Retter seilen sich 70 Meter abBergwacht muss Handy retten – diese Suchaktion kostet 1000 Euro

Die Bergwacht Sachsen hat das Handy „gerettet”
Die Bergwacht Sachsen hat das Handy „gerettet” (Symbolbild)
picture alliance / ZB | Arno Burgi

Ausgerechnet das Smartphone liefert den entscheidenden Hinweis.
Ein kurzer Rempler und das Smartphone einer Wanderin ist verschwunden. Im Basteigebiet in der Sächsischen Schweiz landet es rund 70 Meter unterhalb eines Aussichtspunktes. Um es zurückzuholen, beginnt eine ungewöhnliche Suchaktion.

Plötzlich liegt das Handy 70 Meter in der Tiefe

70 Meter geht es an der Wehlsteinaussicht in die Tiefe. Genau dort verschwindet am Freitagabend (14. August) das Handy einer Wanderin über einer Felskante. Selbst hinterherzuklettern wäre keine gute Idee. Stattdessen wird das verlorene Smartphone zu einem Fall für die Bergwacht. Wie die Sächsische Zeitung berichtet, sprechen die Einsatzkräfte das weitere Vorgehen mit der Besitzerin ab. Schließlich seilen sich zwei Bergretter unterhalb der Aussicht ab und machen sich auf die Suche.

Lese-Tipp: Bergrettung schlägt wegen TikTok-Alpinisten Alarm

Doch wie findet man ein Smartphone irgendwo unterhalb einer 70 Meter hohen Felskante? Ausgerechnet das vermisste Gerät liefert den entscheidenden Hinweis. Über die Ortungsfunktion des Herstellers lösen die Einsatzkräfte ein akustisches Signal aus. So können die Bergretter das Handy aufspüren und anschließend wieder nach oben steigen. Rund eine Stunde dauert die ungewöhnliche Aktion.

Damit könnte die Geschichte eigentlich mit einem glücklichen Wiedersehen von Besitzerin und Smartphone enden. Doch die Sache hat einen ziemlich teuren Haken.

Video-Tipp: Abenteuerliche Rettung! Mann ist tagelang hinter Wasserfall gefangen

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Für die Handy-Bergung werden rund 1000 Euro fällig

Die Bergwacht rechnet für den Einsatz voraussichtlich rund 1000 Euro ab. Und diese Kosten muss die Besitzerin des Handys selbst tragen. Der Bereitschaftsleiter der Bergwacht Sebnitz erklärt der Sächsischen Zeitung auch, warum. Die Bergwacht rettet im Rahmen ihres öffentlich finanzierten Rettungsdienstes Menschen in Not. Das Bergen eines verlorenen Gegenstands gehört dagegen nicht zu diesem Auftrag.

Solche zusätzlichen Leistungen kann der DRK-Kreisverband Sebnitz deshalb in Rechnung stellen. Dazu zählen laut Bericht neben der Bergung von Gegenständen beispielsweise auch Tier- und Leichenbergungen. Ganz überraschend flattert die Rechnung der Handybesitzerin allerdings nicht ins Haus. Ein Fachberater habe sie vor Beginn der Suche über die voraussichtlichen Kosten aufgeklärt. Erst nachdem die Frau mündlich zugestimmt hatte, machten sich die Bergretter auf den Weg.

Lese-Tipp: Wanderer wählen Notruf – dann lehnen sie jede Hilfe ab

Wie teuer ein solcher Einsatz am Ende wird, richtet sich unter anderem danach, wie viele Bergretter gebraucht werden, welche Qualifikation sie haben und wie viele Kilometer für den Einsatz gefahren werden. Die Rechnung soll voraussichtlich in der kommenden Woche verschickt werden. Damit dürfte dieses wiedergefundene Handy für seine Besitzerin einen ziemlich stolzen Zusatzpreis haben.

Verwendete Quellen: Sächsische Zeitung