Kreuzfahrtschiffe sitzen wegen Nahost-Konflikt festKein Fortkommen für „Mein Schiff 4” und „Mein Schiff 5” – Experte: „Es droht ein Schiffskoller”

Jetzt bloß keine Panik aufkommen lassen!
Wegen des Kriegs zwischen Israel, den USA und dem Iran sitzen die Kreuzfahrtschiffe „Mein Schiff 4” und „Mein Schiff 5” von Tui Cruises in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) und Doha (Katar) seit Samstag fest. Ein Kreuzfahrt-Experte erklärt, worauf es in der Ausnahmesituation für die tausenden Urlauber und die Besatzung an Bord nun ankommt.
Kreuzfahrtschiffe sitzen fest
„Sie können keine Landausflüge machen, im Worst Case haben sie eine Innenkabine. Das heißt, sie sitzen jetzt in ihrer Innenkabine, haben Angst, Sorge, wenig Informationen und es droht ein Schiffskoller”, schätzt Stefan Kruecken die Situation für die Passagiere der „Mein Schiff 4” und „Mein Schiff 5” im Gespräch mit RTL.de ein. Der 50-Jährige ist in Hamburg Autor und Experte für Kreuzfahrtschiffe. „Ich glaube, das ist die große Herausforderung jetzt, auch für die Crew und den Kapitän, die Lage unter Kontrolle zu halten, dass die Leute einfach ruhig und gelassen bleiben.”
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Denn die Situation ist angespannt, ein Wegkommen für die Ozeanriesen kaum möglich. „Das Problem ist ja, dass die Straße von Hormus gesperrt ist. Das ist eine schmale Meeresenge”, erklärt Kruecken. „Also die Vorstellung, dass da jetzt ein 300 Meter langes Kreuzfahrtschiff mit 5000 westlichen Touristen langfährt, während Dschihadisten im Iran sitzen und Anti-Schiffs-Raketen haben, ist glaube ich keine, die irgendwer riskieren kann. Also das ist sicherheitstechnisch völlig unmöglich.”
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Anzeige:„Sie können nur abwarten, dass es nicht weiter eskaliert”
Für gewöhnlich hätten Kreuzfahrtschiffe Proviant für etwa zwei Wochen an Bord, erklärt der Experte. Die Versorgung stelle daher kein akutes Problem dar. Gerade in einer ungewissen Situation mit vielen Menschen auf engem Raum sei nun eher entscheidend, dass die Schiffsbesatzung Ruhe ausstrahle und sich keine Panik an Bord breitmache. „Die müssen jetzt cool bleiben. Sie müssen den Leuten – auch wenn sie sich gerade selbst nicht so wohlfühlen – das Gefühl geben: Alles ist unter Kontrolle, alles wird gut. Darauf wird’s, glaube ich, ankommen in den nächsten Tagen. Sie können nur abwarten, dass es nicht weiter eskaliert, dass die Explosionen aufhören, dass die Häfen auch nicht ins Visier geraten.“

So könnte es für die Passagiere nun weitergehen
„Die Schiffe werden erst wieder fahren können, wenn die Sicherheit in der Straße von Hormus gewährleistet ist”, sagt Kruecken. Als Ausweg für die Passagiere hält der 50-Jährige deshalb nicht den Seeweg, sondern den Luftweg für realistisch.
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„Die internationalen Flughäfen sind ja nicht weit weg, sowohl in Doha als auch in Abu Dhabi. Sobald der Luftraum wieder offen ist, wird man sie so schnell es geht alle ausfliegen”, vermutet er. „Die Schiffe werden da, denke ich, erst mal liegenbleiben müssen, bis sich die Lage beruhigt hat.“
































