Nach Swatting-Einsatz sitzt er im RollstuhlGamer Axeel (24) verklagt Polizei auf 176 Millionen Dollar Schadenersatz

Der 42-Jährige war allein mit der Spielkonsole in der Wohnung. (Symbolbild)
Der 42-Jährige war allein mit der Spielkonsole in der Wohnung. (Symbolbild)
Sebastian Gollnow/dpa

Ein falscher Notruf verändert sein Leben für immer!
Bewaffnete Polizisten stürmen im April das Haus von Gamer Axeel Melendez und seiner Mutter. Siebenmal schießen sie auf den 24-Jährigen und verletzen ihn schwer. Wie sich später herausstellt, wurden die Einsatzkräfte durch einen falschen Notruf zum Haus der Familie gerufen. Doch diese Erkenntnis der Polizei kommt für Axeel zu spät – nach dem Swatting-Einsatz sitzt er im Rollstuhl. Jetzt verklagt der Gamer die Polizei auf 176 Millionen Dollar Schadenersatz.

Schüsse verletzen Axeel am Rückenmark

Der Fall liegt mehrere Monate zurück, doch für Axeel Melendez sind die Folgen bis heute Alltag. Der junge Amerikaner sitzt im Rollstuhl, nachdem ihn Polizisten am 10. April in seinem Zuhause im US-Bundesstaat Arizona angeschossen hatten. Axeel ist seither von der Brust abwärts gelähmt.

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Gemeinsam mit seiner Mutter fordert der 24-Jährige deshalb jetzt Schadenersatz von der Polizei. Wie die New York Post und der Tucson Sentinel berichten, fordern sie 176 Millionen Dollar von der Ermittlungsbehörde. Dafür haben die Anwälte der Familie einen sogenannten „Notice of Claim” eingereicht, heißt es.

Polizisten dringen in Haus ein – Axeel greift zur Waffe

Hinter dem Polizeieinsatz steckte offenbar ein perfider Angriff auf den Gamer: Melendez wurde Opfer von sogenanntem Swatting. Bereits zwei Tage vor den Schüssen soll Axeel in dem Onlinespiel „Rust“ an Hacker geraten sein, so sein Anwalt. Diese hätten dem 24-Jährigen mit einem Swatting-Einsatz gedroht, wenn er ihren Geldforderungen nicht nachkomme.

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Melendez soll der örtlichen Polizei die Bedrohung gemeldet haben, wie 13 News berichtet. Am Telefon sichern die Beamten ihm daraufhin Schutz zu. Das zeigt ein Protokoll des Gesprächs. Doch dann setzen die Hacker tatsächlich einen falschen Notruf an. Dabei täuschen sie eine schwere Straftat vor. Schwer bewaffnete Polizisten stürmen das Haus des ahnungslosen Axeel und dessen Mutter. Weil sie Einbrecher vermutet haben, heißt es nach ihrer Darstellung, habe Axeel zu seiner legal registrierten Waffe gegriffen. Ob er selbst auch geschossen hat, ist unklar.

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Swatting-Fall in Arizona wird juristisch aufgearbeitet

Warum die vorherige Warnung vor einem möglichen Swatting-Angriff den Einsatz nicht verhinderte, ist eine der Fragen, die nun auch bei der juristischen Aufarbeitung eine Rolle spielen. Es sei unklar, ob die eingesetzten Beamten überhaupt von Melendez’ Meldung zwei Tage zuvor wussten.

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Das Pima County Sheriff’s Department wollte sich laut New York Post wegen des laufenden Verfahrens nicht zur Schadenersatzforderung äußern. Für Axeel Melendez bleiben unabhängig vom Ausgang des Verfahrens schwere Folgen. Sein Leben, so schildert es seine Familie, hat sich seit dem falschen Notruf grundlegend verändert. Er ist durch die Verletzungen auf einen Rollstuhl angewiesen. (okr)

Verwendete Quellen: New York Post, Tuscan Sentinel, 13 News