Noch immer versuchen tausende Menschen aus Marokko, in die Stadt Ceuta zu gelangen – über die Landgrenze wie hier gegen Mittag, und übers Wasser. Rund 60 000 Menschen haben es nach Behördenangaben in die Stadt geschafft, die selbst nur rund 80 000 Einwohner hat
„Wir haben kein gutes Leben in Marokko, wir haben keine medizinische Versorgung, keine guten Lehrer – das Leben ist schlecht, deshalb sind wir hierher geschwommen."
Der Weg übers Wasser ist bis zu zwei Kilometer lang – mindestens 57 Menschen sind bisher ums Leben gekommen.
Ceuta liegt in Afrika – am Nordzipfel Marokkos – gehört aber zu Spanien. Die Regierung entsandte inzwischen 60 Soldaten und 200 Spezialkräfte. Am Mittag besucht Ministerpräsident Sanchez die Stadt, verspricht einen besseren Schutz der Grenze.
„Wir betrachten das, was gestern geschah, als Angriff, als Verletzung der territorialen Integrität Spaniens."
Damit keine Migranten nach Europa kommen, fordern Italien, Finnland und Dänemark jetzt, Spanien aus dem Schengenraum auszuschließen – also die Reisefreiheit einzuschränken. Frankreich verstärkt seine Grenzkontrollen. Innenminister Dobrindt kündigt heute an, die Kontrollen an den deutschen Grenzen zu verlängern – auch wegen Ceuta.
Spanische Behörden berichten am Nachmittag, dass 25.000 Migranten bereits nach Marokko zurückgeführt wurden. Alle freiwillig. Wie mit den anderen verfahren wird – das ist noch offen.