Von Fahrgast totgeprügeltDeutsche Bahn plant Gedenkort für getöteten Zugbegleiter Serkan (†36)

von Emilio Nigrelli, Rico Heller und Fabian Klein

Dieser Ort soll immer an Serkan erinnern.
Während einer Ticketkontrolle wird der Schaffner brutal niedergeschlagen, erliegt wenig später seinen schweren Verletzungen. Vor Gericht wird der Täter verurteilt, die Deutsche Bahn kündigt nun zudem an, dass sie eine Gedenkstelle errichten will.

Deutsche Bahn will an toten Serkan Çalar erinnern

Für den vor fünf Monaten getöteten Zugbegleiter Serkan Çalar soll es einen Mahn- und Gedenkort am Mannheimer Hauptbahnhof geben. Die Bahn sei dazu gemeinsam mit der Familie des Getöteten in der Planung, teilt ein Sprecher mit. „Wir sind nach dem Tod unseres Kollegen weiterhin in tiefer Trauer.” Der dauerhafte Gedenkort solle „die Erinnerung an unseren geschätzten Kollegen und lieben Menschen, aber auch an die schreckliche Tat im Bewusstsein halten.”

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Nach dem Urteilsspruch treffen sich Angehörige und Freunde am Mannheimer Hauptbahnhof, um Serkan zu gedenken.
Nach dem Urteilsspruch treffen sich Angehörige und Freunde am Mannheimer Hauptbahnhof, um Serkan zu gedenken.
RTL

Die gesellschaftliche Entwicklung könne man nicht ändern, ergänzt der Sprecher. Aber die Bahn könne dafür sorgen, „dass unsere Züge Orte der Sicherheit und des Respekts im öffentlichen Raum sind – für Mitarbeitende und Fahrgäste.” Dafür seien bereits Maßnahmen getroffen worden. Als Beispiele nennt er die Ausstattung mit Bodycams im Nah- und Fernverkehr, Doppelbesetzungen und die Einführung von stichfesten Westen für Kundenbetreuer.

Im Video: Zugbegleiter Serkan (†36) ging schon seit Wochen mit Angst zur Arbeit

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Teamleiter von Serkan enttäuscht von „milder Strafe”

Der 26-jährige Täter wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die Familie, die als Nebenkläger auftritt, plant Revision einzulegen. Auch bei den Arbeitskollegen des Zugbegleiters sorgt die Strafe für Unverständnis.

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„Jeder, der im öffentlichen Dienst arbeitet” müsse sich „leicht verarscht vorkommen”, findet Thomas Hippauf im RTL-Interview. Er war Serkans Teamleiter. „Wir gehen immer mit dem Risiko jeden Tag zur Arbeit, dass was passieren kann. Dann schlägt uns einer tot und kommt mit so einer milden Strafe davon”, legt er nach.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa