Liveticker zum Grenz-DramaZahl der Toten bei Ceuta steigt auf 67

von Sebastian Fuhrmann, Camilla Koziol, Martina Lewinski und Jan Luhrenberg

Größter Ansturm seit 2021!
60.000 Migranten haben Polizeiangaben zufolge binnen weniger Tage die Grenze von Marokko zur spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika gestürmt. Dutzende sind beim Versuch, Ceuta zu erreichen, ums Leben gekommen. In unserem Liveticker informieren wir euch stets über die neuesten Entwicklungen.

Grenz-Drama in Ceuta – hier geht’s zu unserem Live-Ticker!

Wichtige Updates
Sebastian Fuhrmann

Zahl der Toten bei Ceuta steigt auf 67

In der Krise um die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta sind mindestens 67 Migranten ums Leben gekommen. Das berichtet die spanische Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die Vertretung des spanischen Innenministeriums in Ceuta. Demnach haben Einsatzkräfte der Polizeieinheit Guardia Civil seit Freitagnachmittag zehn weitere Leichen gefunden. Zuvor waren 57 Tote bestätigt worden. Einsatzkräfte suchen auch am Vormittag das Meer weiter ab. 
Sebastian Fuhrmann

Bericht: Angespannte Nacht in Nordafrika-Exklave Melilla 

Nach versuchten Grenzübertritten hat die Polizei in der zweiten spanischen Nordafrika-Exklave Melilla Medienberichten zufolge die ganze Nacht die Grenze zu Marokko abgesichert. Auf Bildern des staatlichen Fernsehens RTVE war zu sehen, wie zahlreiche Streifenwagen der Guardia Civil mit Blaulicht den Grenzverlauf entlangfahren. Unbekannt blieb, wie viele Menschen versuchten, den Grenzzaun zu überqueren oder gar in die Stadt gelangten. Ein Reporter von RTVE sprach von "mehreren Versuchen". 
Am späten Freitagabend hatten rund 500 Menschen in mindestens zwei Schüben versucht, sich von Marokko aus Zutritt zu der Exklave zu verschaffen, wie Medien berichteten. Mehrere Menschen warfen demnach Steine auf die Beamten, während die Sicherheitskräfte Tränengas eingesetzt hätten. Es blieb unklar, ob einige der Migranten nach Melilla gelangt waren. Der Grenzübergang Beni Enzar ist seit Donnerstagabend geschlossen. 
Sebastian Fuhrmann

Bericht: Migranten versuchten Grenzüberquerung in Melilla 

In der zweiten spanischen Nordafrika-Exklave Melilla kam es Berichten zufolge zu erneuten Versuchen von Migranten, irregulär einzureisen. Nach dem Andrang Zehntausender Menschen in Ceuta in den vergangenen Tagen hätten am Freitagabend in Melilla rund 500 Menschen versucht, die Grenze von Marokko aus zu überqueren, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE. Die Sicherheitskräfte seien im Einsatz gewesen.
Zwei Stunden später, um 21 Uhr, habe es einen weiteren Versuch gegeben, den Grenzzaun zu überwinden. Mehrere Menschen haben dem Bericht zufolge Steine auf die Beamten geschleudert, während die Sicherheitskräfte Tränengas eingesetzt hätten. Zunächst war unklar, ob einige der Migranten nach Melilla gelangt waren. Der Grenzübergang Beni Enzar ist seit Donnerstagabend geschlossen. 
Sebastian Fuhrmann

EU berät sich in Krisensitzung 


In der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika hat der große Andrang von Migranten zwar nachgelassen – doch die Folgen der Krise sind in Europa längst nicht vorbei. Heute wollen sich Experten der EU-Mitgliedstaaten in einer Krisensitzung über die Entwicklungen austauschen, wie ein Sprecher der irischen Ratspräsidentschaft mitteilte.
"Keine einzige Person hat die Grenze zum EU-Festland überschritten", versicherte EU-Migrationskommissar Magnus Brunner. Nach Angaben des spanischen Außenministers José Manuel Albares sind nahezu alle der mindestens 50.000 irregulär eingereisten Menschen von Ceuta nach Marokko zurückgekehrt. Mindestens 57 Menschen waren beim Überqueren der Grenze nach Ceuta übers Meer ums Leben gekommen. 

Im Mai 2021 kamen innerhalb von 36 Stunden mehr als 8.000 Menschen

Mindestens 19 Menschen kamen dabei bisher ums Leben. Es ist die größte Zahl von nach Ceuta gekommenen Migranten seit 2021. In der Nacht und auch am Freitagmorgen kamen demnach weiter Hunderte Menschen über die Grenze, aber viele kehrten auch zurück. Die Lage habe sich etwas entspannt, hieß es.

Verwendete Quellen: dpa, AFP