Seine Mutter erfährt endlich die WahrheitEr war wochenlang auf Teneriffa verschollen – so starb Jay Slater wirklich

Was geschah mit Jay Slater in seinen letzten Minuten?
Im Sommer 2024 fehlt von dem 19-Jährigen 29 Tage lang jede Spur. Dann wird seine Leiche in einer abgelegenen Schlucht auf Tenriffa gefunden. Zwei Jahre später kehrt seine Mutter Debbie an den Ort zurück, an dem ihr Sohn starb. Ein Pathologe beantwortet ihr dabei die wohl quälendste Frage von allen: Musste Jay leiden?
Jay Slater verschwindet nach einer Partynacht auf Teneriffa
Sein Verschwinden bewegt im Sommer 2024 Menschen weit über Großbritannien hinaus. Der damals 19-jährige Jay Slater ist mit Freunden auf Teneriffa und besucht dort das NRG-Musikfestival. Nach einer Partynacht fährt der Maurerlehrling Berichten zufolge mit Bekannten in ein Airbnb bei Masca im Norden der Insel.
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Am Morgen des 17. Juni verlässt Jay gegen 8.00 Uhr die Unterkunft und macht sich zu Fuß auf den Weg zurück zu seiner eigentlichen Unterkunft. Um 8.32 Uhr telefoniert er noch mit seiner Freundin Lucy Law. Er sei durstig und habe Angst, erzählt er ihr. Bei einem weiteren Telefonat gegen 8.50 Uhr sagt Jay, er befinde sich „mitten im Nirgendwo“ und könne „nur Berge“ sehen. Zwei Minuten später ist sein Handyakku leer – danach verliert sich seine Spur.
Eine riesige Suche beginnt. Erst 29 Tage später wird Jays Leiche in einer schwer zugänglichen Schlucht im Parque Rural de Teno gefunden. Der später vorliegende spanische Obduktionsbericht kommt zu dem Ergebnis, dass der 19-Jährige bei einem Sturz in die rund 25 Meter tiefe Schlucht ums Leben kam. Doch für seine Mutter Debbie Duncan bleiben quälende Fragen.
Falschmeldungen im Netz machen Jays Mutter das Leben zusätzlich schwer
Denn während nach Jay gesucht wird und auch nach seinem Tod schießen im Internet die wildesten Theorien ins Kraut. The Sun spricht von einer regelrechten „Flut von Falschinformationen“. In sozialen Netzwerken wird unter anderem behauptet, Jay sei ermordet worden. Demnach kursieren sogar manipulierte Aufnahmen, die angeblich zeigen sollen, wie der Teenager gefoltert wurde. Für Debbie wird die ohnehin kaum auszuhaltende Situation dadurch noch schlimmer. Sie weiß lange nicht genau, was ihrem Sohn in seinen letzten Stunden passiert ist – und wird gleichzeitig ständig mit neuen Spekulationen konfrontiert.
Als sie später nach Teneriffa zurückkehrt, um Unterlagen und Jays Handy abzuholen, folgt der nächste Schock: Nach ihrer Schilderung werden ihr versehentlich Bilder ihres toten Sohnes gezeigt. „Ich dachte, mein Herz hört auf zu schlagen“, zitiert The Sun Debbie aus der britischen Dokumentarserie „Cause of Death“.
Vor allem ein Gedanke lässt die heute 57-Jährige nicht los: Lag ihr Sohn nach seinem Sturz womöglich noch lange schwer verletzt und allein am Berghang? „Hat er gelitten?“, lautet die Frage, auf die Debbie unbedingt eine Antwort braucht.
Pathologe erklärt Jays Mutter, was in seinen letzten Momenten geschah
In der Doku bekommt sie nun Hilfe von einem Mann, der Jays Verletzungen genau kennt: dem renommierten Pathologen Dr. Richard Shepherd. Er hatte laut The Sun die britische Obduktion durchgeführt und schaut sich gemeinsam mit Debbie die Ergebnisse der spanischen und britischen Untersuchungen an.
Seine Einschätzung dürfte für die trauernde Mutter trotz aller Grausamkeit eine enorme Erleichterung sein. Die Kopfverletzung sei so schwer gewesen, dass Jay „wahrscheinlich sofort“ gestorben sei, erklärt Shepherd laut The Sun. Für Debbie bedeutet das vor allem eines: Ihr Sohn lag nach dem Sturz offenbar nicht stundenlang leidend in der Schlucht, wie sie befürchtet hatte.
„Es gab keine Schmerzen und kein Leiden“, sagt der Pathologe. Jay sei nicht schwer verletzt am Hang liegen geblieben und langsam gestorben. Genau das zu verstehen, sei für seine Mutter besonders wichtig gewesen.
Auch für die Mordtheorien findet Shepherd nach Auswertung der Untersuchungen keine Grundlage. Keine der beiden Obduktionen habe Hinweise darauf ergeben, dass Jay vorsätzlich verletzt worden sei. Vielmehr zeichne sich das Bild eines gesunden jungen Mannes ab, der in der extremen Situation offenbar verwirrt und orientierungslos wurde und schließlich tragisch abstürzte.
Laut Shepherd hatte Jay zuvor Alkohol und Drogen konsumiert, sein Alkoholwert sei allerdings nicht hoch gewesen. Nach Sonnenaufgang sei es jedoch schnell heiß geworden. Eine daraus resultierende Dehydration würde seine Verwirrtheit erklären.
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Debbie läuft Jays letzten Weg – und versteht endlich, was passiert ist

Doch medizinische Befunde allein reichen Debbie nicht. Gemeinsam mit Shepherd und Jays Onkel Glen kehrt sie in „Cause of Death” nach Masca zurück und folgt dem Weg, den ihr Sohn an seinem letzten Morgen genommen haben soll. Erst als sie selbst vor dieser kargen, felsigen Landschaft steht, versteht sie, wie verloren Jay sich dort gefühlt haben muss.
„Er muss solche Angst gehabt haben“, zitiert The Sun Jays Mutter. Zuvor habe sie sich immer gefragt, wie ihr Sohn überhaupt an einen Punkt gelangen konnte, an dem um ihn herum scheinbar nur noch Berge waren und er nicht einfach zurück auf die Straße fand. Vor Ort werde für sie verständlich, warum das so schwierig gewesen sein könnte.
Und genau diese Reise bringt ihr nach zwei Jahren etwas, das ihr all die Spekulationen und offenen Fragen genommen hatten: ein Stück Gewissheit. „Jetzt, wo ich das alles gesehen habe, verstehe ich es besser“, sagt Debbie. Das Wissen darum, wo Jay losgelaufen ist, welchen Weg er genommen hat und wo er schließlich starb, gebe ihr endlich einen Abschluss.
„Ich muss aufhören, mich deswegen schuldig zu fühlen“
Ganz verschwinden wird der Schmerz einer Mutter wohl nie. Debbie kämpft auch mit Schuldgefühlen, weil weder sie noch Jay an diesem Morgen miteinander telefoniert hatten. „Niemand wusste, was passieren würde“, sagt sie. „Ich muss aufhören, mich deswegen schuldig zu fühlen.“
An der Stelle, an der ihr Sohn die Straße verlassen hatte, legt Debbie schließlich Blumen nieder. Unter Tränen stellt sie sich vor, was Jay ihr heute wohl sagen würde: „Es tut mir so leid, Mum.“
Nach zwei Jahren voller Fragen weiß Debbie nun zumindest, was die Untersuchungen über die letzten Augenblicke ihres Sohnes zeigen: Jay starb nach einem tragischen Sturz – und nach Einschätzung des Pathologen wahrscheinlich so schnell, dass er nicht mehr leiden musste.
Verwendete Quelle: The Sun


