Neuer Fall mitten in EuropaHantavirus wieder da? Infizierter Tourist reist durch Europa

Ein franko-argentischer Tourist, der mit dem Hantavirus infiziert ist, reist quer durch Europa.
In Frankreich entwickelte er grippeähnliche Symptome und setzte seinen Urlaub in Spanien fort. Inzwischen ist klar: Der franko-argentinische Mann ist mit dem Andes-Hantavirus infiziert. Aktuell befindet er sich mit seiner Familie in Galicien in Isolation.
Hantavirus-Patient reiste durch drei Regionen Frankreichs
Der Tourist hielt sich in der zweiten Julihälfte in Frankreich auf. Laut „El País“ führte seine Reise durch die Normandie, Nouvelle-Aquitaine und die Region Paris. Während seines Aufenthalts bekam der Mann leichte, grippeähnliche Beschwerden und suchte einen Arzt auf. Weil seine Symptome zunächst nicht zum typischen Bild einer Hantavirus-Infektion passten, testeten Ärzte ihn vorsorglich.
Noch bevor das positive Ergebnis feststand, setzte der Tourist seine Reise nach Spanien fort. Dort hielt er sich zuletzt in Galicien auf. Mittlerweile habe er keine Symptome mehr. Nach Einschätzung des spanischen Gesundheitsministeriums war der Mann bei seiner Weiterreise bereits symptomfrei und damit zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ansteckend.
Trotzdem reagieren die Behörden vorsichtig. Der Patient und seine Familie sollen sechs Wochen isoliert bleiben. Gleichzeitig suchen die Behörden nach möglichen Kontaktpersonen. Menschen, die als Hochrisikokontakte eingestuft werden, müssen sich laut „El País“ ebenfalls zu Hause isolieren.
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Andes-Virus ist der einzige Hanta-Typ, der von Mensch zu Mensch übertragbar ist
Das französische Referenzzentrum am Institut Pasteur hat nach Angaben von „El País“ bestätigt, dass der Tourist mit der Andes-Variante des Hantavirus infiziert ist. Sie kommt in Südamerika vor und nimmt unter den Hantaviren eine besondere Stellung ein: Der Andes-Stamm ist dafür bekannt, dass er bei engem und längerem Kontakt auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Genau deshalb versuchen die Behörden jetzt, die Reise des Mannes und seine Kontakte nachzuvollziehen.
Erst Anfang Juli galt der Hantavirus-Ausbruch als beendet
Der Zeitpunkt des neuen Falls ist auffällig. Erst wenige Wochen zuvor hatte ein Hantavirus-Ausbruch auf der „MV Hondius“ für Schlagzeilen gesorgt. Das Kreuzfahrtschiff war im April in Argentinien gestartet. 13 Passagiere haben sich infiziert, drei sind gestorben.
Im Video: Auch Deutsche Passagiere auf MV Hondius infiziert
Anfang Juli hatte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus das damalige Hantavirus-Geschehen laut BFMTV offiziell für beendet erklärt. Der jetzt bekannt gewordene Patient bedeutet allerdings nicht automatisch, dass dieser alte Ausbruch wieder aufgeflammt ist. Die französischen Behörden weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich die Situation des Touristen deutlich von den Fällen auf der „Hondius“ unterscheidet.


