Tragödie in den Alpen18-jähriger Wanderer stürzt in den Tod, weil App ausgefallen ist

Der tiroler Polizeihubschrauber Libelle
Der Hubschrauber Libelle brachte die Leiche nach Innsbruck (Symbolbild).
dpa / Juergen Feichter / EXPA
von Philipp Petersdorff

Drei Freunde verlassen sich beim Aufstieg zum Kemacher-Gipfel auf eine Outdoor-App.
Als die Anwendung plötzlich ausfällt, verlieren sie die Orientierung – wenig später stürzt einer der jungen Männer rund 200 Meter in die Tiefe.

Plötzlich versagt die Navigation

Nach Angaben der Tiroler Polizei starten drei befreundete Ungarn (alle 18) am 23. Juli von der Talstation der Hungerburgbahn ihre Bergtour. Nach einer Pause setzten sie ihren Aufstieg gegen 13 Uhr fort und orientierten sich dabei mit einer Outdoor-App.

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Im steilen Gelände kam es dann zu einem folgenschweren Problem. Die Outdoor-App fiel aus. Laut Polizei verloren die drei jungen Männer dadurch die Orientierung und stiegen in Richtung des Gipfelkreuzes am Kemacher weiter durch steiles, wegloses Gelände. Auf rund 2.300 Metern Höhe entschieden sie sich schließlich zur Umkehr. Doch der Abstieg wurde zur Katastrophe.

18-Jähriger stürzt 150 bis 200 Meter ab

Beim Abstieg verlor einer der jungen Männer im extrem steilen, grasigen und felsdurchsetzten Gelände den Halt. Der 18-Jährige stürzte laut Polizei etwa 150 bis 200 Meter über den Hang ab und blieb leblos in einer Schotterrinne liegen.

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Einer seiner Begleiter setzte sofort einen Notruf ab, während der andere zu dem Gestürzten abstieg. Er konnte jedoch keine Lebenszeichen mehr feststellen. Auch der Notarzt des Rettungshubschraubers konnte nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen. Die beiden Freunde wurden anschließend von den Einsatzkräften in Sicherheit gebracht. Die Bergung des Verstorbenen übernahm der Polizeihubschrauber.

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Bergrettung warnt vor blindem Vertrauen in Apps

Der Unfall zeigt nach Einschätzung von Experten, dass Navigations-Apps am Berg zwar eine wertvolle Hilfe sein können, klassische Orientierung und Tourenplanung aber nicht ersetzen. Gegenüber dem ORF betonte die Bergrettung, elektronische Hilfsmittel könnten ausfallen oder keinen Empfang haben. Deshalb sollten Bergsteiger Kartenmaterial dabeihaben und ihre Route auch ohne Smartphone einschätzen können.

Verwendete Quellen: Landespolizeidirektion Tirol, derstandard.at, tirol.orf.at