Angeklagte im Fall Fabian (†8)Die traurige Familiengeschichte von Gina H.

Sie soll eine heimtückische Mörderin sein!
Gina H. (30) steht seit Monaten vor Gericht. Sie soll den kleinen Fabian (†8) aus Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) mit sechs Messerstichen getötet und seine Leiche verbrannt haben. Am Prozesstag 16 vor dem Landgericht Rostock geht es um die zerrüttete Kindheit der Angeklagten – und ihren Schmerz, wenn sie an ihren eigenen Sohn denkt.
„Ihre Mutter habe die Partner häufiger gewechselt als ihre Schlüpper”
Christina F. sagt heute (1. Juli) als Zeugin vor Gericht aus. Sie hat die inhaftierte Gina H. einmalig am 9. Januar in der JVA aufgesucht. Sie waren zu zweit im Familienzimmer. „Sie hat sich keinem Themenkomplex verweigert”, berichtet die Gerichtshelferin über Gina H.: „Sie hat sich allen Fragen gestellt.”
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Und es sind teilweise sehr private Fragen – auch über Gina H.s Kindheit, die viele als zerrüttet beschreiben würden! Gina H.s Kindheit sei von häufigen Kontaktabbrüchen geprägt. Bindungen hätten sich nicht aufbauen können. Ihren leiblichen Vater habe sie nie gesehen und kennengelernt. „Ihre Mutter habe die Partner häufiger gewechselt als ihre Schlüpper”, habe H. Christina F. berichtet. Sie habe eine Halbschwester. Und guten Kontakt zu ihren Großeltern.
In dem Bericht der Gerichtshelferin steht auch: Gina H. habe in der Schule langsamer gelernt, damit es ihrer Halbschwester besser gehe. H. habe Mobbing in der Schule zudem erlebt; wörtlich heißt es: „Haare anbrennen und in Mülltonne stecken”.
Fall Fabian (†8) aus Güstrow – die Chronologie des Verbrechens
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Hat Gina H. das Sorgerecht für ihren Sohn verloren?
In dem Gespräch mit der Gerichtshelferin hat Gina H. auch über ihr früheres Liebesleben und ihren Sohn gesprochen. So berichtet Christina F. vor Gericht, was die Angeklagte ihr sagte: Die Beziehung zum Vater ihres eigenen Kindes J. sei von häuslicher Gewalt geprägt gewesen. Die Trennung sei nicht einvernehmlich gewesen. H. habe danach zudem Sorge gehabt, ihr Ex würde den Sohn ins Ausland entführen. Gina H. erwirkte daher ein gerichtliches Annäherungsverbot.
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Gina H. soll an diesem 9. Januar beim Besuch der Gerichtshelferin in der JVA auch gesagt haben, dass ihr das Sorgerecht für ihren Sohn entzogen wurde. Deshalb habe sie gesagt: „Jetzt bin ich keine Mutter mehr”. Das habe sie sachlich und analytisch gesagt, was F. gewundert habe. Gina H.s Sohn kam schon im November 2025 in Obhut der Jugendhilfe, nachdem die Tatverdächtige in U-Haft gekommen war.
Gina H. steht seit April wegen Mordes vor Gericht
Fabian aus Güstrow verschwand am 10. Oktober 2025 spurlos. Vier Tage später meldete sich ausgerechnet Gina H. bei der Polizei. Sie will die verbrannte Leiche des Jungen an einem Tümpel in einem abgelegenen Waldstück gefunden haben.

Anfang November wurde sie festgenommen und muss sich seit dem 27. April vor Gericht verantworten. Ihr mögliches Motiv laut Staatsanwaltschaft: Gina H. habe mit der Tat die Streitigkeiten mit Fabians Vater beenden wollen und gehofft, die Beziehung mit ihm so fortsetzen zu können. Die Angeklagte schweigt weiterhin beharrlich zu den Vorwürfen. Bis zu einer möglichen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche


