„Das war sein Todesurteil“Nachbar „verwechselt” Kater mit Marder und setzt ihn an Autobahn aus - tot!

Ein Kater auf der Pirsch
Kater Gogo war die Schnellstraße nicht gewohnt (Symbolbild)
picture alliance / Zoonar / Eva-Maria Pollich
von Philipp Petersdorff

Tagelang hoffen seine Besitzer, dass ihr geliebter Kater Gogo doch noch nach Hause kommt.
Doch jetzt herrscht traurige Gewissheit. Der erst einjährige Kater wurde überfahren, nachdem ein Nachbar ihn eingefangen und weit weg von seinem Zuhause ausgesetzt hatte.

Nachbar soll Gogo für einen Marder gehalten haben

Futternapf, Kratzbaum und Körbchen stehen noch da. Doch Gogo wird nicht mehr nach Hause kommen. Knapp zwei Wochen lang sucht Familie Noga aus Linkenheim-Hochstetten bei Karlsruhe verzweifelt nach ihrem einjährigen Kater. Jetzt wurde Gogo tot gefunden. Für Besitzerin Kathrin Noga sei besonders schwer zu ertragen, wie ihr Tier überhaupt dorthin kam und wo es schließlich starb.

Alles beginnt am 29. August. Gogos Tracking-Halsband zeichnet einen ungewöhnlichen Weg auf. Das Signal führt über den Rhein bis in die Südpfalz und schließlich zum Auto eines Nachbarn. In dessen Kofferraum befindet sich laut den Badischen Neuesten Nachrichten eine Marderfalle. Darin liegt Gogos GPS-Halsband, vom Kater selbst fehlt jede Spur. Der Nachbar gibt dem Bericht zufolge zu, Gogo eingefangen und an der B9-Ausfahrt Büchelberg bei einem Waldstück ausgesetzt zu haben. Er habe die Katze für einen Marder gehalten. Gogos Besitzerin bezweifelt diese Erklärung. Für sie hat die Aktion schreckliche Konsequenzen: „Das war sein Todesurteil.“

Im Video: Kätzchen in letzter Sekunde gerettet

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Große Suchaktion kann Gogo nicht retten

Nach Gogos Verschwinden beginnt eine große Suche. Tierschützer unterstützen die Familie, Helfer durchkämmen die Gegend, verteilen Flyer und richten Futterstellen ein. Sogar Spürhunde kommen zum Einsatz. Doch Gogo bleibt verschwunden.
Schließlich geht Tierschützerin Tanja Axmann einem Hinweis auf eine überfahrene Katze zwischen Büchelberg und Hagenbach nach. Schon die auffällig weiße Schwanzspitze lässt sie Schlimmes ahnen. „Ich wusste sofort, dass es Gogo ist“, erzählt sie. Ein Chip-Lesegerät bestätigt schließlich die traurige Gewissheit.

„Er wurde uns weggenommen“

Für Kathrin Noga macht der Ort von Gogos Tod das Geschehene besonders bitter. Der Kater war zwar Freigänger, lebte zu Hause aber in einem verkehrsberuhigten Wohngebiet. Den Verkehr an einer Bundesstraße kannte er nach Angaben seiner Besitzerin nicht. „Die Art und Weise, wie er ums Leben kam, macht uns fertig“, sagt sie. „Er wurde uns weggenommen, ausgesetzt und seinem Schicksal überlassen.“

Die Familie hat den Nachbarn angezeigt. Nach Angaben eines Sprechers des Polizeipräsidiums Karlsruhe geht die Polizei davon aus, dass mit dem Aussetzen der Katze eine Ordnungswidrigkeit nach dem Tierschutzgesetz erfüllt wurde. Ob darüber hinaus weitere Ordnungswidrigkeiten oder sogar Straftatbestände infrage kommen, war zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht geklärt.

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Gogo soll wieder nach Hause kommen

Jetzt möchte Familie Noga ihren Kater wenigstens auf eine andere Weise zurückholen. Gogo wird eingeäschert, seine Asche soll anschließend bei der Familie bleiben. „Hier ist Gogos Zuhause“, sagt Kathrin Noga. Gleichzeitig bedankt sie sich bei all den Menschen und Tierschützern, die bis zuletzt gesucht, geholfen und mit der Familie gehofft haben.

Verwendete Quelle: Badische Neueste Nachrichten