„Willst du die Casa di Ercole sehen? Ich habe die Schlüssel“Wärter lockt Teenager (17) in gesperrtes Pompeji-Haus – dann beginnt der Albtraum

Horror im Urlaub!
Für einen 17-Jährigen klingt es zunächst nach einer einmaligen Gelegenheit: Ein vermeintlicher Fremdenführer bietet ihm Zugang zu einem normalerweise verschlossenen Haus in Pompeji an. Doch der Mann ist in Wahrheit Wärter des Archäologieparks – und soll den Jugendlichen dort sexuell missbraucht haben. Inzwischen sitzt der 58-Jährige in Untersuchungshaft.
Der 17-Jährige will Pompeji auf eigene Faust erkunden
Es ist der 16. August. Der 17-Jährige aus Norditalien ist mit seiner Familie im Urlaub und kehrt allein nach Pompeji zurück. Fünf Tage zuvor hatte er die berühmte Ausgrabungsstätte bereits mit seinen Eltern besucht, jetzt möchte der Jugendliche den Rest auf eigene Faust erkunden.
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Kurz nach dem Eingang spricht ihn ein Mann an und fragt, ob er eine Karte brauche, schreibt die italienische Zeitung Repubblica. Seine Kleidung lässt den Jugendlichen offenbar glauben, einen Fremdenführer vor sich zu haben. Tatsächlich arbeitet der 58-Jährige als Wärter im Archäologiepark.
Der Teenager lehnt zunächst ab und geht weiter. Doch der Mann taucht erneut bei ihm auf und gibt ihm Informationen über die historischen Stätten. Später begegnen sich die beiden ein weiteres Mal. Diesmal macht der Wärter ein verlockendes Angebot. Er könne dem 17-Jährigen die Casa di Ercole zeigen. Das antike Haus ist normalerweise für Besucher geschlossen – doch der Mann hat die Schlüssel.

Aus der exklusiven Führung soll ein Albtraum geworden sein
Der Jugendliche lässt sich auf die vermeintliche Sonderführung ein. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll der Wärter ihn in dem abgeschiedenen Bereich sexuell bedrängt und schließlich zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Der 17-Jährige habe versucht, sich zu wehren.
Als der Mann schließlich von ihm ablässt, ruft der Jugendliche seine Mutter an. Danach erstattet er noch am selben Tag bei den Carabinieri in Pompeji Anzeige.
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Überwachungskameras werden für die Ermittler wichtig
Die Aussagen des Jugendlichen können die Ermittler nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit Bildern der Überwachungskameras im Archäologiepark abgleichen. Darauf sei unter anderem zu sehen, wie der Wärter wiederholt die Nähe des 17-Jährigen sucht. Die Aufnahmen helfen schließlich auch dabei, den Verdächtigen zu identifizieren.
Am Mittwoch wird der 58-Jährige festgenommen. Ein Ermittlungsrichter ordnet auf Antrag der Staatsanwaltschaft Torre Annunziata Untersuchungshaft an. Dem Mann wird schwere sexuelle Gewalt vorgeworfen. Er befindet sich inzwischen im Gefängnis von Vallo della Lucania.
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Pompeji-Direktor spricht von „schwerwiegendem und schockierendem“ Fall
Auch die Leitung der weltberühmten Ausgrabungsstätte reagiert. Parkdirektor Gabriel Zuchtriegel erklärt, seine Gedanken seien bei dem Jugendlichen. Man unterstütze die Ermittlungen und werde nach den notwendigen internen Prüfungen auch disziplinarische Konsequenzen ziehen.
Zuchtriegel bezeichnet den Fall als „schwerwiegend und schockierend“. Besonders bitter sei, dass sich der mutmaßliche Übergriff an einem Ort ereignet habe, der eigentlich für „Menschlichkeit und Kultur“ stehen sollte. Der Archäologiepark prüft zudem, sich in einem möglichen Strafverfahren als Zivilpartei zu beteiligen.
Verwendete Quellen: Repubblica



