Insiderin packt bei RTL ausMutter von getöteter Alicia (†6) soll selbst beim Jugendamt um Hilfe gebeten haben

Ein totes Kind, ein überlastetes Amt – und ein Hilferuf, der offenbar niemanden erreicht hat!
Im Fall der getöteten sechsjährigen Alicia aus Osternienburg in Sachsen-Anhalt kommt jetzt heraus, dass ihre Mutter schon Monate zuvor beim Jugendamt um Unterstützung gebeten haben soll. Trotzdem bekam die Familie offenbar keine Hilfe, obwohl es im Nachhinein gleich mehrere Warnzeichen gegeben haben soll.
Die Sechsjährige kommt am Sonntag (7. Juni) mit lebensbedrohlichen Kopfverletzungen in eine Klinik, zwei Tage später stirbt sie. Ärzte schließen einen Unfall aus. Der Lebensgefährte der Mutter sitzt wegen Verdachts eines Tötungsdelikts in U-Haft. Nach ihrem Tod kommt heraus, dass die Kita, die Alicia besuchte, eine Warnung wegen einer möglichen Kindeswohlgefährdung ans Jugendamt geschickt haben soll.
Als wäre das nicht genug, meldet sich nun eine Insiderin aus dem Jugendamt Dessau-Roßlau bei RTL. Sie berichtet von massiver Personalunterbesetzung – nur gut die Hälfte der nötigen Stellen sei besetzt. Fälle stapeln sich, Notrufe werden verzögert bearbeitet, manche Anträge verschwinden, behauptet sie.
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Laut dieser Mitarbeiterin soll auch Alicias Mutter bereits im Februar 2026 Hilfen zur Erziehung beantragt haben – also offiziell um Unterstützung gebeten haben, weil sie offenbar mit der Situation überfordert war. Der Antrag sei erfasst worden, dann aber „spurlos verschwunden“. Auch darüber liege keine Reaktion, keine Prüfung, kein Hausbesuch vor.
Wut im Ort – Schweigen bei den Verantwortlichen
Eine Gemeinderätin in Osternienburg findet deutliche Worte: Wenn Anträge und Hinweise „aus welchen Gründen auch immer“ bis heute nicht bearbeitet werden oder sogar verschwinden, sei das „schlimm“ und müsse dringend aufgearbeitet werden. Man hätte „vielleicht Schlimmeres verhindern können“.

Im Ort mischen sich Trauer, Wut und Hilflosigkeit. „Für mich ist ganz klar der Staat mit dran schuld, weil die immer weniger dagegen unternehmen“, sagt ein Anwohner. Viele fragen sich, ob in Sachsen-Anhalt ein Kinderleben weniger wert ist als eine funktionierende IT-Struktur und ausreichend Personal.
Ein totes Kind – und ein System, das versagt hat
Vor der Kamera wollen sich weder das Jugendamt noch der Oberbürgermeister äußern. Dabei geht es um nichts Geringeres als die Verantwortung dafür, warum ein sechsjähriges Mädchen offenbar trotz mehrerer Hilferufe durch alle Raster fallen konnte. Während die Ermittler den genauen Tatablauf, mögliche Tatwerkzeuge und die Hintergründe im familiären Umfeld prüfen, schweigen die zuständigen Stellen – mit Verweis auf „ermittlungstaktische Gründe“.
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Alicias Tod ist mehr als ein tragischer Einzelfall. Er legt schonungslos offen, wie fatal es ist, wenn in einem ohnehin überlasteten System Kommunikationswege nicht funktionieren, Postfächer nicht kontrolliert werden und Personal fehlt. Hier sind nicht nur ein Mensch, sondern offenbar ganze Strukturen gescheitert.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa


