Selbstanzeige und GeständnisÖsterreichischer Kabarettist Günther Paal gesteht Kindesmissbrauch und spricht von „Schande“

Günther Paal Gunkl.jpg
Der österreichische Kabarettist Günther Paal – genannt Gunkl – hat in einem Facebook-Video Kindesmissbrauch und den Besitz von kinderpornografischem Material eingestanden.
Eva Manhart/APA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Jetzt ist klar, welcher österreichische Künstler hinter den schweren Vorwürfen steckt.
Kabarettist Günther „Gunkl“ Paal hat den sexuellen Übergriff auf ein Kind eingeräumt. Zudem wirft ihm die Staatsanwaltschaft den Besitz von insgesamt 979 Bild- und Videodateien mit Kindesmissbrauchsmaterial vor.

Noch am Mittwochmorgen war sein Name nicht öffentlich bekannt. Inzwischen hat Günther Paal selbst gesprochen. Der 64 Jahre alte österreichische Kabarettist, der unter seinem Künstlernamen Gunkl auftritt, gesteht in einer Videobotschaft einen sexuellen Übergriff auf ein Kind. „Ich hab’ Schande auf mich gebracht“, sagt Paal. Er bedaure zutiefst, was er getan habe.

Bereits am 16. September hatte RTL.de über den Fall berichtet. Damals war die Identität des Beschuldigten noch nicht öffentlich bestätigt. Mittlerweile liegt gegen Paal eine Anklage der Wiener Staatsanwaltschaft vor. Sie ist noch nicht rechtskräftig.

Lese-Tipp: Österreichischer TV-Star unter Kindesmissbrauchsverdacht

Paal gesteht sexuellen Übergriff auf ein Kind

Die Staatsanwaltschaft wirft Günther Paal vor, Anfang 2025 eine sexuelle Handlung an einem damals vierjährigen Mädchen vorgenommen zu haben. Nach Angaben der Anklage soll der Kabarettist das Kind einmal auf die nackten Genitalien geküsst haben. In seinem öffentlichen Statement räumt Paal den Übergriff ein und sagt, er habe das Kind an einer Stelle geküsst, an der Erwachsene Kinder nicht küssen dürften.

Das Mädchen ist die Tochter einer Frau, die Paal nach Angaben seines Verteidigers Florian Höllwarth bereits Jahre zuvor kennengelernt hatte. Laut Anwalt kam der Kabarettist 2024 erneut mit der Frau in Kontakt und lernte dabei auch deren Tochter kennen.

Lese-Tipp: Deutscher Promifotgraf soll Mädchen missbraucht haben

979 Dateien mit Kindesmissbrauchsmaterial gefunden

Doch der Übergriff ist nicht der einzige schwere Vorwurf. Bei Paal fanden Ermittler laut Staatsanwaltschaft mindestens 960 Bilddateien und 19 Videos mit sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial von minderjährigen Kindern und Jugendlichen.

Auch dazu äußert sich Gunkl in seinem Video. Es habe in seinem Leben eine Phase gegeben, in der er Interesse an solchen Videos gehabt habe. Die Dateien hätten sich auf einem alten Rechner befunden, den er nach eigener Darstellung irgendwann vergessen habe. Sein Verteidiger erklärte laut oe24, Paal habe den Computer seit fünf bis sechs Jahren nicht mehr benutzt.

Der 64-Jährige kündigt an, sich den Konsequenzen zu stellen. Jede Strafe, die auf ihn zukomme, wolle er akzeptieren. Gleichzeitig richtet er einen Appell an Menschen mit ähnlichen Neigungen, sich professionelle Hilfe zu suchen und Kinder zu schützen.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Der Fall flog durch eine mutmaßliche Erpressung auf

Dass die Behörden von dem Fall erfuhren, hängt mit einem weiteren Strafverfahren zusammen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen die Mutter des Kindes und deren Mutter Paal über einen längeren Zeitraum erpresst haben. Sie sollen ihm mit der Veröffentlichung kompromittierender Fotos gedroht und insgesamt rund 189.000 Euro von ihm verlangt haben.

Paal wandte sich schließlich selbst an die Behörden. Sein Anwalt spricht von einer Selbstanzeige und einem Geständnis. Die beiden Frauen wurden festgenommen und sitzen in Untersuchungshaft. Auch gegen sie hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Der Vorwurf lautet schwere Erpressung.

Das betroffene Mädchen und sein siebenjähriger Bruder befinden sich inzwischen in der Obhut der Wiener Kinder- und Jugendhilfe. Einer Sprecherin zufolge gehe es den Kindern gut. Nach Angaben des Rechtsvertreters der beiden Frauen stehe ihre Unterbringung allerdings nicht im Zusammenhang mit dem aktuellen Strafverfahren.

Günther Paal bleibt bis zum Prozess auf freiem Fuß

Während die beiden mitangeklagten Frauen in Untersuchungshaft sitzen, befindet sich Günther Paal auf freiem Fuß. Für die ihm zur Last gelegten Taten sieht das österreichische Recht nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen Strafrahmen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren vor. Die Frauen müssen sich bei einer Verurteilung wegen schwerer Erpressung mit einem möglichen Strafmaß von einem bis zu zehn Jahren auseinandersetzen.

Die Anklage ist noch nicht rechtskräftig. Die Beschuldigten können innerhalb von 14 Tagen nach Zustellung Einspruch erheben. Einen Termin für die gemeinsame Verhandlung vor dem Wiener Landesgericht gibt es bislang nicht.

Verwendete Quellen: Oe24, Facebook