„Angst, dass jemand komplett durchdreht“ RTL-Zuschauerin Jacky steckt stundenlang im kroatischen Grenz-Chaos fest

Stundenlanges Warten vor der serbisch-kroatischen Grenze
Stundenlanges Warten vor der serbisch-kroatischen Grenze
Privat

Urlaubsrückfahrt wird zum Albtraum.
Hupkonzerte, drängelnde Lkw und Autofahrer, die zunehmend die Nerven verlieren. RTL-Zuschauerin Jacky S. steckt am Donnerstag (6. August) auf der Heimreise aus Griechenland stundenlang an der serbisch-kroatischen Grenze fest. Am Ende braucht sie für die Fahrt von Thessaloniki nach Bonn anstatt geplanten 21 unglaubliche 33 Stunden.

Mit jeder Stunde wurde die Stimmung aggressiver

Als Jacky mit ihrer Reisegruppe die Heimfahrt von Thessaloniki nach Bonn antritt, ahnt sie noch nicht, was vor ihr liegt. Sechs Personen sind mit zwei Autos unterwegs. Bis kurz vor die serbisch-kroatische Grenze läuft alles problemlos. Google Maps und Apple Karten zeigen laut Jacky gerade einmal 15 bis 16 Minuten Verzögerung an. Vor Ort bietet sich ihnen ein völlig anderes Bild. Am Ende steht die Gruppe rund acht Stunden an der Grenze.

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Besonders die Stimmung im Stau bleibt Jacky im Gedächtnis. Anfangs hätten die Wartenden noch versucht, das Beste daraus zu machen. Mit jeder Stunde sei die Lage jedoch aggressiver geworden. Autofahrer hupen minutenlang, Menschen steigen aus und schreien herum. Fahrzeuge drängeln auf den Standstreifen, Lkw fahren laut Jacky bis auf wenige Zentimeter auf vorausfahrende Autos auf. Wer zurück auf eine andere Spur will, wird teilweise nicht mehr hineingelassen. Bei dem zweiten Wagen ihrer Gruppe kommt es sogar zu einem Auffahrunfall. „Irgendwann wurde die Stimmung wirklich so aggressiv, dass ich teilweise Angst bekommen habe, dass es gleich zu einer körperlichen Auseinandersetzung kommt“, erzählt sie.

Walkie-Talkies werden plötzlich zum Reise-Retter

Erschwert wird die Situation durch die extreme Hitze. An diesem Tag klettern die Temperaturen auf rund 42 Grad. Die Klimaanlage läuft deshalb permanent. Als ihr eigenes Auto plötzlich merkwürdig riecht, bekommt die Gruppe Angst, dass auch ihr Wagen schlappmachen könnte. Abstellen sei praktisch unmöglich gewesen. „Du wärst in diesem Auto einfach gegrillt worden“, beschreibt Jacky die Situation. Ringsherum sieht sie Autos mit geöffneten Motorhauben, andere Fahrzeuge werden sogar geschoben.

Ein entspannter Urlaub endete für Jacky und ihren Mann in einer Horror-Rückreise
Ein entspannter Urlaub endete für Jacky und ihren Mann in einer Horror-Rückreise
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Zum Glück hat Jackys Mann etwas eingepackt, worüber die anderen vorher noch gelacht hatten. Zwei günstige Walkie-Talkies. Ausgerechnet sie werden jetzt enorm wichtig, denn zeitweise funktioniert selbst die Internetverbindung nicht. Über Funk können die beiden Autos Kontakt halten und Spurwechsel absprechen. Auch Wasser wird zum Problem. In Serbien sei nach einigen Stunden ein Mann mit einem kleinen Wagen durch den Stau gekommen und habe Wasser angeboten. Dafür habe er laut Jacky fünf Euro verlangt.

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Fünf Stunden ohne Toilette – dann fehlt ausgerechnet ein Euro

Für Jacky persönlich wird der fehlende Toilettenzugang zur größten Qual. Schon relativ früh muss sie dringend, doch zwischen Leitplanken, Zaun und den vielen wartenden Menschen gibt es für sie keine Möglichkeit. Rund fünf Stunden hält sie nach eigener Aussage durch. Schließlich bekommt sie Schmerzen und Schweißausbrüche. Gemeinsam mit ihrer Freundin sucht sie bei mehreren Polizisten nach Hilfe und erreicht nach einigem Hin und Her endlich eine Toilette.

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Doch dort wartet die nächste böse Überraschung. Eine Frau verlangt einen Euro für die Benutzung. Jacky und ihre Freundin haben in der ganzen Aufregung kein Geld eingesteckt und bitten um eine Ausnahme. Vergeblich. Erst zwei deutschsprachige Frauen geben ihnen zwei Euro. Besonders schockiert Jacky, was sie danach beobachtet. Ein schwerbehinderter Junge steht mit seinem Vater vor der Toilette und soll nach ihrer Schilderung ebenfalls bezahlen. Auch er habe kein Geld dabeigehabt. Vater und Sohn seien schließlich wieder gegangen.

Nach 33 Stunden steht für Jacky eines fest

Als die Reisegruppe endlich die kroatische Grenze erreicht, ist die Tortur noch nicht vorbei. Dort beobachtet Jacky, wie einzelne Fahrzeuge ausführlich durchsucht werden. Erst nach insgesamt 33 Stunden erreichen sie und ihre Begleiter schließlich Bonn. Für die RTL-Zuschauerin steht nach diesem Erlebnis fest, dass sie eine solche Reise nicht noch einmal machen möchte.

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„Ich glaube, ich werde nie wieder außerhalb der EU mit dem Auto irgendwo hinfahren“, lautet ihr Fazit. Wenn überhaupt, dann nur nach genauer Recherche zu möglichen Grenzübergängen und Alternativrouten. Vor allem aber ist Jacky froh, dass alle heil angekommen sind und trotz Hitze, Gedränge und aggressiver Stimmung die Nerven behalten haben. „Die ganze Situation war wirklich eine der schlimmsten Sachen, die ich auf einer Reise erlebt habe.“

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche