80 Prozent des Körpers verbranntLichtbogen an Oberleitung – Trainsurfer (14) lebensgefährlich verletzt

Ein Lichtblitz. Danach Schreie.
Für die Reisenden des RE 5 wird die Fahrt am Sonntagabend (11. Oktober) zum Schockmoment. Der Regionalexpress ist auf dem Weg nach Köln, als Fahrgäste gegen 20.50 Uhr den grellen Blitz sehen und kurz darauf die Schreie hören. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, alarmieren sie das Zugpersonal. Schnell steht fest: Ein 14-Jähriger befindet sich schwer verletzt auf dem Dach des Zuges.

14-Jähriger erleidet beim Trainsurfen schwere Verbrennungen

Der Regionalexpress stoppt daraufhin im Bereich der Rhöndorfer Straße. Für die Rettungskräfte zählt jede Sekunde. Doch zunächst können sie den Jungen nicht erreichen, denn die Oberleitung steht noch unter Spannung. Erst nachdem die Stromversorgung abgeschaltet ist, können die Einsatzkräfte den Jugendlichen vom Zugdach holen.

Nach Angaben des Kölner Stadt-Anzeigers hat der 14-Jährige Verbrennungen an etwa 80 Prozent seines Körpers. Sanitäter versorgen ihn zunächst vor Ort. Anschließend bringt ein Rettungswagen den Jungen in eine Spezialklinik nach Köln-Merheim. Er schwebt in Lebensgefahr.

Ein Rettungshubschrauber landet zwar an der Weißhausstraße, kommt aber nicht zum Einsatz. Rund 50 Einsatzkräfte sind laut Feuerwehr insgesamt an dem Rettungseinsatz beteiligt.

Lese-Tipp: Von Lichtbogen durchbohrt: Dumme-Jungs-Idee verletzt Adrian schwer - und tötet seinen Kumpel

Auch die Zugpassagiere stehen unter Schock

Der schwere Unfall hat auch Folgen für die rund 600 Menschen im RE 5. Die Bundespolizei sperrt die Strecke bis kurz vor Mitternacht. Betroffen sind neben dem RE 5 auch RE 22, RB 24 und RB 26, berichtet der Express.

Der Zug wird schließlich zum Kölner Südbahnhof geschleppt. Mehrere Reisende müssen dort beziehungsweise noch im Zug medizinisch betreut werden. Auch ein Augenzeuge des Unglücks ist darunter. Der Lokführer kann seinen Dienst nicht fortsetzen.

Wie der 14-Jährige überhaupt auf das Dach gelangte, ist bislang unklar. Die Bundespolizei stellt den Zug als Beweismittel sicher.

Lese-Tipp: 16-Jähriger klettert auf Zug und verletzt sich schwer

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Trainsurfing ist lebensgefährlich

Der Fall macht einmal mehr deutlich, wie gefährlich Trainsurfing ist. Wer auf dem Dach eines fahrenden Zuges unterwegs ist, riskiert nicht nur einen Sturz. Auch die Oberleitung stellt eine tödliche Gefahr dar.

Nach Angaben des Kölner Stadt-Anzeigers kann bereits ohne direkten Kontakt ein Lichtbogen entstehen. Auf den Oberleitungen liegen bis zu 15.000 Volt an. Schwere Verbrennungen, Herzstillstand oder der Tod können die Folge sein. (lha)

Verwendete Quellen: Kölner Stadt-Anzeiger, Express