„Schwerwiegende Verfehlung der Gerechtigkeit”Bei RTL sprechen die Brüder des getöteten Zugbegleiters über das Urteil

„Das empfinden wir als unerträglich!”
Zehn Jahre Haft lautet das Urteil, das der Richter im Prozess um den getöteten Zugbegleiter Serkan Çalar verhängt. Der 26-jährige Täter nimmt die Strafe teilnahmslos hin, doch die Brüder des Opfers reagieren bei RTL traurig und entsetzt.

Familie fordert härtere Strafe für den Täter

„Die Fakten liegen klar auf dem Tisch. Hier handelt es sich nicht um eine einfache Körperverletzung – hier wurde ein Mensch auf brutale und skrupellose Weise getötet”, begründet Bruder Ismail im Gespräch mit RTL seine Enttäuschung.

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Das Landgericht Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) sieht eine Körperverletzung mit Todesfolge und eben keinen Totschlag, der Verurteilte könnte so in zehn Jahren wieder auf freiem Fuß sein. Für die Familie „unerträglich”, das sei eine „schwerwiegende Verfehlung der Gerechtigkeit” – die aber nicht sonderlich überrasche.

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Die Brüder Ismail und Eray des totgeprügelten Zugbegleiters Serkan Çalar können die Tat nicht fassen
Die Brüder Ismail und Eray des totgeprügelten Zugbegleiters Serkan Çalar reagieren bei RTL auf das Urteil.
RTL

„Wir haben schon geahnt, dass es zu dem Urteil kommt”, gibt Serkans zweiter Bruder, Eray, zu. Seit Prozesstag eins habe die Familie „pure Enttäuschung verspürt”, so werde ihr „keine Last von den Schultern genommen.” Denn: „Wenn er draußen ist, ist er 36 Jahre und hat noch ein langes Leben vor sich. Was hat er bitte verloren? Gar nichts!“

Im Video: Angeklagter soll über Todesnachricht gelacht haben – bewegende Aussagen im Gericht

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Familie will nach Urteil in Revision gehen

Die Angehörigen von Serkan Çalar wollen nun in Revision gehen und vor dem Bundesgerichtshof um eine härtere Strafe kämpfen, mindestens eine Verurteilung wegen Totschlags erreichen. „Zurück bleiben zwei Waisenkinder, eine tief trauernde Mutter, ein gebrochener Vater und Geschwister, die mit diesem unermesslichen Verlust ihr ganzes Leben lang leben müssen.” Das Leid werde „niemals enden“.

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Der Angeklagte fiel Anfang Februar ohne eine Fahrkarte auf und schlug den Schaffner den Angaben zufolge so heftig, dass er eine letztlich tödliche Hirnblutung erlitt. Der Fall hat deutschlandweit eine Debatte über mangelnde Sicherheit in Zügen ausgelöst. Die Tat im Regionalexpress bei Landstuhl ist gut belegt – auch, weil das Geschehen von Überwachungskameras aufgezeichnet wurde.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa