Jetzt spricht LufthansaWarum wurden 123 Passagiere eine Nacht lang in einem parkenden Flieger eingesperrt?

123 Passagiere eine Nacht lang eingesperrt in einem Lufthansa-Flugzeug in München – wie konnte es dazu nur kommen?
RTL.de hatte über den verstörenden Vorfall berichtet. Jetzt erklärt Lufthansa, was passiert ist. Und warum man den Schuldigen woanders sieht.
Chaos-„Flug” LH 2446: Lufthansa streicht die Verbindung, hält Passagiere aber an Bord fest
Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag (19. Februar 2026) am Flughafen München. Lufthansa-Flug LH 2446 sollte dort um 21.30 Uhr starten. Das Ziel: Kopenhagen (Dänemark) nur 95 Minuten später. Doch es kam völlig anders (hier zum ersten RTL.de-Bericht).
Der Flug bekam immer wieder eine spätere Abflugzeit. Dennoch wurden die Reisenden mit Bussen zu dem Airbus 320 auf die Außenposition gebracht und stiegen ein. Dann geschah nichts. Angeblich sollte der Flieger schließlich um 23.56 Uhr starten. Am Ende teilte die Lufthansa-Besatzung den Passagieren mit: Die Verbindung sei gestrichen, das Flugzeug werde sich nicht mehr vom Fleck bewegen.
Søren Thieme, seine Frau und die beiden Kinder sind an Bord. Sie berichten der Zeitung Ekstra Bladet: „Plötzlich erfahren wir von der Lufthansa-Crew, dass sie niemanden mehr im Flughafen erreichen können. Der Flughafen sei geschlossen, heißt es. Dann wird uns mitgeteilt, dass alle Busfahrer nach Hause gefahren sind und wir das Flugzeug nicht verlassen dürfen.”
Keine Verpflegung, keine Decken

Damit ist klar: Sowohl die Passagiere als auch die Lufthansa-Piloten und Flugbegleiter müssen die Nacht eingesperrt im Flugzeug auf dem Boden des Flughafens München verbringen, obwohl das Terminal in Sichtweite ist. Familienvater Thieme: „Es gab weder Essen noch Trinken für uns. Auch keine Decken. Und wir haben kleine Kinder, die nichts zu essen bekamen. Sie hatten nur ein paar Wasserflaschen.” Stundenlang harren die Menschen so an Bord aus.
Lufthansa spricht von „Engpässen bei den Vorfeldbussen”
Am nächsten Morgen (Freitag, 20. Februar) passiert endlich etwas! Der Flughafen München erwacht zum Leben. Das ist die Rettung für die 123 Passagiere und die Lufthansa-Crew von Flug LH 2446.
RTL.de fragt bei Lufthansa nach, wie es zu der Zwangsübernachtung im Flieger kommen konnte. Ein Sprecher zu RTL.de: „Aufgrund der Wetterlage am 19. Februar mit starkem Schneefall am Flughafen München kam es zu temporären Schließungen der Startbahn und massiven Verzögerungen bei Enteisungsvorgängen.” Davon sei auch der Flug München-Kopenhagen betroffen gewesen.
Der Sprecher sieht den Flughafen München in der Verantwortung: „Die Fluggäste mussten nach Vorgabe des Flughafens München zunächst an Bord im Flugzeug bleiben, welches auf einer Außenposition des Vorfelds geparkt war. Aus Sicherheitsgründen konnten die Passagiere das Flugzeug erst verlassen, als Passagiertreppen und ein Passagierbus zur Verfügung standen. Aufgrund von Engpässen bei den Vorfeldbussen konnten die Passagiere dieses Fluges erst in den frühen Morgenstunden wieder ins Terminal gefahren werden. Lufthansa bedauert die Unannehmlichkeiten für ihre Passagiere sehr und steht mit dem Flughafen München in engem Austausch, um die Vorgänge und Abläufe in dieser Nacht zu überprüfen.”
Warum Lufthansa die Passagiere überhaupt an Bord brachte – darauf antwortet die Airline RTL.de nicht. Wollte man um jeden Preis noch starten? Hat man die Situation von Anfang an falsch eingeschätzt? Unklar.
Der Flughafen München ließ eine Anfrage von RTL.de zunächst unbeantwortet.
Verwendete Quellen: Ekstra Bladet, One Mile At A Time, eigene RTL-Recherche, Statement Lufthansa


