Stiefvater unter Verdacht! Jugendamt übersieht Warn-Fax der Kita! Hätte Alicias (†6) Tod verhindert werden können?

von Frank Vacik und Rouven Schroth

Ein kleines Dorf, viele Fragen – und ein Tod, der fassungslos macht!
In Osternienburg stirbt die sechsjährige Alicia nach schweren Kopfverletzungen, ihr Stiefvater sitzt in U-Haft. Und über allem schwebt die quälende Frage: Hätte dieses Kind noch leben können, wenn Behörden rechtzeitig hingesehen hätten? Nachbarn haben einen schlimmen Verdacht!

Osternienburg: Stiefvater soll Alicia (6) getötet haben

Alicia (6) wird am Sonntag mit lebensbedrohlichen Kopfverletzungen per Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen, zwei Tage später stirbt sie. Ärzte stellen schnell fest, dass ihre Verletzungen „nicht mit einem Unfallgeschehen in Einklang“ zu bringen sind. Die Polizei nimmt den 27-jährigen Lebensgefährten der Mutter fest, er sitzt wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts in Untersuchungshaft.

Hat der 27-Jährige Stiefvater Alicia getötet?
Hat der 27-Jährige Stiefvater Alicia getötet?
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Lese-Tipp: Immer mehr häusliche Gewalt

Doch neben der mutmaßlichen Gewalttat treibt die Menschen vor Ort noch etwas anderes um: die Frage nach dem „Warum“. Warum hat niemand rechtzeitig eingegriffen, obwohl offenbar gleich mehrere Warnsignale in der Familie aufleuchteten – bei der Kita, bei der Mutter, beim Jugendamt?

Nachbarn hören eine merkwürdige Erklärung

Nachbarn berichten uns gegenüber, wie sie mitbekommen, dass Rettungskräfte um das Leben der Sechsjährigen kämpfen. Kurz nachdem die 6-Jährige in die Klinik gebracht wird, stehen ihre Mutter, der Stiefvater Max M. und dessen Sohn bei ihnen vor der Tür – sie wollen ins Krankenhaus, ein Nachbar fährt sie.

Ein Nachbar ist dabei, als die Familie ins Krankenhaus fährt
Nachbarn waren dabei, als die Familie ins Krankenhaus fährt
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Auf der Fahrt fällt dem Mann etwas auf, das ihn bis heute nicht loslässt: Max M. soll seinen Sohn wiederholt gedrängt haben, eine bestimmte Version der Geschichte zu bestätigen. Alicia sei „hingefallen“ und „mit der Stirn auf ein Spielzeugauto“ gestürzt – „Das stimmt doch so, oder?“, habe er mehrfach gefragt. Genau diese Darstellung halten die Ärzte wenig später für unglaubwürdig.

Auch die Mutter spricht zunächst von einem Unfall. Doch im Krankenhaus wird klar: Die Verletzungen passen nicht zu einem normalen Sturz, eher zu massiver Gewalt gegen den Kopf. Alicia stirbt kurz darauf an ihren schweren Verletzungen.

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Kita schlug Alarm – doch ein Fax verschwindet im System

Alicia wurde viel zu früh aus dem Leben gerissen
Alicia wurde viel zu früh aus dem Leben gerissen
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Besonders brisant: Die Tragödie hätte womöglich verhindert werden können. Schon im März 2026 soll die Kita, die Alicia besucht, ein Fax wegen möglicher Kindeswohlgefährdung an das zuständige Jugendamt geschickt haben. Eine schriftliche Meldung – genau dafür gibt es klare gesetzliche Vorgaben.

Doch was dann passiert, klingt wie ein schlechter Witz: Das Fax wird im System automatisch in eine E-Mail umgewandelt – und an das Postfach eines Mitarbeiters weitergeleitet, der längst nicht mehr im Amt ist. Niemand fühlt sich zuständig, niemand schaut rein. Wochenlang. Erst am 11. Juni 2026, also nach dem Tod der 6-Jährigen, wird das alte Postfach geöffnet: 474 ungelesene E-Mails finden sich darin – darunter weitere Hinweise auf mögliche Kindeswohlgefährdungen. Ein digitales Schwarzes Loch, in dem Alarmsignale einfach verschwinden.

Während in Osternienburg Kerzen aufgestellt werden und Menschen um ein kleines Mädchen trauern, bleibt eine bittere Erkenntnis: Mehr als einmal hat jemand versucht, Hilfe zu holen – neben Alicias Kita hat auch ihre Mutter beim Jugendamt nach Hilfe gefragt. Doch am Ende stand Alicia trotzdem allein da.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa