Wie Urlauber die Situation erlebt haben Stau-Wahnsinn in Kroatien – Mutter mit autistischem Kind wartet 16 Stunden an der Grenze

An der Grenze geht es kaum vor noch zurück!
Am Wochenende brauchten Autofahrer, die durch Kroatien wollten, Nerven wie Drahtseile. Laut Grenzpolizei war es das bisher verkehrsreichste Wochenende des Jahres bisher. Eine Mutter aus Montenegro berichtet, dass sie 16 Stunden mit ihrem autistischen Kind im Stau gefangen war.
Mutter berichtet von 16 Stunden Wartezeit an Grenze zu Montenegro
An mehreren Grenzübergängen in Kroatien staute sich der Verkehr kilometerlang. Urlauber mussten stundenlang in der prallen Sonne ausharren und darauf warten, dass es endlich weitergeht. Vera aus Montenegro erzählt dem Nachrichtenportal tportal, dass sie 16 Stunden Wartezeit hinter sich habe – mit einem autistischen Kind im Auto. „Das geht einfach nicht, das ist zu viel”, meint die Autofahrerin. „Ich habe ein autistisches Kind, und wenn ich mit ihm warten muss, dreht es durch.”
Lese-Tipp: Mega-Staus an kroatischen Grenzübergängen – bis zu zehn Stunden Wartezeit
Auch andere Reisende sind entnervt. „Wir haben schon anderthalb Stunden im Stau verbracht und jetzt müssen wir nochmal drei bis vier Stunden warten”, beklagt ein Autofahrer aus Mailand, der auf dem Weg nach Albanien ist im Interview mit dem Sender RTL Televizija Croatia. „Ich weiß nicht, vielleicht müssen wir auch bis morgen früh warten.”
Autofahrer harren über Stunden im Stau aus
„Es ist so viel Verkehr, zu viel”, meint auch ein deutscher Autofahrer, der auf der A1 im Stau steht. „Das macht wirklich keinen Spaß.” Auch Nicole aus Polen ist mit den Nerven am Ende: „Es ist wirklich unangenehm und wir wollen einfach nur raus hier”, erklärt sie im Interview.
Valentino, der ebenfalls aus Deutschland angereist ist, versucht, es entspannt zu sehen. „Wenn man weiß, dass man bald am Meer ist, hält man eine Menge aus”, meint er. Mindestens dreieinhalb Stunden im Stau stehen ihm aber auch noch bevor, schätzt er.
Lese-Tipp: Durch diese Staufehler steht ihr noch länger!
Anwohner sprechen nach Mega-Stau von „Terror”
Doch nicht nur für die Urlauber wird der Megastau an den Grenzübergängen zur Belastungsprobe. Auch für die Anwohner in den Orten nahe der Grenze ist die Situation kaum auszuhalten. Die Autos stauen sich nicht nur auf der Hauptstrecke, sondern auch in den Dörfern in der Umgebung. Denn viele hätten versucht, den Stau zu umfahren, berichtet tportal. „Das ist schlichtweg Terror”, sagt ein Dorfbewohner.
Lese-Tipp: Stau umfahren oder ausharren: Was klappt besser? Wir haben es getestet!
Weil es an manchen Stellen kaum noch vorangegangen sei, hätten einige verzweifelte Anwohner sogar ihre Autos abgestellt und seien zu Fuß weitergegangen, heißt es in dem Artikel. Alle Ortsstraßen seien blockiert, erklärt Božo Lasić, der Bürgermeister von Konavle dem Nachrichtenportal. Er befürchtet, dass im Notfall die Rettungskräfte gar nicht durchkommen würden. „Gott bewahre, dass es zu einer Gefahr wie beispielsweise einem Brand kommen sollte. Das wäre eine totale Katastrophe“, sagt er im tportal-Interview.
Infrastruktur vor Ort ist dem Ansturm nicht gewachsen
Die Feuerwehr und der Zivilschutz sind inzwischen im Einsatz und verteilen Wasser an die Autofahrer, die in der prallen Sonne an den Grenzübergängen ausharren müssen. Ob sich die Lage so schnell entspannt, ist fraglich.
Zwar meldet tportal am Montagmorgen, dass sich die Autos an den meisten Übergängen nur noch zwischen einem und vier Kilometern stauen (nicht mehr 20 Kilometer wie am Wochenende). Trotzdem könnte sich die Situation jederzeit wieder verschärfen, sobald wieder mehr Autofahrer Richtung Süden unterwegs sind. Denn laut tportal laufen die Kontrollen auf montenegrinischer Seite nicht schnell genug, um den Ansturm in den Griff zu bekommen.
Die Infrastruktur vor Ort sei darauf nicht ausgelegt, heißt es in dem Bericht. Erst kürzlich seien zwei Grenzübergänge zusammengelegt worden, sodass Konavle zum Nadelöhr geworden sei.
Verwendete Quellen: tportal, RTL Televizija Croatia


