Live-Ticker zum Anschlag auf Berliner CSDMutmaßlicher Beifahrer laut Medienberichten festgenommen

von Roger Saha, Nele Balgo, Doro Steitz und Dimitri Blinski

Horror beim CSD in Berlin!
Am Samstagabend ist ein weißer Mini-Van durch den Großen Tiergarten in die Menschenmenge gerast. Es gibt mindestens eine Tote und 16 Verletzte. Die Zahl der Opfer hat die Polizei am Abend bestätigt. Mehrere Menschen wurden „durch Stichwerkzeuge verletzt”. Die Beamten fahndeten nach einem oder mehreren Verdächtigen. Einer sei identifiziert. Er ist polizeibekannt und wird laut der Ermittler der islamistischen Szene zugerechnet.

Möglicherweise Anschlag auf CSD in Berlin: Hier im Live-Ticker die Entwicklung verfolgen

Wichtige Updates
Anja Blanuscha

Dobrindt stuft Bluttat beim Berliner CSD als "islamistischen Terroranschlag" ein 

Nach dem Angriff am Rande des Berliner CSD hat sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) vor der Presse geäußert. Dabei sagte der Bundesinnenminister: "Alles was wir hier sehen, deutet darauf hin, dass wir es mit einem islamistischen Terroranschlag zu tun haben." 
Anja Blanuscha
Söder fordert nach Amokfahrt Härte – "Aber Lebensfreude nicht nehmen lassen"
CSU-Chef Markus Söder hat "alle Härte" bei der Aufklärung der Amokfahrt beim Christopher Street Day (CSD) gefordert, aber vor falschen Konsequenzen gewarnt. "Wir dürfen uns deswegen nicht die gesamte Lebensfreude nehmen lassen", sagte Bayerns Ministerpräsident am Sonntag im ZDF-Sommerinterview. Man versuche es gerade in Bayern mit der richtigen Balance aus Sicherheit auf der einen Seite und "natürlicher Liberalität" auf der anderen Seite. Der Anschlag in Berlin sei deshalb so schlimm, weil die CSD-Veranstaltung Ausdruck von Lebensfreude, Freiheit und Toleranz gewesen sei. Deshalb handele es sich um einen "bewussten Anschlag auf die Freiheitsidee unseres Landes und deswegen muss auch mit aller Härte dagegen vorgegangen werden", sagte Söder.
Anja Blanuscha

Grüne fordern mehr Befugnisse für Behörden 

Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hat der Grünen-Innenexperte Konstantin von Notz mehr Befugnisse für die Sicherheitsbehörden im Vorgehen gegen gewaltbereite Islamisten gefordert. "Wir müssen wirklich alles daran setzen, dass unsere Sicherheitsbehörden die Fähigkeiten bekommen, gegen solche Bedrohungen besser vorzugehen als bisher", sagte von Notz am Sonntag in Berlin.
"Es lässt einen ziemlich fassungslos zurück, dass es hier offenbar wieder um einen Gefährder geht, den man schon länger auf dem Zettel hatte", sagte der Grünen-Politiker. Einem Bericht des "Spiegel" zufolge soll der flüchtige Verdächtige Abdul B. den Behörden bereits als Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aufgefallen sein. Die Polizei schrieb ihn zur Fahndung aus.
Der Grünen-Politiker von Notz sagte, es zeichne sich ein "islamistischer Hintergrund" der Tat ab. "Die Menschenverachtung, die in einer solchen Tat zum Ausdruck kommt, wenn hier gestern Abend in Berlin Hunderttausende von Menschen ausgelassen feiern, und ein Mensch mit absolutem Vernichtungswillen mit einem Fahrzeug in Menschen reinfährt – das ist entsetzlich, und es widert mich an." 
Anja Blanuscha

Mutmaßlicher Beifahrer soll festgenommen worden sein

Nach rbb-Informationen wurde noch in der Nacht ein Mann festgenommen. Es soll sich um einen Mann mit iranischer Staatsbürgerschaft handeln. Die Polizei soll davon ausgehehen, dass er beim Anschlag auf den CSD mit im Auto gesessen hat. Die Fahndung nach dem Tatverdächtigen Abdul B. läuft aber weiter. 

Am Samstag hatten hunderttausende Menschen unter dem Motto „Haltung ist hot” am Christopher Street Day in Berlin teilgenommen. Die jährlich organisierten CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar „Stonewall Inn” in der Christopher Street New York stürmte. Es folgten tagelange gewaltsame Auseinandersetzungen mit Aktivsten, die als Geburtsstunde der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung gelten.

Verwendete Quellen: mpa/dpa/AFP