn!

Jens Spahn und Daniel Funke sind Eltern geworden.
Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke sind Eltern geworden.
Instagram/daniel_f_punkt
von Sebastian Fuhrmann und Camilla Koziol

Diese Nachricht wurde nicht nur positiv aufgenommen.
CDU-Politiker Jens Spahn (46) und sein Ehemann Daniel Funke (44) sind Eltern geworden - per Leihmutterschaft in den USA. In Deutschland hat das eine heftige Debatte ausgelöst, die in Rücktrittforderungen an Spahn gipfelt. Denn Leihmutterschaft ist hier verboten. Mit Bild hat der Unions-Fraktionsvorsitzende im Bundestag nun erstmals über die scharfe Kritik und seine politische Zukunft gesprochen.

Bewusste Entscheidung für Leihmutter aus den USA

Im Gespräch mit dem stellvertretenden Bild-Chefredakteur Paul Ronzheimer in dessen Podcast äußert sich Spahn erstmals ausführlich zu der Kritik. Die Entscheidung für eine Leihmutterschaft sei ihm nicht leicht gefallen. Er habe lange mit sich gerungen und zwischen seinem persönlichen Kinderwunsch und seiner politischen Haltung abgewogen. Letztlich hätten er und sein Ehemann sich bewusst für eine Leihmutter in den USA entschieden, wo das Verfahren unter strengen Auflagen stattfinde.

Lese-Tipp: Spahn nutzt Leihmutterschaft: Ist das Doppelmoral oder seine Privatsache?

Spahn über seinen Sohn Georg: „Es ist einfach toll, es ist ein tolles Gefühl.“ Er spüre die neue Verantwortung gegenüber dem Kleinen, ihm „zu helfen, hoffentlich ein guter Mensch zu werden, seinen Platz im Leben zu finden und auch was weiterzugeben“. Sein Mann und er hatten den Wunsch nach einem eigenen Kind „von Anfang an beide gehabt, und jetzt sind wir Familie und freuen uns“.

Die Kritik weist der CDU-Politiker zurück. Für seinen Sohn seien Liebe, Geborgenheit und Unterstützung das Wichtigste. Zugleich kündigt Spahn an, sich der politischen Debatte zu stellen, seine Familie aber schützen zu wollen. Er räumt außerdem ein, rückblickend einen Fehler gemacht zu haben: Bereits auf dem CDU-Parteitag im Februar hätte er sich zu seiner persönlichen Situation äußern sollen. Damals sei er dazu aber noch nicht bereit gewesen.

Mit Blick auf seine politische Zukunft reagiert Spahn zurückhaltend. Über Rücktrittforderungen aus den eigenen Reihen wolle er nach der Sommerpause mit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sprechen.

Ob er Fraktionschef bleiben werde, müsse letztlich die Fraktion entscheiden. Bundeskanzler Friedrich Merz habe er vorab über die bevorstehende Geburt informiert. Merz habe ihm gratuliert, zugleich aber eingeräumt, dass die Situation politisch schwierig sei.

Verwendete Quelle: Bild, eigene RTL-Recherche