Tödliche SelbstjustizItalienerin überfährt Handtaschendieb - mehrfach! 18 Jahre Haft

Luxus-Lady rastet aus nach Handtaschen-Raub!
Eine reiche Unternehmerin, ein nächtiger Raub in einer Urlauberstadt – und dann eskaliert alles hinter dem Steuer eines SUV. Nun wurde Cinzia Dal Pino in Italien zur 18 Jahren Hausarrest verurteilt, weil Überwachungskameras zeigen sollen, wie sie den mutmaßlichen Taschendieb immer wieder mit ihrem Wagen rammt.
Italien: Unternehmerin Cinzia Dal Pino überfährt mutmaßlichen Taschendieb mehrfach mit SUV – Staatsanwältin hatte lebenslang gefordert
Viareggio, toskanische Küstenstadt, September 2024: Cinzia Dal Pino, erfolgreiche Strandbad-Betreiberin und bekannte Society-Frau, verlässt am späten Abend ein Restaurant, als plötzlich ein Mann ihre Handtasche entreißt und verschwindet. Laut Ermittlern soll sie zuvor mit einem Messer bedroht worden sein.
Der Moment, in dem das Opfer zur Täterin wird

Was dann geschieht, ist auf Überwachungsvideos festgehalten – und machte den Fall weltweit bekannt: Dal Pino steigt in ihren weißen Mercedes-SUV, fährt dem mutmaßlichen Dieb hinterher und steuert das Auto direkt auf ihn zu. Der Mann, der 52-jährige Noureddine Mezgui (auch Said genannt), wird erfasst, gegen eine Hauswand gedrückt und mehrere Male überrollt. Schließlich steigt die Frau in High Heels aus, holt sich ihre Tasche zurück – und fährt davon.
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Für Mezgui kommt jede Hilfe zu spät. Er stirbt noch am Tatort an seinen schweren Verletzungen. Die Polizei identifiziert wenig später den SUV und nimmt Dal Pino fest.
Die Anklage: Selbstjustiz statt Notwehr
Was als Raub beginnt, endet vor dem Schwurgericht in Lucca als Mordprozess. Die Staatsanwältin zeichnet ein klares Bild: Dal Pino habe nicht in Panik gehandelt, sondern in kalter Rache. „Sie hat nicht versucht, ihn aufzuhalten, sondern ihn zu überwältigen“, sagt Anklägerin Sara Polino – es sei eine „Strafaktion“ gewesen.
Die Vorwürfe sind entsprechend drastisch: vorsätzlicher Mord, erschwert durch besondere Grausamkeit, niedere Beweggründe und die Nutzung eines Autos als „heimtückisches Tatmittel“, weil das Opfer nachts von hinten angefahren wurde. Ein psychiatrisches Gutachten bescheinigt Dal Pino volle Schuldfähigkeit – keine Affekttat im Wahn, sondern bewusste Entscheidung, so die Gutachter.
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Die Staatsanwaltschaft fordert deshalb lebenslange Haft. Dal Pino verteidigt sich, sie habe aus Angst und Schock reagiert, ihre Anwälte wollten den Fall als erweiterte Notwehr verstanden wissen – bisher ohne Erfolg. Über Monate hinweg steht die 65-Jährige unter Hausarrest mit elektronischer Fußfessel und wird in Italien zum Symbolfall für ausufernde Selbstjustiz.
Die große Frage: Wie weit dürfen Opfer gehen?
Der Fall spaltet Italien: Viele sehen in Dal Pino eine Frau, die nach einem brutalen Überfall komplett die Kontrolle verloren hat – und deren Wut und Angst in Sekunden eskalierte. Andere sprechen von einer wohlhabenden „Signora“, die sich über das Recht gestellt habe und glaubte, sich ihre eigene Gerechtigkeit einfach mit PS und Blech holen zu können.
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Juristisch ist die Linie klarer als moralisch: Notwehr endet spätestens dort, wo der unmittelbare Angriff vorbei ist – wer dann mit dem Auto Jagd macht, mehrfach über jemanden fährt und anschließend seelenruhig die Tasche einsammelt, ist im Strafrecht nicht mehr Opfer, sondern Täter. Genau dieses Bild sehen Staatsanwaltschaft und Gutachter hier bestätigt.
Verwendete Quellen: rainews.it, nypost.com, blick.ch, 20min.ch
































