Bluttat an GymnasiumAmokalarm in Schongau! Täter (16) kam mit Messer und Waffe zur Schule – Lehrer und Polizei überwältigen ihn

von Maximilian Edelmann, Martin Eberl, Lilli Kissler, Johanna Werning, Roger Saha und Fabian Klein

Großeinsatz am Welfen-Gymnasium in Schongau (Oberbayern)!
An der Schule südlich von München herrscht am Mittwochmittag (8. Juli) plötzlich Amokalarm. Die Polizei bestätigt wenig später mehrere Schwerverletzte. Darunter mindestens zwei 13-jährige Mädchen. Der mutmaßliche Täter sei bereits gefasst. Er soll 16 Jahre alt sein. Alle Infos zu der Notlage findet ihr in unserem Liveticker.

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Amoklage an Schule in Bayern! Mehrere Verletzte

Wichtige Updates
Johanna Werning

Dobrindt: Schusswaffe des Täters versagte nach einem Schuss 

Bei seiner mutmaßlichen Amoktat an einem Gymnasium in Oberbayern hat der 16-jährige Tatverdächtige nach Worten von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) einen Schuss abgegeben – dann habe die Waffe versagt. „Der Täter hat sich dem Gymnasium mit einer Schusswaffe genähert, hat einen Schuss abgegeben, der niemanden verletzt hat“, sagte Dobrindt am Abend in Schongau – die Stadt liegt in seinem Bundestagswahlkreis. „Anschließend hat die Schusswaffe versagt, so dass keine weiteren Schüsse abgegeben werden konnten.“ Dann habe der Täter Messer gezogen. Lehrkräfte und Polizei hätten den Täter wenig später überwältigt und gestoppt.

Zwei 13-jährige Mädchen wurden auf dem Schulgelände in Schongau schwer verletzt, waren am Nachmittag laut Polizei aber außer Lebensgefahr. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte am Nachmittag mitgeteilt, dass der 16-Jährige kroatischer Staatsangehöriger ist und in der Vergangenheit in psychiatrischer Behandlung war. 
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU, vorn) kommt nach einer mutmaßlichen Amoktat am Welfen-Gymnasium auf das Schulgelände zu einem Statement
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU, vorn) kommt nach einer mutmaßlichen Amoktat am Welfen-Gymnasium auf das Schulgelände zu einem Statement. Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Fabian Klein

Augenzeugin beschreibt mutmaßliche Amoktat

„Meine Beine sind ganz schwach geworden", sagt die 13-Jährige. „Ich habe gar nicht mehr gewusst, wie ich jetzt reagieren soll, ob ich irgendwie kurz nach Hilfe rufen soll oder einfach mich ganz leise verhalten soll." Sie habe sich mit zwei Freunden für die zweite Variante entschieden. „Wir haben dann einfach weggeschaut und gehofft, dass der uns nicht bemerkt."
Zwei gleichaltrige Mädchen haben nicht so viel Glück an diesem Tag. Die beiden Schülerinnen, die, wie die 13-Jährige sagt, in ihre Parallelklasse gehen, werden schwer verletzt an diesem Tag in der Schule – offenbar von einem mit Messer und Pistole bewaffneten 16-Jährigen.
Fabian Klein
An diesem Feuerwehrhaus werden Betroffene und Angehörige psychologisch betreut.
An diesem Feuerwehrhaus werden Betroffene und Angehörige psychologisch betreut. Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Fabian Klein

Mutter holte ihren Sohn kurz vor der Bluttat ab

Rund eine Stunde vor der Attacke des 16-Jährigen holt Rebecca Kühnert ihren neunjährigen Sohn aus einer Schule neben dem Gymnasium ab, wenig später hört sie zahlreiche Sirenen in der kleinen Stadt. „Mir tun die anderen Kinder leid, die anderen Eltern, die wirklich was mitbekommen haben", erzählt sie RTL. All das sei „Herz zerschlagend", man mache sich da „wirklich Gedanken darüber, wie es weitergeht und ob es nochmal passieren kann."
Die Mutter war mit ihrem Sohn bereits Zuhause.
Die Mutter war mit ihrem Sohn bereits Zuhause. RTL

Festnahme und Verletzte an Gymnasium

Bei einer möglichen Amoktat an einem Gymnasium in Oberbayern sind laut einer Polizeisprecherin mindestens zwei Mädchen schwer verletzt worden. Die beiden seien ins Krankenhaus gebracht worden, sagte die Sprecherin. Ob sie in Lebensgefahr schwebten, blieb zunächst unklar. Auch ob die beiden Mädchen Schülerinnen des Gymnasiums sind, müsse noch geklärt werden, sagte die Polizeisprecherin.

Amoklauf am Welfen-Gymnasium in Schongau.
Amoklauf am Welfen-Gymnasium in Schongau.
RTL

Wie viele Menschen insgesamt wie schwer verletzt wurden, blieb zunächst unklar. Ein Polizeisprecher sprach zunächst von einer einstelligen Zahl. Der Vorfall deute auf eine Amoklage hin, hatte er gesagt.

Der mutmaßliche Täter sei nach dem Vorfall in Schongau festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Laut der Polizeisprecherin handelt es sich um einen 16-Jährigen. Auch bei ihm blieb zunächst unklar, ob er am Welfen-Gymnasium, auf dessen Gelände sich der Vorfall ereignete, zur Schule ging. Zu einer möglichen Tatwaffe äußerte sich die Sprecherin zunächst nicht.

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Anlaufstelle für Eltern eingerichtet

Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass sie mit zahlreichen Beamten am Welfen-Gymnasium in Schongau im Einsatz sei. Zum Grund äußerten sich die Beamten zunächst nicht. Allerdings wurden die Menschen vor Ort aufgerufen, das Areal zu meiden. Für Angehörige und Eltern von Schülerinnen und Schülern wurde eine Anlaufstelle am Feuerwehrhaus eingerichtet.

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Schongau ist eine Kleinstadt am Ufer des Lechs im westlichen Oberbayern mit mehr als 12.000 Einwohnern. Das Welfen-Gymnasium liegt nur wenige Hundert Meter von Altstadt und Lech entfernt. Laut Internetseite werden dort etwa 800 Schüler von mehr als 80 Lehrkräften unterrichtet. In direkter Nachbarschaft gibt es auch eine Grund-, Mittel- und Realschule.

In Bayern laufen die letzten Wochen des Schuljahres. Abiturienten haben bereits vor knapp zwei Wochen, am 26. Juni, ihre Zeugnisse erhalten, bei den restlichen Schülern steht dies am 31. Juli an.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa