Kiews Botschafter sieht neue ÄraDeutschland liefert! Ukraine bekommt so viel Militärhilfe wie nie

Eine neue Radhaubitze RCH 155 des Panzerherstellers KNDS feuert bei einer Präsentation auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow ein Geschoss ab. KNDS nutzt hier die Plattform des Radpanzers Boxer als Waffenträger für ein automatisiertes und fernbedienbares Artilleriegeschütz. Mit der vollautomatisiert und aus laufender Fahrt schießenden Radhaubitze verspricht der Panzerbauer KNDS der Bundeswehr und den Streitkräften von Partnerstaaten einen Vorteil auf dem Gefechtsfeld. Zudem sollen zwei Soldaten als Besatzung ausreichen, wo bisher in der auf Ketten rollenden Panzerhaubitze 2000 noch fünf Mann als Fahrer und Bediener nötig sind. (zu dpa: «Pistorius übergibt der Ukraine erste neue Radhaubitze») +++ dpa-Bildfunk +++
Eine Radhaubitze RCH 155 des Panzerherstellers KNDS.
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Lange bittet die Ukraine vergeblich um Taurus-Marschflugkörper. Jetzt allerdings seien diese nicht länger kriegsentscheidend, sagt Botschafter Makeiev. Schließlich stellt das Land inzwischen selbst weitreichende Waffen her - und kann sich über andere Unterstützung aus Berlin freuen.

Die Bilanz des ukrainischen Botschafters klingt positiv: Die Ukraine bekommt aus Deutschland  „mehr Militärhilfe als je zuvor“, sagte Oleksii Makeiev dem „Tagesspiegel“. Zwar würden die Details der deutschen Unterstützung für die Ukraine nicht mehr öffentlich kommuniziert, doch habe die neue Bundesregierung diese „quantitativ wie qualitativ erhöht“.

Die Weigerung der alten wie der neuen Bundesregierung, seinem Land Taurus-Marschflugkörper der Bundeswehr mit einer Reichweite von bis zu 500 Kilometern zur Verfügung zu stellen, sei nicht länger kriegsentscheidend, sagte der Botschafter. „Wir verfügen nun schon länger über eigene Fähigkeiten dieser Art, erreichen mit Drohnen und Marschflugkörpern jetzt Ziele von 1500 bis 2000 Kilometer tief im russischen Hinterland.“

Das deutsche Modell wäre aus seiner Sicht zwar für bestimmte militärische Ziele besonders gut geeignet. „Trotzdem hat sich die Diskussion durch unsere eigenen Innovationen verändert. Wir Ukrainer sind nicht mehr so dringend auf Taurus angewiesen“, sagte der Botschafter.

Perspektivisch könne eine gemeinsame Produktion mit deutschen und anderen europäischen Unternehmen „die Tomahawks ersetzen“, die nach einer Ankündigung der US-Regierung nun nicht mehr in Deutschland stationiert werden sollen. Dies zeige allen, „dass das deutsch-ukrainische Verhältnis kein einseitiges ist“ und sein Land ein attraktiver Verbündeter sei. „EU und Nato merken zunehmend, dass sie die Ukraine mit ihren militärischen Möglichkeiten dringend brauchen, um Russland auf dem europäischen Kontinent in Schach zu halten“, sagte Makeiev.

Die gemeinsamen Verteidigungsanstrengungen sieht der Botschafter durch erfolgreiche Moskauer Propaganda bedroht. „Mir tut weh zu sehen, wie die Russen über linke und rechte Agenten den politischen Diskurs nicht nur in Deutschland gezielt vergiften“, sagte er dem „Tagesspiegel“ weiter: „Wir wissen, dass manche Politiker im Bundestag vom Kreml bezahlt werden.“ Er schaue „als Europäer und Demokrat“ vor diesem Hintergrund „mit großer Sorge auf Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Ich hoffe sehr, dass sich dort Demokratie und Freiheit durchsetzen und nicht die von ausländischen Autokraten unterstützten Kräfte“.

Verwendete Quellen: ghö/AFP