Live-Ticker zum Anschlag auf Berliner CSDDobrindt stuft Bluttat beim Berliner CSD als „islamistischen Terroranschlag” ein

von Roger Saha, Nele Balgo, Doro Steitz und Dimitri Blinski

Horror beim CSD in Berlin!
Am Samstagabend ist ein weißer Mini-Van durch den Großen Tiergarten in die Menschenmenge gerast. Es gibt mindestens eine Tote und 16 Verletzte. Die Zahl der Opfer hat die Polizei am Abend bestätigt. Mehrere Menschen wurden „durch Stichwerkzeuge verletzt”. Die Beamten fahndeten nach einem oder mehreren Verdächtigen. Einer sei identifiziert. Er ist polizeibekannt und wird laut der Ermittler der islamistischen Szene zugerechnet.

Möglicherweise Anschlag auf CSD in Berlin: Hier im Live-Ticker die Entwicklung verfolgen

Wichtige Updates
Anja Blanuscha

Dobrindt stuft Bluttat beim Berliner CSD als "islamistischen Terroranschlag" ein 

Nach dem Angriff am Rande des Berliner CSD hat sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) vor der Presse geäußert. Dabei sagte der Bundesinnenminister: "Alles was wir hier sehen, deutet darauf hin, dass wir es mit einem islamistischen Terroranschlag zu tun haben." 

Auf eine derartige Motivation des Tatverdächtigen deute "alles" hin, sagte Dobrindt am Sonntag in Berlin. Eine Frau sei getötet worden, zudem gebe es "29 Verletzte und Schwerstverletzte", sagte der Minister. Dobrindt erklärte auch, dass der Tatverdächtige nicht nur sein Fahrzeug als Waffe benutzt habe. Er sei mutmaßlich auch mit einer Machete auf Passanten losgegangen, so Dobrindt. Nach Worten des Bundesinnenministers Alexander Dobrindt (CSU) sei Abdul B. schon in der Vergangenheit "auffällig" geworden. Dobrindt sprach von einem "hohen Maß von Straftaten" und einer "islamistischen Radikalisierung" des 21-Jährigen, nach dem weiterhin intensiv gefahndet wird. 

Dobrindt sprach bei der Pressekonferenz im Berliner Tiergarten ein Dankeschön an alle aus, die tapfer dafür gesorgt haben, dass es möglicherweise nicht zu noch mehr Todesopfer gekommen ist. Weiter bedankte er sich bei allen, "die gestern Nacht hier als Ersthelfer unterwegs waren." Es habe sich ein schreckliches Bild geboten. 

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner lobte bei der Pressekonferenz auch nochmal das schnelle und reibungslose Vorgehen der zahlreichen Einsatzkräfte, die schnell vor Ort waren und "Großes" geleistet haben. Wegner verteidigte die Sicherheitsmaßnahmen beim CSD als sehr gut.  "Wir haben beim CSD eine hohe Sicherheit gehabt", sagte er. Wegner betonte: "Die Strecke des CSD wurde nicht getroffen. Dort ist der Täter nicht drauf gekommen. Weil die Polizei, die Sicherheitsbehörden, diesen Christopher Street Day abgesichert haben. Aber rund 400 Meter daneben sind immer noch Besucherinnen und Besucher, viele Menschen, die die Veranstaltung verlassen haben oder wieder hingehen wollten." 

Roger Saha

Bundeskanzler Merz auf dem Weg nach Berlin


Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) ist nach dem Terroranschlag auf den Christopher Street Day in Berlin auf dem Weg in die Hauptstadt. Das hat RTL aus Regierungskreisen erfahren. Der Kanzler wird um 16.30 Uhr zu einem Trauergottesdienst für die Opfer in der St. Marienkirche am Alexanderplatz kommen. Vorher wird er ein Statement abgeben. Wir berichten im Ticker und im Livestream.
Archivfoto
Archivfoto. dts Nachrichtenagentur
Anja Blanuscha

Söder fordert nach Amokfahrt Härte – "Aber Lebensfreude nicht nehmen lassen"

CSU-Chef Markus Söder hat "alle Härte" bei der Aufklärung der Amokfahrt beim Christopher Street Day (CSD) gefordert, aber vor falschen Konsequenzen gewarnt. "Wir dürfen uns deswegen nicht die gesamte Lebensfreude nehmen lassen", sagte Bayerns Ministerpräsident am Sonntag im ZDF-Sommerinterview. Man versuche es gerade in Bayern mit der richtigen Balance aus Sicherheit auf der einen Seite und "natürlicher Liberalität" auf der anderen Seite. Der Anschlag in Berlin sei deshalb so schlimm, weil die CSD-Veranstaltung Ausdruck von Lebensfreude, Freiheit und Toleranz gewesen sei. Deshalb handele es sich um einen "bewussten Anschlag auf die Freiheitsidee unseres Landes und deswegen muss auch mit aller Härte dagegen vorgegangen werden", sagte Söder.

Am Samstag hatten hunderttausende Menschen unter dem Motto „Haltung ist hot” am Christopher Street Day in Berlin teilgenommen. Die jährlich organisierten CSD-Kundgebungen erinnern an den 28. Juni 1969, als die Polizei die Schwulenbar „Stonewall Inn” in der Christopher Street New York stürmte. Es folgten tagelange gewaltsame Auseinandersetzungen mit Aktivsten, die als Geburtsstunde der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung gelten.

Verwendete Quellen: mpa/dpa/AFP