Doku zeigt schlimmes Schicksal der ÜberlebendenKellner Matthieu (27) wartete in einer Ecke der Crans-Montana-Bar auf „das Ende“

Aftermath of New Year's Eve party fire and explosion at \Le Constellation\ bar in Crans-Montana
Vor dem Empfang der Unglücksbar in Crans-Montana wurden Blumen und Kerzen für die Opfer aufgestellt.
DBA/, REUTERS, Denis Balibouse

Wie lebt man danach weiter?
Das Leben der Familie Aubrun aus Frankreich steht seit der Neujahrsnacht still. „Für uns existiert das Jahr 2026 nicht“, sagt Vater Lionel Aubrun. Denn das neue Jahr ist gerade erst angebrochen, als sein Sohn Matthieu (27) in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana schwer verletzt wird. Seitdem ist alles anders, wie er in der Doku „Crans-Montana – Weiterleben nach der Brandkatastrophedes Schweizer Senders SRF erzählt.

Matthieu arbeitet in der Unglücksnacht in Crans-Montana

Sein Sohn arbeitet als Kellner in der Bar. Er hatte nur ein paar Wochen vor dem Unglück dort angefangen. Kurz nach der Katastrophe schafft er es noch seine Eltern anzurufen. Er berichtet, dass es ein Feuer gab und dass dann alle zum Ausgang drängten. Die Aubruns erzählen im SRF-Interview, dass sich ihr Sohn in Ecke gestellt habe, als er die Massenpanik am Ausgang sah. Er habe niemanden wegdrängen wollen, „Ich habe es vorgezogen, die anderen weitergehen zu lassen“, sagt er seinen Eltern noch am Telefon. „Ich habe auf das Ende gewartet.“

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Doch wie durch ein Wunder kommt der 27-Jährige lebend aus der Bar heraus – mit lebensgefährlichen Verletzungen. Er hat schwere Verbrennungen und seine Lunge ist durch die giftigen Gase, die bei dem Brand freigesetzt wurden, schwer geschädigt. Er wird von der Schweiz aus in ein Spezialkrankenhaus nach Metz in Frankreich gebracht.

Kellner kämpft im Krankenhaus ums Überleben

Die Ärzte müssen den 27-Jährigen ins künstliche Koma versetzen. Seine Prognose ist noch immer kritisch. Matthieus Eltern und sein Bruder wollen so viel wie möglich für ihn da sein. Ihnen wurde eine Wohnung in der Nähe des Krankenhauses zur Verfügung gestellt.

Mattieu erholt sich dort jetzt nach und nach. Inzwischen ist der 27-Jährige wieder bei Bewusstsein. Aber das Sprechen fällt ihm noch schwer. „Er ist ein junger Mann im Körper eines 90-jährigen Greises“, berichtet seine Familie in der Doku. Er gerate jedes Mal völlig außer Atem, wenn er etwas sagen wolle. Es gehe ihm den Umständen entsprechend etwas besser, aber es stehe immer noch ernst um den Kellner.

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Die Aubruns sagen, dass sie Kontakt zu den Morettis aufgenommen haben. Um den Papierkram und die Behördengänge für ihren Sohn auf der Intensivstation erledigen zu können, brauchen sie seinen Arbeitsvertrag und weitere Unterlagen. Sie müssen auch nach Crans-Montana fahren, um Matthieus Sachen aus der Wohnung zu holen, die die Barbetreiber ihm zur Verfügung gestellt hatten.

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Familie Aubrun kann Crans-Montana-Unglück kaum fassen

„Ich kann mir das nicht vorstellen“, sagt sein Vater, als er in dem Schweizer Skiort steht. So viele Leben seien verloren, so viele Menschen verletzt worden. „So viel Hoffnung, die da verbrannt ist“, sagt Lionel Aubrun. Er möchte nicht in die ausgebrannte Bar gehen. Es reicht ihm, den Ort, der seinen Sohn fast das Leben gekostet hätte, von außen zu betrachten.

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Von einer Minute auf die andere brach in der Silvesternacht in der Bar in Crans-Montana ein Feuer aus und verbreitete sich rasend schnell. 40 Menschen starben. Ein 18-Jähriger erlag Ende Januar seinen schweren Verletzungen. Über 100 Menschen wurden verletzt, rund 80 davon erlitten schwere und schwerste Brandverletzungen. (jgr)

Verwendete Quellen: SRF/Youtube