Polizei löst alten Fall aufNach 32 Jahren! Rätsel um Lidl-Mord gelöst – Verdächtiger festgenommen

undatierte Aufnahme - Der Büroraum des Discounters Lidl . Aus diesem Tresor raubten die Täter mehrere tausend Mark. Nach fast 32 Jahren rollt die Kriminalpolizei einen ungelösten Raubmord in St. Tönis neu auf. (zu dpa: «Raubmord aus dem Jahr 1995: Verdächtiger festgenommen») +++ dpa-Bildfunk +++
Aus diesem Tresor im Büroraum des Discounters Lidl raubten die Täter mehrere tausend Mark.
picture alliance/dpa/Polizei Mönchengladbach

Eine Lidl Verkäuferin wird im Januar 1995 gewaltsam in St. Tönis erdrosselt. Doch die Suche nach den Tätern ist lange erfolglos. Kürzlich rollen Ermittler den Cold-Case wieder auf - und können nun einen Mann festsetzen.

Im Fall eines fast 32 Jahre zurückliegenden Raubmords an einer Lidl-Filialleiterin im niederrheinischen St. Tönis hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Das teilten die Polizei Mönchengladbach und die Staatsanwaltschaft Krefeld mit. Einzelheiten wollen die Ermittler bei einer Pressekonferenz am Dienstag bekanntgeben.

Die bisher unbekannten Täter waren am 25. Januar 1995 gegen 8.30 Uhr in die Lidl-Filiale eingedrungen, in der die Filialleiterin Sonja K. gerade mit dem Einräumen der Ware beschäftigt war. Die 24-Jährige wurde gefesselt, geknebelt und dann erdrosselt. Die Täter erbeuteten mehrere Tausend D-Mark aus dem Tresor.

Die Polizei hatte den Cold Case kürzlich wieder aufgerollt und sich im vergangenen Monat mit der Bitte um Hinweise an die Öffentlichkeit gewandt. Zudem gelang es den Ermittlern nach eigenen Angaben, mit modernen Methoden neue DNA-Spuren zu sichern.

Die Polizei nahm damals eine Vielzahl von DNA-Proben. Rettungskräfte, Polizeibeamte sowie Menschen aus dem persönlichen und dem beruflichen Umfeld von Sonja K. gaben eine Speichelprobe ab. Darunter waren auch Lieferanten, Ladendetektive und Reinigungskräfte.

Täter kannten sich aus

Ein Schlüsselbund unter anderem mit dem Schlüssel zum Haupteingang und zum Tresor, den das Opfer bei sich trug, sind seit der Tat verschwunden. Die Ermittler gingen bislang davon aus, dass mehrere Täter gemeinschaftlich handelten, ihnen die Filiale bekannt war und sie von den internen Abläufen wussten.

Die Polizei suchte bislang auch erfolglos nach zwei Jugendlichen, die sich damals vor dem Eingang des Supermarkts aufgehalten haben sollen. Die Eltern des Opfers sind nach Polizeiangaben mittlerweile gestorben. Die beiden Brüder des Opfers hoffen demnach noch, dass der Fall aufgeklärt wird.

Der Fall gilt als Cold Case, also als lange zurückliegende Tat. Die Polizei Mönchengladbach nahm in ähnlichen Fällen die Ermittlungen zu ungeklärten Tötungsdelikten aus den vergangenen Jahrzehnten in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen und der zuständigen Staatsanwaltschaft wieder auf.

Verwendete Quellen: raf/AFP/dpa