„Es geht um Wertschätzung”Er hat die Nase voll: Alpen-Wirt macht seinem Ärger Luft und kassiert ab!

Reservieren und dann einfach wegbleiben?
Damit ist auf der Rieder Hütte im oberösterreichischen Höllengebirge jetzt Schluss. Hüttenwirt Stephan Jobke verschärft nach zahlreichen geplatzten Buchungen seine Stornoregeln deutlich. Der Grund: Immer mehr Gäste erscheinen trotz Reservierung einfach nicht – und hinterlassen einen Berg an Kosten.
Reservierer ohne Absage
Stephan Jobke betreibt seit 2024 die Rieder Hütte im oberösterreichischen Höllengebirge auf 1.765 Metern Höhe. Anfang Juli wandte er sich mit einem emotionalen Video an seine Gäste. Darin macht er seinem Ärger über die wachsende Zahl sogenannter No-Shows Luft – also Menschen, die reservieren, ihre Buchung aber weder wahrnehmen noch rechtzeitig absagen.
„Das, was in den letzten Wochen passiert ist, bedarf einer Aussprache zwischen uns“, sagt Jobke in dem auf Facebook veröffentlichten Video.
„Ich kann so diesen Betrieb nicht führen”
Der Hüttenwirt schildert ein besonders drastisches Beispiel: Für ein Wochenende hätten 20 Gäste reserviert. Tatsächlich erschienen seien am Ende lediglich vier. „Ich kann so diesen Betrieb nicht führen“, macht Jobke deutlich.
Für Berghütten habe das erhebliche Folgen. Anders als in einem Restaurant im Tal müssten Lebensmittel und andere Waren oft bereits Tage im Voraus organisiert und auf den Berg transportiert werden. Kurzfristige Absagen oder Gäste, die trotz Reservierung nicht erscheinen, führten deshalb nicht nur zu Umsatzeinbußen, sondern auch zu vermeidbaren Kosten.
Auch andere Hüttenwirte sähen die Entwicklung kritisch. In seinem Facebook-Beitrag schreibt Jobke: „Die Berge und auch alle Hütten sind keine Freizeitarena, die wir auf Knopfdruck oder Münzeinwurf einfach öffnen und schließen können.“
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Deutlich höhere Stornogebühren
Als Reaktion hat der Hüttenwirt seine Stornobedingungen verschärft. Wer eine Übernachtung ab fünf Tage vor dem gebuchten Termin absagt, muss künftig 35 Euro pro Person zahlen. Wer ohne Absage gar nicht erscheint, dem werden 48 Euro berechnet – das entspricht dem Preis für eine Halbpension mit Abendessen und Frühstück.
Damit liegen die Gebühren deutlich über der Empfehlung des Österreichischen Alpenvereins. Dieser hält zehn Euro pro Person und Nacht für eine angemessene Stornopauschale.
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Im Gespräch mit dem Münchner „Merkur“ begründet Jobke die höheren Gebühren mit dem erheblichen organisatorischen Aufwand. Lebensmittel könnten nicht kurzfristig eingekauft werden, sondern müssten rechtzeitig auf die Hütte gebracht werden.
„Das kann man nicht erst am Samstag kaufen. Wenn die Leute für das Wochenende gebucht haben und dann nicht kommen, haben wir die Lebensmittel umsonst hochgeschleppt“, sagt der Hüttenwirt.
Für ihn gehe es deshalb nicht nur um wirtschaftliche Schäden, sondern vor allem um einen respektvollen Umgang miteinander. „Es geht einfach um Wertschätzung.“
Viel Zuspruch für den Hüttenwirt
Mit seiner deutlichen Ansage trifft Stephan Jobke offenbar einen Nerv. Unter seinem Facebook-Video sprechen ihm zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer Mut zu und zeigen Verständnis für seine Entscheidung. Viele finden, dass die höheren Stornogebühren längst überfällig seien und bezeichnen sie als fair. Andere appellieren an einen respektvolleren Umgang mit Reservierungen – schließlich verursachten kurzfristige Absagen oder Nichterscheinen gerade auf Berghütten einen erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwand.
So erhält der Hüttenwirt für seinen Schritt online vor allem eines: viel Zuspruch und Anerkennung für seine klare Haltung.
Verwendete Quelle: t-online, Facebook/Stephan Jobke


