Eltern wegen Mordes angeklagt Siebenjähriger stirbt an Fettleibigkeit und Vernachlässigung

Casper O´Brien (†7) wog vor seinem Tod 116 Kilogramm
Casper O`Brien (†7) wog vor seinem Tod 116 Kilogramm
Flint Township Police Department

Ein Schicksal, das fassungslos macht.
Der kleine Casper wurde nur sieben Jahre alt. Als der Junge starb, wog er 116 Kilogramm. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft seine Eltern wegen Mordes angeklagt. Die Vorwürfe der Ermittler zeichnen das Bild einer jahrelangen, erschütternden Vernachlässigung.

Totschlag, Kindesmisshandlung und Folter

Als die Rettungskräfte Anfang November zu einem heruntergekommenen Haus im US-Bundesstaat Michigan gerufen werden, müssen sie schon um das Leben eines kleinen Jungen kämpfen. Doch jede Hilfe kommt zu spät. Der siebenjährige Casper stirbt kurze Zeit später im Krankenhaus. Was die Ermittler anschließend ans Licht bringen, erschüttert selbst erfahrene Strafverfolger.

Die Eltern des Jungen, Damien (40) und Jessica O’Brien (41), müssen sich nun wegen Mord zweiten Grades, Kindesmisshandlung und Folter verantworten. Bei „Mord zweiten Grades” handelt es sich um einen Straftatbestand des US-Rechts, der eine vorsätzliche Tötung ohne nachgewiesene Planung oder besonders rücksichtsloses Verhalten mit tödlichen Folgen umfasst. Im deutschen Rechtssystem kommt das dem Totschlag gleich. Die Staatsanwaltschaft wirft den Eltern vor, ihren Sohn über Jahre hinweg in einem Ausmaß vernachlässigt zu haben, das schließlich zu seinem Tod geführt habe.

Jessica und Damien O´Brien, Caspers Eltern
Jessica und Damien O´Brien, Caspers Eltern
Flint Township Police Department

Casper war sieben Jahre alt und wog 116 Kilogramm

Casper war zum Zeitpunkt seines Todes 1,27 Meter groß und wog 116 Kilogramm. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde liegt ein gesundes Gewicht für Jungen seines Alters und seiner Größe bei etwa 23 bis 33 Kilogramm. Er wog also etwa vier bis fünf Mal so viel, wie er sollte. Laut dem medizinischen Untersuchungsbericht starb der Siebenjährige an einer erweiterten Herzmuskelschwäche, die zu Herzversagen führte. Als mitursächlicher Faktor wurde seine krankhafte Fettleibigkeit festgestellt.

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„Außergewöhnliche, schreckliche Vernachlässigung“

Der Junge soll niemals eine Schule besucht haben. Nach Erkenntnissen der Ermittler war er lediglich ein einziges Mal bei einem Arzt. Obwohl sein Vater einer festen Arbeit nachging und die Familie krankenversichert gewesen sein soll, erhielt Casper offenbar keine regelmäßige medizinische Versorgung. „Auf den ersten Blick handelt es sich hier um grausames und extremes Leid, das dieses Kind aufgrund der Vernachlässigung durch seine Eltern ertragen musste“, erklärte der zuständige Staatsanwalt David Leyton.

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Besonders ein Detail sorgt in den USA für Entsetzen

Am Morgen von Caspers Tod sollen seine Eltern zunächst ihren Tierarzt kontaktiert haben, weil ihr Hund medizinische Hilfe benötigte. Wenig später folgte der Notruf für ihren Sohn. Dieses zeitliche Zusammentreffen erwähnte Staatsanwalt Leyton ausdrücklich bei der Vorstellung der Anklage.

Kinder lebten völlig abgeschottet

Im Haus der Familie lebte außerdem Caspers fünfjährige Schwester. Auch sie soll nie einen Kindergarten besucht haben. Die Polizei beschreibt das Gebäude als typischen Messie-Haushalt. Nach Angaben der Ermittler war die Familie den Behörden praktisch unbekannt. Weder das Jugendamt noch andere staatliche Stellen hätten die Kinder zuvor erfasst. „Diese Kinder existierten praktisch nicht in den Augen der Behörden“, sagte Leyton. Niemand habe gewusst, dass sie dort lebten. Die fünfjährige Schwester befindet sich inzwischen nicht mehr bei ihren Eltern.

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Eltern bleiben in Untersuchungshaft

Damien und Jessica O’Brien weisen die Vorwürfe bislang nicht öffentlich zurück. Beide sitzen ohne Möglichkeit auf Kaution im Gefängnis des Genesee County. Der nächste Gerichtstermin ist für den 2. Juli angesetzt. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, drohen ihnen langjährige Haftstrafen.

Verwendete Quellen: nypost.com, metro.co.uk