Nach Moped-Unfall in BrandenburgHunderte Menschen trauern um Vivien-Rose (†14) und ihre Freunde

Nach dem schweren Unfall mit vier Toten
Viele Menschen gedenken den Opfern des Horror-Unfalls auf der L200. (Archivbild)
adl, Annette Riedl/dpa, Annette Riedl
von Ida Achten

„Angemessene Worte für diese Tragödie zu finden, ist kaum möglich.“
Biesenthal ist noch immer im Schock! Vor rund anderthalb Wochen kommt es in dem 6000-Einwohner-Städtchen in Brandburg zu einem schrecklichen Unfall: Eine 14-Jährige sowie drei junge Männer im Alter von 15, 16 und 19 Jahren sterben. Jetzt trauert der Ort um Vivien Rose und Max, Jonas und Julian.

Sogar die Polizei kommt zum Einsatz!

Am Mittwochabend, 7. Oktober, fährt ein 61-jähriger Autofahrer bei einem Überholmanöver auf der L200 in eine Gruppe von jugendlichen Moped-Fahrern. Nur einer von ihnen überlebt, die anderen Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren sterben noch am Unfallort. Jetzt– genau eine Woche später – kommen hunderte Menschen zusammen, nachdem auf Social Media zu einem Gedenken aufgerufen wird. Jugendliche, Klassenkameraden und Freunde, aber auch Familien mit kleinen Kindern und ältere Menschen.

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An der Unfallstelle wird die Geschwindigkeit bereits auf 30 Kilometer pro Stunde gedrosselt, um die Menschen zu schützen, die jeden Tag den Unfallort besuchen. Die Polizei hat bereits den Auftrag, die Straße zu sperren, wenn es zu voll wird. Was auf die Einsatzkräfte zukommt, wissen sie vorher aber nicht. Gegen 17.40 Uhr muss die Straße dann komplett gesperrt werden.

Als der Motor aufheult, wird es emotional

Plötzlich machen alle Platz, als ein Moped vorfährt. Der junge Fahrer lässt den Motor mehrmals aufheulen und dann fliegen Luftballons in den Himmel – davon viele mit blauen Karten mit einem letzten Gruß an die Verstorbenen. Kurz darauf steigen noch Silvesterknaller auf, der Himmel ist leuchtend orange gefärbt.

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Dann herrscht plötzlich Stille. Menschen weinen, viele liegen sich in den Armen und einige winken den Ballons hinterher in Richtung Himmel. Auch die Autofahrer, die an der Absperrung warten müssen, geben keinen Ton von sich.

Bereits in der vergangenen Woche hat die Schwester der toten 14-Jährigen Vivien Rose einen Spendenaufruf auf GoFundMe gestartet, mit dem Ziel 20.000 Euro für die Beerdigung ihrer Schwester zu sammeln. Mittlerweile liegen die Spenden bereits bei fast 70.000 Euro!

Der Unfall hat Konsequenzen

Jacques Lüttig (17) und sein Kumpel Elias Pomreinke (16) kannten zwei der verunglückten Fahrer. Auch für sie hat der Unfall Konsequenzen: „Man steigt schon mit einem anderen Bauchgefühl auf das Moped“ sagt der 17‑Jährige. „Ich fahre vorsichtiger, denke mehr darüber nach, was ich tue“ stellt Elias fest.

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Und auch bei den Autofahrern bemerkt Jacques eine Veränderung: „Ich habe momentan das Gefühl, dass die deutlich vorsichtiger fahren“, erzählt der 17‑Jährige. „Vielleicht hat sich das Bewusstsein bei ihnen geschärft, vorsichtiger zu fahren, mehr mitzudenken und beispielsweise vor Kuppen nicht zu überholen, wenn sie die Straße nicht richtig einsehen können.“

Selbst bei der Sitzung der Stadtverordneten in Bernau wird mit einer Schweigeminute der verstorbenen Jugendlichen gedacht. „Der dramatische Unfall hat die Stadt Bernau und den ganzen Landkreis erschüttert“, sagt der Vorsitzende Péter Vida. „Angemessene Worte für diese Tragödie zu finden, ist kaum möglich.“

Verwendete Quellen: Lausitzer Rundschau und RTL-eigene Recherche