Ungeahnte Gefahr in BergenElf Wanderer im Krankenhaus – Frankreich warnt vor Gebirgswasser

Kristallklares Wasser aus einem Gebirgsbach wirkt so erfrischend und harmlos.
Doch genau das wurde elf Wanderern in den französischen Pyrenäen jetzt zum Verhängnis. Nach einer Serie von schweren Erkrankungen schlagen die Behörden Alarm und warnen ausdrücklich vor einem weitverbreiteten Irrtum.
Ein Schluck aus dem Gebirgsbach – kurz darauf heftiger Brechdurchfall.
In den französischen Pyrenäen mussten innerhalb weniger Tage mehrere Wanderer nach dem Trinken von Wasser aus Bächen und Seen medizinisch versorgt werden. Zwei Gruppen mit insgesamt neun Menschen wurden per Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Tarbes geflogen. Bereits am Vortag hatten zwei weitere Wanderer dieselben Beschwerden entwickelt.

Bergretter schlagen Alarm
Für die Bergretter ist das längst kein Einzelfall mehr. Nach Angaben des Leiters der örtlichen Bergrettung, Sébastien Abbadie, gab es allein im vergangenen Jahr mehr als 50 Einsätze wegen Erkrankungen nach dem Trinken von Gebirgswasser. Gegenüber dem Sender Ici sagte er: „Wir haben jeden Tag Einsätze.“
Die Präfektur der Hautes-Pyrénées reagierte nun mit einer eindringlichen Warnung. Auch wenn das Wasser klar, kalt und sauber aussehe, könne es gesundheitsgefährdende Keime enthalten.
Warum auch Quell-Wasser gefährlich sein kann
Als mögliche Ursachen nennen die Behörden Fäkalien von Wild- und Nutztieren sowie menschliche Hinterlassenschaften, die Bäche, Flüsse und Bergseen verunreinigen können. Dadurch können Krankheitserreger ins Wasser gelangen und schwere Magen-Darm-Erkrankungen auslösen.
Deshalb raten die Behörden dringend dazu, ausschließlich sicheres Trinkwasser – etwa Leitungswasser oder Wasser aus Flaschen – zu verwenden.
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Beliebter Wander-Trend in der Kritik
Besonders kritisch sehen die Rettungskräfte den zunehmenden Einsatz von Filterflaschen. Nach ihren Beobachtungen verzichten immer mehr Wanderer auf ausreichende Wasservorräte und verlassen sich stattdessen darauf, unterwegs Wasser aus Bächen oder Seen zu filtern.
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Genau davor warnen die Behörden jedoch ausdrücklich. Filterflaschen reichten nicht aus, um Wasser aus der Natur zuverlässig von Krankheitserregern zu befreien. Auch der französische Wanderverband empfiehlt, sie nur im absoluten Notfall zu verwenden.
Stattdessen lautet die Empfehlung, für jede Stunde Wanderung mindestens einen halben Liter Trinkwasser mitzunehmen. Wer unterwegs nachfüllen muss, sollte dafür die Wasserversorgung in Berghütten oder andere sichere Trinkwasserstellen nutzen.
Verwendete Quellen: dpa, ouest-france.fr































