Flug von München nach Kopenhagen wird zu DramaLufthansa sperrt 123 Passagiere eine Nacht gegen ihren Willen in Flugzeug ein

Es sollte ein kurzer Flug von München nach Kopenhagen (Dänemark) werden – dann sitzen 123 Menschen gegen ihren Willen im Flugzeug der deutschen Premium-Airline Lufthansa fest.
Das Drama am Flughafen München geht eine ganze Nacht lang. Ohne ausreichend Essen, Getränke und Decken werden die Passagiere vom 19. auf den 20. Februar im Airbus 320 von Lufthansa eingesperrt. Wie konnte es dazu kommen?
Chaos-„Flug” LH 2446: Lufthansa streicht die Verbindung, hält Passagiere aber an Bord fest
Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag (19. Februar 2026) am Flughafen München. Lufthansa-Flug LH 2446 sollte dort um 21.30 Uhr starten. Das Ziel: Kopenhagen (Dänemark) nur 95 Minuten später. Doch es kam völlig anders.
Passagiere berichten der dänischen Zeitung Ekstra Bladet von dramatischen Szenen und Chaos. Der Flug bekam immer wieder eine spätere Abflugzeit. Dennoch wurden die Reisenden mit Bussen zu dem Airbus 320 auf die Außenposition gebracht und stiegen ein. Dann geschah nichts. Angeblich sollte der Flieger schließlich um 23.56 Uhr starten. Am Ende teilt die Lufthansa-Besatzung den Passagieren mit: Die Verbindung ist gestrichen, das Flugzeug werde sich nicht mehr vom Fleck bewegen.
Søren Thieme, seine Frau und die beiden Kinder kommen aus dem Thailand-Urlaub, wollten weiter in die Heimat Dänemark. Sie sind an Bord des annullierten Weiterflugs nach Kopenhagen. Der 49 Jahre alte Däne sagt der Zeitung Ekstra Bladet: „Ich denke dann: Das ist ja blöd, schließlich waren wir schon einen ganzen Tag unterwegs. Aber dann müssen wir aus dem Flugzeug raus und zum Flughafen, weil wir zwei Kinder dabeihaben.”
Doch genau das passiert nicht. Lufthansa lässt die Passagiere nicht aussteigen, hält sie an Bord des Flugzeugs fest. Familienvater Thieme: „Plötzlich erfahren wir von der Lufthansa-Crew, dass sie niemanden mehr im Flughafen erreichen können. Der Flughafen sei geschlossen, heißt es. Dann wird uns mitgeteilt, dass alle Busfahrer nach Hause gefahren sind und wir das Flugzeug nicht verlassen dürfen.”
Keine Verpflegung, keine Decken

Damit ist klar: Sowohl die Passagiere als auch die Lufthansa-Piloten und Flugbegleiter müssen die Nacht eingesperrt im Flugzeug auf dem Boden des Flughafens München verbringen, obwohl das Terminal in Sichtweite ist. Familienvater Thieme: „Es gab weder Essen noch Trinken für uns. Auch keine Decken. Und wir haben kleine Kinder, die nichts zu essen bekamen. Sie hatten nur ein paar Wasserflaschen.” Stundenlang harren die Menschen so an Bord aus.
Dann kommt endlich Rettung! Als der Flughafen München am Morgen den Betrieb wieder aufnimmt, rollen mobile Treppen und Busse heran. ENDLICH können die Menschen ihr Flugzeug-Gefängnis verlassen.
Lufthansa schiebt alles auf das Wetter
Lufthansa hat sich bisher nur in der Zeitung Ekstra Bladet erklärt. Ein Sprecher der Fluggesellschaft meinte dort, es habe am 19. Februar geschneit und Verzögerungen wegen des Wetters gegeben. Und weiter: „Die Passagiere des Fluges LH 2446 nach Kopenhagen mit 123 Personen waren ebenfalls von wetterbedingten Störungen betroffen. Das Flugzeug musste gemäß den Anweisungen des Flughafens München auf dem Vorfeld bleiben. Aufgrund fehlender Vorfeldbusse konnten die Passagiere erst in den frühen Morgenstunden zum Terminal gebracht werden. Lufthansa bedauert die dadurch entstandenen Unannehmlichkeiten zutiefst.”
Eine Anfrage von RTL.de ließ Lufthansa zunächst unbeantwortet.
Verwendete Quellen: Ekstra Bladet, One Mile At A Time, eigene RTL-Recherche


