500 Menschen betroffen – Chaos in München viel größerLufthansa gesteht! Viel mehr Menschen über Nacht in stehenden Fliegern eingesperrt als bisher zugegeben

Ein Lufthansa-Flugzeug in München
Hunderte Menschen waren eine Nacht lang in parkenden Lufthansa-Flugzeugen in München gefangen. Es gab kein Personal, um sie rauszuholen (Symbolbild)
Alex Tino Friedel - ATF Pictures

Es war viel schlimmer, als Lufthansa zunächst zugegeben hatte!
RTL.de hatte über EINEN verstörenden Vorfall am Flughafen München berichtet. 123 Passagiere nach Kopenhagen (Flug LH 2446) mussten von Donnerstag (19. Februar) auf Freitag in einem parkenden Airbus A320 auf einer Außenposition übernachten. Denn der Flughafen hatte wegen der Nacht den Betrieb eingestellt. Weder Lufthansa noch der Airport konnten einen Bus organisieren, der die Reisenden zurück ins Terminal brachte. Jetzt kann RTL exklusiv berichten: Passagiere von insgesamt FÜNF Flugzeugen ließen Lufthansa und der Flughafen München über Nacht einfach in den teils sehr engen Maschinen sitzen. 500 Fluggäste waren betroffen.

Chaos am Flughafen München: 500 Menschen über Nacht in mehreren Lufthansa-Flugzeugen gefangen

Die Bestuhlung der Economy-Class in einem Airbus A380 von Lufthansa
Eng an eng verbrachten hunderte Passagiere die Nacht am Boden in Lufthansa-Flugzeugen. Es bewegte sich nichts. Das Symbolbild zeigt die Economy-Class in einem Airbus A380 von Lufthansa.
Rolf Bewersdorf / Lufthansa Media Lounge

Nach RTL-Informationen versuchte Lufthansa am Donnerstagabend, mehrere Maschinen auf den letzten Drücker noch in die Luft zu bekommen. Wegen schlechten Wetters hatte es in München den gesamten Tag über Verspätungen und auch Flugausfälle gegeben. Doch der Plan der deutschen Premium-Airline ging gründlich schief. Am Ende strandeten hunderte Passagiere in ihren Flugzeugen auf dem Vorfeld des Flughafens München. Denn der hatte trotz verlängerter Starterlaubnis bis 1 Uhr nachts statt Mitternacht den Betrieb irgendwann einfach eingestellt. Fast das gesamte Airport-Personal hatte Feierabend gemacht. Damit war klar: Es bewegt sich kein Flugzeug mehr. Egal, wie viele Menschen darin gefangen sind. Egal, ob es etwas zu essen oder zu trinken gibt.

Ein Lufthansa-Sprecher gibt zu: Es waren fünf Flugzeuge der Airline-Gruppe mit 500 Passagieren betroffen:

  • Flug LH 768 München-Singapur

  • Flug LH 2446 München-Kopenhagen

  • Flug LH 1646 München-Danzig

  • Flug EN 8016 München-Graz (durchgeführt von Air Dolomiti)

  • Flug EN 8206 München-Venedig (durchgeführt von Air Dolomti)

Lufthansa zu RTL.de: „Die Flugzeuge mussten nach den Vorgaben des Flughafens auf eine Außenparkposition zurückkehren. Ein Parken am Terminalgebäude war nicht möglich. Aufgrund einer ungenügenden Kapazität an Vorfeldbussen der FMG [Flughafen München GmbH, d. Redaktion] konnten die Passagiere zunächst nicht das Flugzeug verlassen. Die Crews informierten die Gäste fortlaufend und versorgten sie bestmöglich mit den an Bord vorhandenen Getränken und Essen. Erst nach Stunden konnten die Passagiere von den Bussen abgeholt werden und somit die Flugzeuge verlassen.

Hatte der riesige Flughafen München in der Chaos-Nacht nur einen Busfahrer?

verdi Warnstreik am Flughafen München, 27.02.25
Das Vorfeld des Flughafens München wurde für die Passagiere von Lufthansa-Flug LH 2446 zum nächtlichen Gefängnis (Archivbild)
www.imago-images.de, IMAGO/Ardan Fuessmann

Nach RTL-Informationen hatte der Flughafen München (ein internationales Drehkreuz) in der Chaos-Nacht nur einen Busfahrer im Dienst, der Menschen von den Fliegern auf den Außenpositionen zurück ins Terminal hätte bringen können. Flughafen-Sprecher Robert Wilhelm spricht von „längeren Wartezeiten” für die Passagiere. Und: Die „Buskapazitäten auf den Vorfeldern [seien] eingeschränkt” gewesen.

Lufthansa hatte auf RTL-Anfrage zunächst bestätigt, dass der Flug LH 2446 mit 123 Passagieren an Bord von München nach Kopenhagen von dem Nacht-Chaos betroffen war. Erst als RTL Lufthansa dann mit neuen Rechercheergebnissen konfrontierte, gab die Airline zu: Es waren noch vier weitere Flugzeuge und insgesamt 500 Menschen betroffen.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Statement Lufthansa, Statement Flughafen München