Mitten über dem offenen MeerLufthansa Boeing 777-F sendet Notsignal und dreht plötzlich um

Frachtjet sinkt auf nur noch rund 3.000 Meter.
Eigentlich soll Flug LH8189 von Chicago nach Frankfurt fliegen. Doch über dem Atlantik setzen die Piloten der Lufthansa Boeing 777-F den Notfallcode 7700 und ändern ihren Kurs. Nach mehreren Stunden landet der Frachtjet sicher in New York. Warum die Crew den Notfall meldet, ist bislang unklar.
Lufthansa Boeing 777-F dreht über dem Atlantik um
Rund 2.700 Kilometer liegen bereits hinter Flug LH8189, als sich der Flugplan plötzlich ändert. Die Lufthansa-Cargo-Maschine ist am Samstag um 14.34 Uhr Ortszeit in Chicago gestartet und auf dem Weg nach Frankfurt. Kurz nachdem sie das offene Meer östlich von Neufundland erreicht, meldet die Crew den Notfallcode 7700. Anschließend dreht die Boeing um und nimmt wieder Kurs auf Nordamerika.
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Flugdaten von Flightradar24 zeigen außerdem eine auffällige Änderung bei der Flughöhe. Die Boeing sinkt auf 10.000 Fuß. Das sind umgerechnet rund 3.050 Meter. Zum Vergleich: Langstreckenjets fliegen auf Reiseflughöhe normalerweise deutlich höher.

Was bedeutet eine längere Strecke in nur rund drei Kilometern Höhe? Sie kann auf ein technisches Problem hindeuten, bei dem die Crew bewusst tiefer fliegen muss. Eine mögliche Erklärung wäre etwa ein Problem mit dem Kabinendruck. In rund 3.000 Metern Höhe ist der Luftdruck deutlich höher als auf typischen Reiseflughöhen. Aus der Flughöhe allein lässt sich die Ursache des Zwischenfalls allerdings nicht bestimmen.
Sechs Stunden nach ihrem Start landet die Maschine schließlich sicher auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen in New York. Flightradar24 führt den ursprünglich nach Frankfurt geplanten Flug als nach JFK umgeleitet.
Was bedeutet das Notsignal Squawk 7700?
Squawk 7700 ist ein international verwendeter Notfallcode in der Luftfahrt. Piloten stellen ihn am sogenannten Transponder ein. Das ist ein Gerät an Bord, das unter anderem Daten zur Identifizierung des Flugzeugs an die Flugsicherung übermittelt.
Mit 7700 signalisiert die Besatzung den Fluglotsen eine allgemeine Notlage. Was genau passiert ist, verrät der Code allein nicht. Dahinter können beispielsweise technische Probleme oder ein medizinischer Notfall stecken.
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Die D-ALFI trägt eine ganz besondere Lackierung
Bei der betroffenen Maschine handelt es sich um eine Boeing 777-F mit dem deutschen Kennzeichen D-ALFI. Das „F“ steht für „Freighter“, also Frachter. Die Maschine transportiert Fracht und keine regulären Passagiere. Flightradar24 bestätigt sowohl Flugzeugtyp als auch Registrierung.
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Die Boeing wurde 2020 in Dienst gestellt und fällt auch optisch auf. Sie trägt den Namen „¡Buenos días México!“ und eine Sonderlackierung für das Hilfsprojekt Cargo Human Care. Auf dem Frachter sind unter anderem Porträts kenianischer Kinder zu sehen, die im vom Hilfsprojekt betriebenen „Mothers’ Mercy Home“ leben.
Warum die Crew auf dem Weg nach Frankfurt den Notfall erklärte und eine Ausweichlandung in New York vornahm, bleibt derzeit offen. Eine Anfrage von RTL ließ Lufthansa Cargo zunächst unbeantwortet.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Flightradar24


